RFID 11.02.2005, 18:37 Uhr

Euro-Geldscheine mit RFID noch in diesem Jahr

Geldwäschern und Fälschern soll das Leben schwer gemacht werden.

Die Radio Frequency Identification, kurz RFID-Technik, könnte auf Geldscheinen schneller Einzug halten als im Einzelhandel. Das verraten Vertreter verschiedener Zentralbanken hinter vorgehaltener Hand. Vorteil der kontaktlosen Funktechnik auf Banknoten: Die so ausgestatteten Scheine lassen sich dann berührungslos zählen und erfassen.
Der nach Geldwäschern fahndende Zöllner braucht an der Grenze also nicht mehr zu fragen und zu zählen. Ein kleiner Bildschirm verrät ihm künftig für jeden Passanten exakt, was dieser an Euro-Noten bei sich trägt. Auf dem Monitor wird allerdings auch zu sehen sein, wann und wo die jeweiligen Banknoten kürzlich umgesetzt wurden – z. B. an einem Bankgeldautomaten. Das soll helfen Geldwäscher aufzuspüren und zugleich für Banknotenfälscher das Leben sehr viel schwieriger machen.
Die RFID-Banknoten versprechen noch mehr Vorteile: Die künftigen Euro-Noten, die sich äußerlich genauso wie die heutigen ausnehmen, werden robuster und damit dauerhafter sein als die mit den üblichen Metallstreifen versehenen heutigen Scheine. Aufgabe der fernöstlichen Chips – sie sollen hauptsächlich von Hitachi aus Japan stammen – in den Euro-Noten wird es sein, Informationen dauerhaft zu speichern, die dann je nach Bedarf per Funk ganz oder teilweise ausgelesen werden.
Zu diesen Informationen gehören die Seriennummer, die Druckerei, die die Note produziert hat, und der Nominalwert des Scheins. Vollautomatisiert lässt sich feststellen, ob eine Note echt oder gefälscht ist. Über eine Datenbank soll nämlich überprüft werden, wo der Schein mit gleichen Daten letztmals überprüft worden ist. War das vor einer Stunde in 1000 km Entfernung, dann muss eine der beiden Noten falsch sein – trotz „richtiger“ Nummer.
In der einschlägigen Datenbank der Europäischen Zentralbank (EZB) sollen die verfügbaren Daten sämtlicher Banknoten – gleich ob gültig oder eines Tages aus dem Verkehr gezogen – gespeichert sein.
Spätestens bei auffällig vielen Abfragen zu einer bestimmten Banknote wird dann davon ausgegangen werden, dass von diesem Schein mehrere Exemplare und damit auch Fälschungen existieren.
Erfahrenen Banknotenfälschern wird es sicherlich schon in relativ kurzer Zeit gelingen, ebenfalls Scheine mit eingebettetem Kleinstchip auf den Markt zu bringen. Was ihnen aber ungleich mehr Mühe machen wird, ist die „richtige“ Beschriftung dieser Chips. Der Zugang zur zentralen Datenbank der EZB für die Verwaltung der Euro-Noten wird für Gangster zweifellos nicht so einfach zu erreichen sein. Außerdem könnten im Bedarfsfalle die Zugangskriterien zur Datenbank schnell verändert werden.
Hauptnutznießer der RFID-Chip-bestückten Banknoten werden die Europäische Zentralbank nebst nationalen Zentralbanken sein. Aber auch Zoll, Polizei und Finanzverwaltungen sollen von dieser Neuerung profitieren.
Die meisten Bürger werden dagegen kaum etwas von all dem bemerken. Die Minichips messen nur 0,4 x 0,4 x 0,06 mm und sind mit dem bloßen Auge kaum noch auszumachen. Protagonisten der intelligenten Banknote sind überzeugt: Datenschutzprobleme werde es nicht geben, da die überwältigende Mehrheit der Banknoten ständig den Besitzer wechseln. Vom „gläsernen“ Bürger könne in diesem Zusammenhang nur dann die Rede sein, wenn der oder die Einzelne z. B. die Sicherheitskontrolle an einem Flughafen überschreitet. PETER ODRICH

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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