Halbleiter 24.09.2004, 18:33 Uhr

Elmos läutete in Dortmund den Strukturwandel ein

VDI nachrichten, Dortmund, 24. 9. 04 -Ein mittelständischer Halbleiterhersteller mitten im Ruhrgebiet? 1984 wurde diese Idee belächelt. Heute ist die Dortmunder Elmos AG ein gefragter Lieferant für die Automobilindustrie. Und die Ruhrgebietsmetropole wurde führender Mikrotechnik-Standort.

Strukturwandel live: Wo noch vor wenigen Jahren 40 000 Menschen Stahl kochten, entsteht derzeit die MST-Factory: auf dem ehemaligen Stahlstandort Phoenix-West in Dortmund. Dort werden bereits zum Jahreswechsel Büros, Laborräume und Fertigungskapazitäten für kleine und mittlere Unternehmen der Mikrosystemtechnik fertig gestellt. Laut Utz Küpper, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung Dortmund, ist der erste Bauabschnitt so gut wie ausgebucht. Die Wandlung des ehemaligen Stahlstandortes zum Zentrum der Mikrotechniken unterstreicht auch der Besuch von NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück, der gestern die Regionalkonferenz Mikrosystemtechnik in Dortmund eröffnete. Laut Küpper sind 11 % der deutschen Mikrotechnik-Unternehmen in Dortmund angesiedelt: „Damit sind wir hierzulande der größte Mikrotechnik-Cluster.“
In unmittelbarer Nähe der Universität geben im Technologiepark Dortmund heute 225 Hightechunternehmen 8500 Menschen Arbeit. „Vor zwanzig Jahren, 1984, war hier nur eine grüne Wiese“, erinnert sich Klaus Weyer, Gründer und Vorstandsmitglied des ersten Unternehmens, das sich hier ansiedelte, des Chipherstellers Elmos. 10 Mio. DM investierten Weyer und die beiden Mitgründer, der Halbleiterspezialist und Uni-Professor Günter Zimmer sowie Norbert Ellenberger. Und natürlich wurde das Unternehmen belächelt: Chiptechnologie, so war damals aus berufenen Mündern zu hören, solle man doch den Japanern überlassen. Selbst Siemens, so Weyer, dachte seinerzeit über einen Ausstieg aus diesem riskanten Geschäft nach.
Die Anfangsjahre in einer gelb-roten Baracke mitten auf der grünen Wiese waren für Weyer und seine kleine Mannschaft nicht einfach: Zwar gab es schon früh Kunden für die Asics, die anwendungsspezifischen ICs, aus Dortmund, doch erst das finanzielle Engagement des Autoherstellers BMW brachte den Durchbruch: „Heute“, so Weyer, „findet sich kaum noch ein Auto, das keine Chips von Elmos enthält.“
Neben Weyer besteht das Vorstandsteam heute aus dem Kaufmann Knut Hinrichs als Vorsitzendem, dem damaligen BMW-Entwicklungschef Peter Thoma und Reinhard Senf. Der für 2004 angepeilte Umsatz des seit 1999 börsennotierten Unternehmens liegt bei über 140 Mio. €, die Wachstumsprognosen lauten auf 20 % pro Jahr. Und viel wichtiger: Selbst die Krisenjahre der Chipbranche nach dem Internetcrash 2000 hat Elmos mit positiven Wachstums- und Gewinnzahlen überstanden.
1984 war es für die Gründer ein ehrgeiziges Ziel: jährlich 10 Mio. DM bis 15 Mio. DM Umsatz mit 50 Mitarbeitern zu erreichen. „Sicherlich hofften wir, eine Marktnische zu besetzen, doch mehr als 70 Mitarbeiter zu beschäftigen, war für uns kaum vorstellbar“, meint Weyer in der Rückschau. Heute arbeiten für den Chiphersteller 900 Menschen weltweit, davon rund 600 in Dortmund. Zur Elmos-Gruppe gehören nicht nur Niederlassungen in Deutschland und in den wichtigen Automobilstandorten der USA und Frankreichs. Auch der Packaging-Spezialist Eurasem in den Niederlanden und die US-Firma SMI für mikromechanische Sensorkomponenten wurden im Laufe der letzten Jahre akquiriert.
Damit sieht sich Hinrichs gut aufgestellt, auch neue Geschäftsfelder jenseits der erfolgreichen Automobilelektronik anzugehen: „Durch den erfolgreichen Einstieg in den Telekommunikationsmarkt mit optischen Eingabe- elementen und die hohe Anzahl an neuen Entwicklungsprojekten steht unser zukünftiges Wachstum auf solider Basis.“
Als Gratulant zur Elmos-Geburtstagsfeier Ende vergangener Woche meinte NRW-Wirtschaftsminister Harald Schartau: „Elmos steht heute beispielhaft für die Stärken unseres modernen Wirtschaftsstandortes.“ Hightech gebe es heute überall in Dortmund, die Industriemetropole habe damit wesentliche Schritte im dringend notwendigen Strukturwandel des Ruhrgebiets erfolgreich getan.
Das Bekenntnis zum Standort Dortmund drückt sich bei Elmos in den Erweiterungsinvestitionen aus, die man im sich füllenden Technologiepark getätigt hat. Auch das Bekenntnis zu Wert und Kreativität der Mitarbeiter ist hier nicht nur eine hohle Phrase: Fast alle Beschäftigten der ersten Stunde sind noch heute mit dabei. Und ein besonderes Geburtstagsgeschenk hat der Jubilar Elmos den Dortmundern zum 20. gemacht: Zusätzlich zu den jährlich 38 Ausbildungsplätzen wurden dieses Jahr 20 geschaffen, von denen bereits 19 besetzt sind.jdb
www.elmos.de
www.dortmund-project.de

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