Halbleiter 02.09.2005, 18:40 Uhr

Chiphersteller: Vom PC zum TV  

VDI nachrichten, Berlin, 2. 9. 05 – Intel auf der IFA – das zeigt vielleicht am deutlichsten, dass die Welt der Unterhaltungselektronik und die der Computer unaufhaltsam zusammenwachsen. Für die Chiphersteller – große wie kleine – bringt die Digitalisierung der Unterhaltungswelt neue Wachstumschancen jenseits des PCs

Michel Mayer, CEO von Freescale Semiconductor, brachte es auf den Punkt: „Unsere Industrie wurde lange vom Fortschritt der PC-Technologie getrieben. Das ist jetzt vorbei.“ Damit eröffnete er im Frühjahr diesen Jahres den Globalpress Electronic Summit im kalifornischen Monterey, auf dem sich große und kleine Chiphersteller versammelten. Ihr Motto: „The era of convergence“. Und Konvergenz verschiedener Technologie, so Mayer, findet sich überall: „Am deutlichsten wird das bei den Geräten. MP3-Player sind doch kleine PCs, also wird der mobile PC auch schnell zum MP3-Player. Und bei digitalen Videorekordern ist es das gleiche Spiel. Daten, Videos, Sprache – alles wird digital.“ Ein Trend, der sich schon auf der CeBIT deutlich zeigte und jetzt auf der Funkausstellung in Berlin sozusagen aus Sicht der Unterhaltungselektronik-Branche deutlich wird.

Als ehemaliger Halbleiterbereich von Motorola gehört Freescale zu den etablierten Playern auf dem Chipmarkt, doch die Konvergenz gibt auch kleinen, jungen Unternehmen die Chance, ihren Teil vom Weltmarkt abzuschneiden. Zum Beispiel Broadcom. Mit rund 2 Mrd. $ Umsatz ist das Unternehmen heute einer der größten Chiphersteller ohne eigene Fertigung. Der Spezialist für Chips zur drahtgebundenen oder drahtlosen Kommunikation profitiert ebenfalls vom Trend zur Digitalisierung: „Nach der PC-Revolution stecken wir jetzt in der Kommunikationsrevolution“, sagte Broadcoms Cheftechnologe Henry Samueli in Monterey. „Bald wird jeder beliebige Inhalt über jedes beliebige Medium jederzeit an jeden Ort der Welt transportiert werden können.“ Schlechte Zeiten, so findet er, für CD und DVD. Denn ein solches physikalisches Medium werde es für Unterhaltung bald nicht mehr geben: Alles ist im Netz verfügbar und der Trend zur Vernetzung im Haus macht solche Inhalte auch für jeden leicht zugänglich.

Kein Wunder also, dass auch der Chip-Weltmarktführer Intel ins gleiche Horn stößt. Erst in der vergangenen Woche, auf der halbjährlich stattfindenden Entwicklerkonferenz IDF, hat Intel-CEO Paul Otellini die Marschrichtung klar definiert: „Es braucht doch nur ein bisschen Mathematik. Heute haben wir rund 300 Mio. Breitbandanschlüsse in Haushalten weltweit. Nehmen wir eine typische vierköpfige Familie, eine Hand voll digitaler Endgeräte, dann summiert sich das ganz schnell auf 2 Mrd. Bildschirme.“ Und zu diesen Milliarden Nutzern könne man Inhalte dann in wenigen Tagen bringen – und nicht mehr in Jahren, wie bei der klassischen Filmindustrie.

Don MacDonald, General Manager der Intel Digital Home Group, griff diesen Ball auf und sagte auf dem IDF, dass technische Innovationen, neue Onlineangebote sowie Geschäftsmodelle und industrieübergreifende Spezifikationen den Zugriff und die Nutzung digitaler Inhalte sowohl zu Hause als auch unterwegs vereinfachen. „Digitale Technologien führen zu neuen Inhalten, zu vielfältigen Vertriebsarten und innovativen digitalen Geräten. Dies alles lässt eine neue digitale Unterhaltungsindustrie entstehen.“ Intel konzentriere sich darauf, den Zugriff auf digitale Unterhaltung so zu vereinfachen, dass diese auf den verschiedensten Geräten zur Verfügung stehen kann.

So zeigte MacDonald einen kleinen und schlanken Konzept-PC mit der Bezeichnung „Golden Gate“. Der basiert auf Intels Dual-Core-Prozessor der nächsten Generation mit dem Codenamen „Yonah“. Die Kombination aus der Leistung zweier Prozessorkerne und einem energiesparenden Design ermögliche kleinere und schlankere Geräte. Der Konzept-PC spielt High-Definition-Videos ab, zeigt lebensnahe Spielszenen und ist gleichzeitig klein genug, um in einem TV-Regal Platz zu finden.

Kritisch sei, so MacDonald, dass übergreifende Standards innerhalb der verschiedenen Industrien vereinbart werden, damit digitale Inhalte rasch und einfach über die Geräte im Haus genutzt und zwischen ihnen ausgetauscht werden können. Rund um den Berliner Funkturm werden sich die Besucher der IFA ab heute informieren können, wie weit die Industrie auf diesem Weg bereits gekommen ist. jdb

Von Jens D. Billerbeck
Von Jens D. Billerbeck

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