Morsen mit Atem 17.09.2014, 10:35 Uhr

16-Jähriger erfindet Kommunikationsgerät für Gelähmte

Arsh Shah Dilbagi ist erst 16 Jahre alt, sorgt mit seiner Erfindung aber schon für Aufsehen: Sein Gerät Talk übersetzt Atem in Wörter. Es ermöglicht Gelähmten Kommunikation, wenn sie nur noch ihren Atem kontrollieren können. 

Arsh Shah Dilbagi demonstriert sein Kommunikationsgerät Talk: Ein Sensor unter der Nase misst die Länge der Atemstöße, mit denen der Gelähmte Buchstaben codieren kann. 

Arsh Shah Dilbagi demonstriert sein Kommunikationsgerät Talk: Ein Sensor unter der Nase misst die Länge der Atemstöße, mit denen der Gelähmte Buchstaben codieren kann. 

Foto: Google Science Fair

Eine Box in der Größe einer Zigarettenschachtel, ein Kabel und ein Ohrclip – das ist Talk. Das Gerät registriert die Länge von Atemstößen und gibt wie beim Morsealphabet die entsprechenden Buchstaben und Satzzeichen wieder. Der Sensor wird unter der Nase oder vor dem Mund angebracht. Um ein E zu erzeugen braucht Talk 0,4, für ein A 0,8 Sekunden. Wenn ein Wort komplett ist, muss ein Piepton abgewartet werden, der anzeigt, dass das Wort registriert wurde.

Erfunden hat das Gerät der 16-jährige Inder Arsh Shah Dilbagi, der noch zur Schule geht und doch schon eine ganze Reihe Berufe in seinen Lebenslauf schreibt: Designer, Fotograf, Blogger, Erfinder – und Robotiker. Das vor allem. Deshalb nennt er sich Robo. Auf der Google Science Fair hat er seine Entwicklung jüngst vorgestellt, nun ist er einer der Kandidaten für den Wissenschaftspreis des IT-Konzerns, der am 22. September verliehen wird.

Talk soll 100 US-Dollar kosten

Die Erfindung soll vor allem Menschen helfen, die weitgehend bewegungsunfähig sind. Für sie gibt es bereits Geräte, die etwa Augenbewegungen oder Signale des Gehirns registrieren und so Schrift oder Sprache erzeugen. Der Nachteil: Sie arbeiten sehr langsam, sind teuer und erfordern meist größere Gerätschaften wie einen Tablet-Computer. Für einzelne Buchstaben oder Laute brauchen diese Anwendungen teils mehrere Sekunden.

Die Box für die Sprachausgabe ist in etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel. In Zukunft könnte diese Aufgabe das Smartphone übernehmen. Der Preis für Talk könnte auf 100 US-Dollar sinken. 

Die Box für die Sprachausgabe ist in etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel. In Zukunft könnte diese Aufgabe das Smartphone übernehmen. Der Preis für Talk könnte auf 100 US-Dollar sinken.

Quelle: Google Science Fair

Mit Talk soll es nun eine flexible und günstige Lösung geben. Etwa 200 US-Dollar koste das komplette Gerät, sagt Robo. Dank einer Weiterentwicklung, bei der etwa ein Smartphone die Elektronikbox ersetzen kann, könne es künftig aber schon für rund 100 Dollar angeboten werden.

Häufig genutzte Wendungen sind programmierbar

Ob Talk tatsächlich in Serie produziert wird, bleibt abzuwarten. Eine Crowdsourcing-Kampagne brachte statt der erwünschten 80.000 Dollar nicht einmal 2000 ein. Womöglich ist der Kreis der potenziellen Nutzer doch zu klein, um Investoren anzulocken.

Für Patienten, die kaum noch kommunizieren können, wäre Talk indes wohl ein großer Gewinn. Die synthetische Stimme kann sogar individuell dem Alter und Geschlecht des Nutzers angepasst werden. Und neben der spontanen Kommunikation ist auch der schnelle Ausdruck häufig benutzter Wendungen möglich. So lässt sich der Atemcode HH beispielsweise vorprogrammieren als Kurzformel für „Hello, how are you?“

 

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