In 800 km Entfernung 16.02.2016, 10:01 Uhr

Satellit Sentinel-3 beobachtet ab sofort die Ozeane

Umweltverschmutzer auf hoher See und Feuerteufel, die Urwälder in Felder verwandeln wollen, bleiben ab sofort nicht mehr unentdeckt. Denn ab heute passt Satellit Sentinel-3 A auf. 

Der mit fünf Instrumenten ausgestattete Erdbeobachtungssatellit Sentinel-3A wird künftig kontinuierlich die Höhe des Meeresspiegels, die Temperatur der Land- und Meeresoberflächen sowie die unterschiedlichen Chlorophyll- und Schwebstoffgehalte der Meere erfassen. Die Messergebnisse dienen sowohl maritimen Vorhersagediensten als auch der Überwachung der Umwelt und der Gewinnung von Klimadaten.

Der mit fünf Instrumenten ausgestattete Erdbeobachtungssatellit Sentinel-3A wird künftig kontinuierlich die Höhe des Meeresspiegels, die Temperatur der Land- und Meeresoberflächen sowie die unterschiedlichen Chlorophyll- und Schwebstoffgehalte der Meere erfassen. Die Messergebnisse dienen sowohl maritimen Vorhersagediensten als auch der Überwachung der Umwelt und der Gewinnung von Klimadaten.

Foto: Pierre Carril/ESA

Am heutigen 16. Februar bekommt die Sentinel-Familie Zuwachs. Dann startet um 18.57 Uhr (MEZ) auf dem Kosmodrom Plessezk bei Archangelsk im Nordwesten Russlands eine russische Rockot-Rakete. An ihrer Spitze sitzt Sentinel-3, einer von letztlich zehn Umweltsatelliten, die alles, was auf der Erde und in der Atmosphäre geschieht, lückenlos dokumentieren. Sentinel-1 und -2 sind bereits auf unterschiedlich hohen Umlaufbahnen unterwegs. Der dritte im Bunde wird die Erde aus einer 800 km hohen Umlaufbahn beobachten. Für eine Erdumrundung braucht er 27 Tage.

Selbst Fischer interessieren sich für Satellitendaten

Jeder Sentinel-Satellit hat spezielle Aufgaben, die sich allerdings teilweise überschneiden. Der jüngste aus dieser Familie wird vor allem die Ozeane und die Vegetation beobachten. Im Zuge des Klimawandels verändert sich unter anderem die Oberflächentemperatur des Meeres und großer Binnengewässer. Das „Sea and Land Surface Temperature Radiometer“ an Bord des Satelliten misst auf 0,3 °C genau.

„An diesen Daten sind auch Fischer interessiert“, glaubt Volker Liebig, der als Direktor der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA für das Erdbeobachtungsprogramm zuständig ist. Fische reagieren höchst sensibel auf Änderungen der Meerestemperatur. Sie ziehen dann in andere Regionen um. Auch für das Wetter sind diese Temperaturen wichtig, auch die der Landflächen.

Meeresspiegel steigt schneller an

Der Klimawandel lässt sich mit Hilfe eines weiteren Geräts namens „Synthetic Aperture Radar Altimeter“ dokumentieren, das den regional sehr unterschiedlichen Anstieg des Meeresspiegels misst. Im Durchschnitt liegt er derzeit bei drei Millimetern pro Jahr, so Liebig. Noch vor wenigen Jahren waren es 1,5 mm.

Sentinel-3 A bei der Montage in Cannes.

Sentinel-3 A bei der Montage in Cannes.

Foto: Stephane Corvaja/ESA

Ein weiteres Gerät erfasst die Farben von Wasser- und Landflächen. Kapitäne, die auf hoher See ihre Öltanks reinigen und das verschmutzte Wasser einfach über Bord kippen, lassen sich so aufspüren, ebenso illegale Brandrodungen und Veränderungen der Vegetation durch Umwelteinflüsse, etwa Trockenheit oder ergiebige Regenfälle.

Bodenstation in Darmstadt

Sentinel-1 A ist speziell für die Erfassung von Naturereignissen ausgestattet. Er dokumentiert Überschwemmungen, Erdrutsche und Waldbrände. Von den Bildern, die er liefert, können auch Rettungsmannschaften profitieren. Sentinel-2 A umrundet die Erde seit 2015 in nur 280 km Höhe. Dessen Bilder lassen sich in den Bereichen Landnutzung, Bodenversiegelung, Raumplanung, Forstwirtschaft, Küstenschutz und humanitäre Hilfe nutzen.

EuMetSat, die in Darmstadt beheimatete Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten, betreibt die Sentinel-Familie. In erster Linie werden die Daten für Wetterprognosen und die Dokumentation des Klimawandels genutzt.

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