Millionen Jahre alt 09.10.2014, 12:30 Uhr

Paläontologen erforschen Riesenfossilien mit 3D-Scannern

Paläontologen haben im kenianischen Turkana-Becken riesige Fossilien mit 3D-Scannern erforscht – gerade noch rechtzeitig, bevor sie aufgrund der Witterungseinflüsse und Erosion zerstört worden wären. Nun können Wissenschaftler weltweit an den Zeugen der Vorzeit arbeiten. 

Die Forscher haben Fossilien von Krokodilen, Elefanten und Schildkröten eingescannt. Wissenschaftler weltweit können jetzt die 3D-Modelle in ihrer Forschung einsetzen. 

Die Forscher haben Fossilien von Krokodilen, Elefanten und Schildkröten eingescannt. Wissenschaftler weltweit können jetzt die 3D-Modelle in ihrer Forschung einsetzen. 

Foto: Artec Group

Gigantische Fossilien von Krokodilen (Euthecodon brumpti und Rimasuchus Lloydi), Elefanten (Elephas recki) und Schildkröten (Riesenschildkröten) liegen im kenianischen Turkana-Becken. Dort wurden sie vor mehreren Jahrzehnten von den Forschern Richard und Meave Leakey ausgegraben und aufgrund ihrer riesigen Größe vor Ort liegen gelassen.

Forscher produzieren 3D-Modelle der Fossilien 

Paläontologen vom kenianischen Turkana Basin Institute und Experten der Firma Artec haben jetzt diese Überreste mit 3D-Scannern eingescannt. „Die Fossilien sind fast zwei Millionen Jahre alt. Und Wetterbedingungen haben sichtbare Schäden verursacht“, schrieb Denis Baev von Artec in einem Blog. Rechtzeitig, bevor die Fossilien noch mehr unter den Einflüssen leiden würden, haben die Forscher 3D-Modelle produziert. 

Die Handscanner sind in etwa so groß wie ein Bügeleisen und lassen sich per Hand am Objekt entlang bewegen. Eine Software berechnet dann ein 3D-Modell. 

Die Handscanner sind in etwa so groß wie ein Bügeleisen und lassen sich per Hand am Objekt entlang bewegen. Eine Software berechnet dann ein 3D-Modell. 

Foto: Artec Group

Das Forscherteam verwendete zwei 3D-Scanner der Firma Artec: Eva und Spider. Die Scanner sind robust genug, um unter schwierigsten Bedingungen bei Hitze und Wüstensand zu arbeiten. Beide Geräte können sowohl für bewegliche Objekte als auch für Objekte mit scharfen Kanten und kleinen Teilen eingesetzt werden. Artec Eva scannte hauptsächlich die großen Fundstücke, Spider Kleinteile wie Zähne. Die Geräte sehen aus wie Bügeleisen und lassen sich per Hand am Objekt vorbeibewegen.

Fossilien rechtzeitig gerettet

„Als Kind liebte ich die Geschichten über die paläontologischen Ausgrabungen der Leakey-Familie und wollte immer bei ihren Projekten dabei sein. Jetzt habe ich das Gefühl, dass mein Traum wahr wird: Unsere 3D-Scanner haben sich bei dem Projekt im Turkana-Becken wirklich bewährt“, schwärmt Artyom Yukhin, Präsident und CEO der Artec Group. „Dieses Projekt war von großer Bedeutung und musste schnell abgeschlossen werden. Die Fossilien waren zu lange schutzlos Wind und Wetter ausgesetzt und haben deshalb erhebliche Schäden erlitten.”

Nun können Wissenschaftler weltweit weitere Forschungsarbeiten an den Fossilien vornehmen. Und auch die Öffentlichkeit kann sich die 3D-Modelle anschauen und einen Eindruck von der Vorzeit erhalten. 3D-Scanner werden auch in anderen Branchen zunehmend eingesetzt. 

Von Petra Funk Tags:

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