Wie hoch ist er? 26.01.2017, 08:41 Uhr

Der Mount Everest, höchster Berg der Erde, wird neu vermessen

Der höchste Berg der Welt, der Mount Everest im Himalaya in Nepal, soll noch in diesem Jahr neu vermessen werden. Warum? Der Berg könnte sich wegen des schweren Erdbebens 2015 in Nepal verschoben haben. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich seine Höhe verändert hat, ist groß.

Gipfel des Mount Everest, aufgenommen von einem Motorsegler des DLR im Jahr 2014, vor dem schlimmen Erdbeben 2015. Seitdem wird spekuliert, ob sich der Gipfel des höchsten Berges der Welt um einige Zentimeter gesenkt oder sogar erhöht hat.

Gipfel des Mount Everest, aufgenommen von einem Motorsegler des DLR im Jahr 2014, vor dem schlimmen Erdbeben 2015. Seitdem wird spekuliert, ob sich der Gipfel des höchsten Berges der Welt um einige Zentimeter gesenkt oder sogar erhöht hat.

Foto: Klaus Ohlmann/DLR

Die besondere Aufgabe, das „Dach der Welt“ neu zu vermessen, hat sich das indische Vermessungsamt vorgenommen. Die indischen Vermessungsingenieure trauen der offiziellen Höhenangabe von 8.848 Metern nicht mehr. Diese Höhe wurde 1995 errechnet.

Schweres Erdbeben hat Mount Everest verschoben

Im April 2015 hatte in Nepal die Erde mit einer Stärke von 7,8 gebebt und über 9.000 Menschen das Leben genommen. Schon kurz nach dem Beben kam der Verdacht auf, dass sich der in Nepal liegende Gipfel des Mount Everest um wenige Zentimeter gesenkt haben könnte. Andere vermuten im Gegenteil, dass der Berg sich leicht gehoben haben könnte. Auf jeden Fall hat sich der Mount Everest verschoben – um 3 cm, haben chinesische Forscher errechnet.

Die Aufnahme vom September 2013 zeigt den 8.848 hohen Mount Everest. Laut chinesischen Geologen wurde er durch das Erdbeben in Nepal am 25. April 2015 um 3 cm nach Südwesten verschoben. Auch soll er weitere 3 cm an Höhe gewonnen haben. 

Die Aufnahme vom September 2013 zeigt den 8.848 hohen Mount Everest. Laut chinesischen Geologen wurde er durch das Erdbeben in Nepal am 25. April 2015 um 3 cm nach Südwesten verschoben. Auch soll er weitere 3 cm an Höhe gewonnen haben.

Foto: Narendra Shrestha/dpa

Amerikanische Geologen haben auf Basis chinesischer Messdaten bislang keine Veränderungen festgestellt. Das indische Vermessungsamt Survey of India will nun ein Expertenteam auf den Mount Everest schicken, das Messungen vor Ort vornehmen soll.

Geologen sollen den Gipfel besteigen und vermessen

Fünf Geologen sollen den gesamten Berg und die Höhe des Gipfels per GPS vermessen. Dabei haben sich die Geologen, die den Everest besteigen sollen, freiwillig gemeldet. Die Mission soll einen Monat dauern. Zwei Stunden sind für den Gipfelaufenthalt eingeplant.

Gleichzeitig sollen andere Geologen zum selben Zeitpunkt den Gipfel anpeilen und aus den Daten die genaue Höhe errechnen. „Durch den kombinierten Einsatz beider Methoden werden wir alle Spekulationen beenden“, verspricht der Chef der Behörde, Swarna Subba Rao. Die Behörde will sich mit der spektakulären Vermessung selbst ein Geschenk machen. Sie wurde 1767, also vor genau 250 Jahren, von den britischen Besatzer Indiens gegründet. Die Neuvermessung des Mount Everest wird rund 700.000 US-Dollar kosten.

Simulation des Erdbebens am 25. April 2015 in Nepal: Das Bild zeigt die Veränderungen und Spannungen zwischen der indischen und eurasischen Platte, die durch das Beben gelöst wurden. Nahe der Plattengrenze bewegte sich der Erdboden nach oben (blau), weiter nördlich gab es zusammenhängende Absenkungen (rot-gelb) als Gegenbewegung. Weiterhin stellten Wissenschaftler des DLR eine horizontale Bewegung des Gebietes von bis zu 2 Metern in Nord-Süd-Richtung fest. In dem Bild sind zudem zahlreiche Nachbeben gekennzeichnet.

Simulation des Erdbebens am 25. April 2015 in Nepal: Das Bild zeigt die Veränderungen und Spannungen zwischen der indischen und eurasischen Platte, die durch das Beben gelöst wurden. Nahe der Plattengrenze bewegte sich der Erdboden nach oben (blau), weiter nördlich gab es zusammenhängende Absenkungen (rot-gelb) als Gegenbewegung. Weiterhin stellten Wissenschaftler des DLR eine horizontale Bewegung des Gebietes von bis zu 2 Metern in Nord-Süd-Richtung fest. In dem Bild sind zudem zahlreiche Nachbeben gekennzeichnet.

Foto: DLR

Anlass für die Neuvermessung ist die enorme Kraft des Erdbebens vom 25. April 2015 in Nepal. Das Beben mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala hatte sein Epizentrum zwischen der Hauptstadt Kathmandu und Pokhara. Durch das Beben wurden Spannungen zwischen der indischen und eurasischen Platte gelöst. Dabei entstanden nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ruckartige Bodenbewegungen im Bereich mehrerer Meter.

Die Kraft war so stark, dass sich am Mount Everest eine Lawine löste, die ein Basiscamp einer Bergsteigergruppe unter sich begrub. Insgesamt 700.000 US-Dollar soll die Expedition kosten, die Indien gemeinsam mit Nepals Regierung leitet.

Und hier lesen Sie, warum das DLR das Himalaya vermessen hat.

 

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