Integrierte organische Sensoren 16.04.2014, 07:00 Uhr

Babywindel schlägt Alarm bei Überfüllung

Eine neue Babywindel aus Japan alarmiert die Eltern, sobald sie gefüllt ist. Möglich macht das ein organischer Sensor, der drahtlos mit einem Empfangsgerät kommuniziert.

Integriert in die Windel ist ein Sensorblatt mit einem organischen Schaltkreis auf einem Polymerfilm. Der Sensor registriert, wenn sich der elektrische Widerstand durch die Flüssigkeit verändert. 

Integriert in die Windel ist ein Sensorblatt mit einem organischen Schaltkreis auf einem Polymerfilm. Der Sensor registriert, wenn sich der elektrische Widerstand durch die Flüssigkeit verändert. 

Foto: Universität Tokio

Überall dort, wo Sicherheit, Qualität oder Effizienz überwacht und eingehalten werden muss, sind inzwischen Sensoren zu finden – in Autos, Wohnhäusern und Fabriken. Sie sind in den letzten Jahren immer kleiner, preiswerter und energieeffizienter geworden. Somit lassen sie sich mittlerweile auch in Textilien einweben, um beispielsweise den Herzschlag zu kontrollieren. 

Organischer Sensor registriert Flüssigkeit 

Japanischen Forschern an der Universität Tokio ist es jetzt gelungen, einen organischen, drahtlosen Sensor zu entwickeln, der nicht nur weich, flexibel und hygienisch, sondern auch biologisch abbaubar ist. 

Die Professoren Takayasu Sakurai und Takao Someya haben dabei einen hauchdünnen Plastikfilm in eine Windel gelegt. Integriert ist ein Sensorblatt, bei dem ein organischer integrierter Schaltkreis auf einen Polymerfilm aufgetragen wurde. Der Sensor misst den elektrischen Widerstand, der sich durch die Flüssigkeit verändert, und gibt diese Daten drahtlos an ein Empfangsgerät weiter.

System könnte auch in Pflegeheimen zum Einsatz kommen

Der neue Sensor böte sich laut Forscher insbesondere für den Einsatz in Inkontinenzwindeln aber auch Babywindeln an. So müssten Patienten oder Babys nicht mehr entkleidet werden, um zu prüfen, ob die Windeln gewechselt werden müssen. Vielmehr müsste dafür lediglich das Empfangsgerät in die Nähe der Windel gehalten werden. Eine kostengünstige Massenherstellung sei zudem möglich, da die organischen Bestandteile ganz einfach mit der herkömmlichen Tintenstrahldrucktechnik auf einen Plastikfilm gedruckt werden können.

Der Markt für gedruckte Sensoren wächst rasant. Eine aktuelle Studie von IDTechEx, einem Beratungsunternehmen aus Cambridge, zeigt, dass der Markt für gedruckte Elektronik im letzten Jahr einen Wert von 6,3 Milliarden US-Dollar erreicht hat. Die Prognose lautet, dass der Markt bis 2020 auf mehr als eine Billion US-Dollar steigen wird. 

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