Renovierungsarbeiten 03.07.2013, 07:00 Uhr

Augmented Reality verhindert Schäden

Mit dem Smartphone lassen sich künftig Rohrleitungen und Kabel sichtbar machen, die versteckt unter Putz liegen.

Künftig braucht man bei Renovierungsarbeiten nur noch ein Smartphone, wenn man vermeiden will, versehentlich eine unter Putz versteckte Leitung oder ein Rohr anzubohren.

Künftig braucht man bei Renovierungsarbeiten nur noch ein Smartphone, wenn man vermeiden will, versehentlich eine unter Putz versteckte Leitung oder ein Rohr anzubohren.

Foto: dpa/Axel Heimken

Der Steinbohrer tut sich schwer. Vielleicht ein Kieselstein, der sich in den Beton verirrt hat? Falsch, wie sich wenig später herausstellt. Warmes Wasser quillt aus dem Bohrloch. Ein Heizungsrohr ist getroffen.

Das kann in Altbauten allemal passieren. Mit Heizungs- und Wasserrohren oder auch mit Stromleitungen, wenn man auf eine Prüfung mit dem Ortungsgerät für Leitungen verzichtet. Künftig braucht man nur noch ein Smartphone, wenn man sicher vermeiden will, eine Leitung zu treffen. Man fotografiert einfach die Wand, in die gebohrt werden soll, und wie von Zauberhand taucht auf dem Display der Verlauf aller Kabel und Rohre auf, die unter Putz verborgen sind.

Das Kunststück schafft eine App, die deutsche und französische Forscher entwickelt haben. Voraussetzung ist, dass die Handwerker den Verlauf von Leitungen und Rohren exakt dokumentieren. Am sichersten ist es, Rohrleitungen und Kabel nicht anhand der Pläne, die oft im letzten Moment geändert werden, zu erfassen, sondern die tatsächlichen Positionen zu markieren. Gibt es im Laufe der Jahre Veränderungen, wird beispielsweise ein zusätzliches Waschbecken oder eine Wandheizung installiert, genügt es, die Rohrleitungen zu fotografieren, ehe sie unter Putz oder Fliesen verschwinden. Die App sorgt dafür, dass der Verlauf im Gedächtnis bleibt. Die beim Bau und später gewonnenen Daten werden auf der Festplatte des heimischen Rechners oder in einer Cloud gespeichert. Wenn die Verläufe wieder sichtbar werden sollen, zapft das Smartphone den Datenspeicher an. An Hand von markanten Punkten, etwa Tür- und Fensteröffnungen, erkennt die App die meisten Wände, wenn sie später fotografiert werden. Augmented Reality (Erweiterte Realität) nennt sich das Verfahren: Realen Bildern werden zusätzliche Informationen optisch überlagert.

Hilfe beim Entwurf neuer Gebäude

Das Programm haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt und am Centre Scientifique et Technique du Bâtiment im französischen Champs-sur-Marne entwickelt. Die Frankfurter Kreativagentur NewMedia Yuppies soll es zur Marktreife bringen.

Das Programm soll Architekten auch helfen, Fehler beim Entwurf neuer Gebäude zu vermeiden. Sie können sehen, welche Änderungen gegenüber den ursprünglichen Plänen nötig waren und das gleich berücksichtigen.

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