Einsatz ab Sommer 2026 10.12.2025, 13:00 Uhr

Wie KI die Abläufe im Schockraum optimiert

In Krankenhäusern geht es tagtäglich hektisch zu. Besonders im Schockraum, also dem Notfall-Eingriffsraum in Kliniken, müssen viele Schwerstverletzte gleichzeitig behandelt werden – und das schnell und sicher. Kann eine Künstliche Intelligenz (KI) dabei helfen, die Ärztinnen und Ärzte und das Pflegepersonal zu entlasten?

KI-System im Schockraum: Es analysiert Gespräche in Echtzeit, priorisiert medizinische Informationen und unterstützt das Team bei Diagnose und Dokumentation.

KI-System im Schockraum: Es analysiert Gespräche in Echtzeit, priorisiert medizinische Informationen und unterstützt das Team bei Diagnose und Dokumentation.

Foto: Smarterpix/everythingposs

Das medizinische Personal in der Notaufnahme steht unter immensem Druck:

  • Während der Rettungsdienst die Patientinnen und Patienten an das Team im Schockraum übergibt
  • Solange man die Patientinnen und Patienten im Schockraum behandelt
  • Bei der Übergabe an die Intensivstation oder den OP

Die Deutsche Telekom, das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) und das Krankenhaus Merheim von den Kliniken der Stadt Köln arbeiten aktuell an einer KI-gestützten Live-Anzeige. Diese entlastet das Fachpersonal im Schockraum.

Wo die KI in der Notaufnahme hilft

Anhand von Simulationen des Schockraums dokumentiert die KI das Geschehen und verfolgt Gespräche des medizinischen Fachpersonals im Schockraum. Dabei schneidet sie Konversationen automatisch mit, wertet diese in Echtzeit aus und arbeitet die Daten grafisch strukturiert auf.

Basierend auf den Daten ordnet der KI-Agent die genannten Informationen nach medizinischen Prioritäten ein. Diese Liste wird laufend aktualisiert und die Daten werden gleichzeitig für die Dokumentation der Behandlung gespeichert.

Stellenangebote im Bereich Softwareentwicklung

Softwareentwicklung Jobs
NORDEX GROUP-Firmenlogo
Projektingenieur Umspannwerke (m/w/d) NORDEX GROUP
Hamburg Zum Job 
GTM Gebäudetechnik Management GmbH-Firmenlogo
CAE-Systemplaner (m/w/d) für MSR-Anlagen GTM Gebäudetechnik Management GmbH
deutschlandweit Zum Job 
GTM Gebäudetechnik Management GmbH-Firmenlogo
CAE-Systemplaner (m/w/d) für MSR-Anlagen GTM Gebäudetechnik Management GmbH
deutschlandweit Zum Job 
KANZAN Spezialpapiere GmbH-Firmenlogo
Technische Projektplaner (m/w/d) in der Papierindustrie KANZAN Spezialpapiere GmbH
Landguth Heimtiernahrung GmbH-Firmenlogo
Automation Engineer / Automatisierungsingenieur (m/w/d) - Produktion & Digitalisierung Landguth Heimtiernahrung GmbH
Ihlow Riepe Zum Job 
Tremonia Mobility GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker - Fahrzeugelektronik (m/w/d) Tremonia Mobility GmbH
Dortmund Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
seleon GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) seleon GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Sonderbauvorhaben Umspannwerke | Hochspannungsfreileitungen Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
European Energy A/S-Firmenlogo
Grid Connection Specialist - Wind / PV (m/w/d) European Energy A/S
Markkleeberg bei Leipzig Zum Job 
ONTRAS Gastransport GmbH-Firmenlogo
Projektmanager für Wasserstoff (m/w/d) ONTRAS Gastransport GmbH
Leipzig Zum Job 
maxon motor GmbH-Firmenlogo
Produktionsingenieur Schwerpunkt Injection Molding Tools & Processes (w/m/d) maxon motor GmbH
Netz Leipzig GmbH-Firmenlogo
Teamleitung (m/w/d) Leitstelle Strom Netz Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
TROESTER GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) - Fachrichtung Elektrotechnik/SPS TROESTER GmbH & Co. KG
Hannover Zum Job 
KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektportfolio-Manager (m/w/d) für Produktionsanlagen KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG
Pinneberg, Hybrid Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson BG ETEM
Region Hannover-Braunschweig-Göttingen Zum Job 
HOCHBAHN U5 Projekt GmbH-Firmenlogo
Projektleiter U5-Betriebsführungssystem - vollautomatisches U-Bahn-System (w/m/d) HOCHBAHN U5 Projekt GmbH
Hamburg Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Elektroingenieur für GLT und MSR-Technik (m/w/d) noris network AG
Nürnberg Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Techniker Zutrittskontrolle & Videoüberwachung / Datacenter Engineer (m/w/d) noris network AG
Nürnberg Zum Job 

Struktur für den Notfall: Das ABCDE-Schema

Die Behandlung im Schockraum folgt dem sogenannten ABCDE-Schema, was bedeutet, dass man lebensbedrohliche Verletzungen zuerst behandelt:

  • Atemwege (Airways)
  • Beatmung (Breathing)
  • Kreislauf (Circulation)
  • Neurologisches Defizit (Disability)
  • Erweiterte Informationen (Exposure)

Ziel der KI ist folgendes: Die KI erkennt, welche Befunde, Maßnahmen und Entscheidungen die Ärztinnen und Ärzte aussprechen. Erwähnt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt beispielsweise ein „grobblasigen Rassel-Geräusch“ bei der Atmung, ermittelt die KI die Kategorie und erstellt ein Live-Bild in Ampellogik nach dem ABCDE-Schema. Außerdem überführt die KI die Daten automatisch in die Formulare für Dokumentation und Qualitätssicherung.

»Indem wir medizinisches Fachwissen und realistische Schockraum-Simulationen einbringen, verzahnen wir Forschung und Praxis und tragen dazu bei, dass KI-Agenten im Schockraum künftig einen spürbaren Fortschritt für die Notfallversorgung bringen könnten«, erklärt Jerome Defosse, Leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin der Kliniken der Stadt Köln.

Direkt im Krankenhaus einsetzbar

Die KI-Anwendung kann im sogenannten Cloud-Edge-Kontinuum direkt im Krankenhaus auf eigenen Rechnern ohne Verbindung zum Internet oder über die Cloud betrieben werden. Die Daten sind so streng geschützt und liegen nur im europäischen Raum nach europäischen Standards für Datensicherheit.

Für Prozesse, die schnell abgeschlossen sein müssen, wird die sogenannte Edge genutzt. Darunter versteht man lokale Sensoren, Maschinen oder Geräte. Sie filtern, übersetzen, verteilen, optimieren oder komprimieren Daten dort, wo sie erzeugt werden. Die lokale Verarbeitung reduziert Latenzzeiten, entlastet die Bandbreite des Netzwerks und stellt sicher, dass die Produktion auch dann fortläuft, wenn die Internetverbindung ausfällt.

Training der KI erfolgt in der Cloud

Zeitunabhängige, langwierige und rechenintensive Aufgaben erfolgen in der Cloud. Dazu zählt beispielsweise das fortlaufende Training des KI-Algorithmus. Auch Simulationen führt man in der Cloud aus. Hier sind Speicherplatz und Rechenleistung skalierbar, die Kosten überschaubar und Anfangsinvestitionen gering.

An konkreten Technologielösungen im Bereich Edge-Cloud-Continuum forscht das Fraunhofer Cluster of Excellence Cognitive Internet Technologies CCIT.

Einsatz ab Sommer 2026 geplant

Ein vor Ort im Krankenhaus laufender Prototyp, der auch offline voll funktioniert, ist voraussichtlich ab Sommer 2026 bereit.

Das einjährige Projekt zur Entwicklung des Prototyps anhand von Schockraumsimulationen startete im September. Grundlage hierfür ist ein modularer Software-Baukasten für die KI-Lösungen.

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.