Medizintechnik 16.04.2004, 18:29 Uhr

Sie wissen, wie wir gesund bleiben

Das Geschäft im Dienste der Gesundheit ist international. Beste Chancen haben polyglotte Einsteiger mit Auslandserfahrung.

Als Exoten gelten sie schon lange nicht mehr – die Ingenieure in der Medizintechnik. Immerhin hat die Fachhochschule Gießen schon vor 30 Jahren den (damals) so genannten „Gesundheitsingenieur“ kreiert. Doch dass ein Ingenieur mit Universitätsdiplom auf Medizintechnik setzt, ist nach wie vor alles andere als die Regel. Die weitaus meisten Ingenieure machen den Abschluss in einer der Mainstream-Richtungen. So hatte auch Seyfi Ceyhan noch bis kurz vor dem Examen geplant, einmal als Nachrichtentechniker tätig zu sein. Das Feld der Medizintechnik geriet erst während seiner Zeit als Trainee im Siemens Graduate Programme ins Visier des heute 30-Jährigen. Ceyhan ist bei Siemens Medical Solutions im Geschäftsgebiet Health Services für den Bereich e-communication zuständig – und mit seiner Aufgabe hoch zufrieden: „Der Kundenstamm bei uns ist schon anders als beispielsweise in der Automobilindustrie. Wir kommunizieren mit Ärzten und Mitarbeitern in Krankenhäusern.“ Der Ingenieur für Elektrotechnik betont: „Für mich ist es eine Herausforderung zu erfahren, welche Bedürfnisse unsere Ansprechpartner haben.“ Sein Rat an Studenten kurz nach dem Vordiplom: „Gehen Sie auch auf Industriemessen. Informieren Sie sich direkt bei den Unternehmen und nehmen Sie früh Kontakt auf, denn sonst erfahren Sie von interessanten Einsatzmöglichkeiten für Ingenieure vielleicht nur dann, wenn Ihr Professor für ein nicht so gängiges Gebiet zufällig eine Vorliebe hat.“
Auf einen solchen Zufall sind die Studenten der Fachrichtung Medizintechnik an der FH Gießen natürlich nicht mehr angewiesen, doch bis zum Examen müssen sie noch so manche Hürde nehmen. „Das Studium ist interdisziplinär angelegt. Es qualifiziert für eine Tätigkeit an der Schnittstelle zwischen Ärzten, Pflegern und verschiedenen Bereichen innerhalb von Firmen wie Applikation, Service, Qualitätsmanagement, Marketing und Vertrieb. Wer ganz gezielt in die Geräteentwicklung will, muss nicht Medizintechnik studieren,“ erklärt Vera Dammann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FH Gießen. Auf einen Punkt weist die Diplomingenieurin deutlich hin: „Das Studium ist sehr anspruchsvoll. Die wenigsten Professoren sind Ingenieure für Medizintechnik – ihre Fachgebiete sind Physik, Anatomie, Physiologie, (Bio)-Chemie, Elektrotechnik, Maschinenbau, Datenverarbeitung oder BWL mit der Anwendung in der Medizintechnik.“ Für die Studenten sei es anfangs nicht einfach, diese verschiedenen Bereiche zusammenzubringen, doch die späteren Berufsaussichten seinen ausgesprochen gut. „Studenten sollten relativ früh eine Vorstellung entwickeln, wo sie einmal landen möchten,“ empfiehlt Vera Dammann, „und sich die Zeit nehmen, auch auf internationalen Messen wie der Medica Informationen einholen.
„Die Nachfrage nach qualifizierten Ingenieuren für Medizintechnik ist gewaltig,“ meint Günter A. Schillinger, Geschäftsführer der Schillinger (BDU) Unternehmens- und Personalberatung in Laudenbach. „Ingenieure, die sich für Medizintechnik entscheiden, setzen auf ein sicheres Pferd. Der Stellenmarkt wächst seit über 30 Jahren kontinuierlich zwischen 5 % und 12 % jährlich,“ versichert der Branchenkenner. Das sei nicht so spektakulär wie in der IT in deren Boomphase, aber eben solide. „Wir vermitteln pro Jahr 400 bis 600 Positionen im medizintechnischen Bereich. Etwa 20 % sind Anfänger. Diplom-Ingenieure beginnen bei einem Einstiegsgehalt von jährlich 35 000 € bis 45 000 €, plus Prämien und Zulagen,“ informiert Schillinger. Eins hätten erfolgreich platzierte Jungingenieure gemeinsam: „Sie können nicht nur die üblichen Qualifikationen – jung, flexibel, motiviert und interessiert – vorweisen, sie überzeugen durch ihre Persönlichkeit, und nicht allein durch gute Noten, sie haben einen multikulturellen Background, und sie beherrschen Fremdsprachen.“ Vera Dammann unterstreicht: „Medizintechnik ist ein internationales Geschäft. Daher ist Auslandserfahrung ungeheuer hilfreich für eine Karriere in der medizintechnischen Industrie.“ Damit kann Seyfi Ceyhan dienen. Im Rahmen des Graduate Programme von Siemens konnte er bereits 16 Monate in den USA Erfahrungen sammeln, und neben Türkisch und Deutsch spricht er Englisch und Französisch: Beste Voraussetzungen also für eine Karriere im globalen Markt. BRIGITTE THURN

Ein Beitrag von:

  • Brigitte Thurn

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