Aachen führt Telenotarzt-Dienst ein 20.03.2014, 16:33 Uhr

Schnelle und sichere Versorgung am Unfallort: Notarzt hilft online

Aachen führt ein neues Rettungssystem ein, bei dem die Sanitäter zunächst online von einem Notarzt unterstützt werden.  Dieser gibt eine erste Diagnose ab und begleitet die Behandlung virtuell, bis ein Kollege vor Ort beim Unfallopfer eintrifft. 

Bis ein Notarzt am Unfallort eintrifft, vergeht oft viel Zeit. Die Stadt Aachen setzt künftig auf einen Telenotarzt, der sich mit den Rettungssanitätern vor Ort online austauscht, eine Erstdiagnose erstellt und die Erstversorgung virtuell begleitet.  

Bis ein Notarzt am Unfallort eintrifft, vergeht oft viel Zeit. Die Stadt Aachen setzt künftig auf einen Telenotarzt, der sich mit den Rettungssanitätern vor Ort online austauscht, eine Erstdiagnose erstellt und die Erstversorgung virtuell begleitet.  

Foto: dpa/Carsten Rehder

Bis dahin vergeht oft viel zu viel Zeit. Insbesondere bei entlegenen Einsätzen in ländlichen Gebieten dauert es zunehmend länger, bis die notärztliche Versorgung vorgenommen werden kann. Dabei spielt auch der steigende Ärztemangel eine große Rolle.

Dem Beschluss der Stadt Aachen, einen Telenotarzt-Dienst einzuführen, sind sieben Jahre Forschung und Entwicklung vorausgegangen. Der erste Telenotarzt wird auf der Wache Nord in der Redundanzleitstelle der Berufsfeuerwehr stationiert. Später soll er seinen Platz an der Hauptfeuerwache bekommen.

Live-Übertragung aus dem Rettungswagen 

Für die Teleberatung wird Technik des Ingenieurdienstleisters P3 communications eingesetzt. P3 entwickelte eine Kommunikationseinheit mit zuverlässiger Live-Übertragung von Sprache und diagnoserelevanter Daten des Patienten. Vitalparameter wie Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck werden an den Telenotarzt weitergeleitet. Bei Bedarf können auch Fotos oder Videomaterial aus dem Rettungswagen zur Leitstelle übermittelt werden.

Um sich ein erstes Bild des Patienten machen zu können, nimmt der Notarzt online zunächst eine strukturierte Abfrage über den Zustand des betroffenen Patienten vor. Er gibt den Rettungssanitätern Hilfestellung bei der ersten Diagnose und schlägt bereits therapeutische Maßnahmen vor, um so eine optimale Versorgung des Patienten zu ermöglichen. Zudem kann die Klinik, in die der Patient eingeliefert wird, bereits vorab informiert werden. Eine spezielle Dokumentationssoftware hilft dem Notfallmediziner dabei.

System hat bereits zahlreiche Tests erfolgreich gemeistert  

Das telemedizinische Rettungsassistenzsystem wird seit 2007 entwickelt. Erste Machbarkeitsstudien wurden bis zum Jahr 2010 vorgenommen. Im Jahr 2012 wurde das System in fünf verschiedenen Rettungsdienstbereichen in Nordrhein-Westfalen (Aachen, Köln, Euskirchen, Heinsberg, Düren) online getestet und weiter optimiert. Das Innovationsministerium NRW unterstützte das Projekt TemRas drei Jahre lang.

Die Entwicklung des telemedizinischen Rettungsassistenzsystems wird von der RWTH Aachen koordiniert. Beteiligt sind die Klinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Aachen, P3 communications sowie Philips Healthcare und 3M Medica.  

Von Petra Funk

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