Pflege 13.05.2025, 19:00 Uhr

Roboter unterstützt ältere Menschen beim Gehen und Aufstehen

Ein neuer Roboter namens E-BAR könnte die Altenpflege verändern. Entwickelt von MIT-Ingenieuren, dient er als mobiler Lenker, der ältere Menschen beim Gehen und Aufstehen unterstützt und sogar vor Stürzen bewahrt. Angesichts der alternden Bevölkerung und des Mangels an Pflegekräften bietet der Roboter eine potenzielle Lösung für die Herausforderungen der häuslichen Pflege.

Eine Pflegerin hilft einer älteren Frau auf Krücken.

Tätigkeiten wie Hilfe beim Gehen oder Aufstehen könnten Roboter übernehmen - und so Pflegekräfte entlasten.

Foto: © PantherMedia / Dmyrto_Z

Die Bevölkerung der USA altert rapide, was die Pflege älterer Menschen zur Herausforderung macht. Um diesem Problem zu begegnen, hat ein Forscherteam des Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Elderly Bodily Assistance Robot (E-BAR) entwickelt. Dieser mobile Roboter fungiert als eine Art Lenker, der älteren Menschen beim Gehen und Aufstehen Unterstützung bietet und sie vor Stürzen schützt. E-BAR kann das volle Körpergewicht einer Person tragen und sie mithilfe seiner Arme in einer natürlichen Bewegung vom Sitzen in den Stand und umgekehrt bewegen. Zudem ist der Roboter mit Airbags ausgestattet, die sich bei einem drohenden Sturz aufblasen und die Betroffenen auffangen. Mittels dieses neuen Designs hoffen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Stürze zu verhindern, die bei über 65-Jährigen die häufigste Ursache für Verletzungen sind.

Laut Harry Asada, Professor am MIT, unterschätzen viele ältere Menschen das Sturzrisiko und lehnen umständliche Hilfsmittel ab. Andere wiederum überschätzen die Gefahr und trainieren möglicherweise zu wenig, was zu einer nachlassenden Mobilität führt. „Unser Konzept sieht vor, älteren Menschen mit Gleichgewichtsstörungen Roboterlenker zur Stabilisierung ihres Körpers zur Verfügung zu stellen“, erklärt Asada. E-BAR lässt sich überall hin mitnehmen und bietet jederzeit die nötige Unterstützung. In der aktuellen Version wird der Roboter noch per Fernbedienung gesteuert, doch zukünftig soll er weitgehend autonom agieren und dem Nutzer selbstständig folgen können. Zudem arbeitet das Team daran, das Gerät schlanker und wendiger zu gestalten, damit es auch in beengten Räumen manövrierbar ist.

E-BAR: Ein Roboter für mehr Selbstständigkeit im Alter

Roberto Bolli, Doktorand am MIT und Designer von E-BAR, sieht in der Altenpflege die nächste große Herausforderung. Demografische Trends deuten auf einen Mangel an Pflegekräften, eine steigende Zahl älterer Menschen und deren Wunsch, in den eigenen vier Wänden zu altern, hin. „Wir sehen darin ein unerforschtes Terrain, aber auch interessante Ziele für die Robotik“, sagt Bolli. Bei der Entwicklung von E-BAR ging es Asada und Bolli darum, einen Roboter zu schaffen, der sich sicher und unauffällig mit einer Person bewegt. Wichtig war ihnen auch, auf Gurtzeug zu verzichten, um Nutzenden mehr Unabhängigkeit und Mobilität zu ermöglichen. „Ältere Menschen tragen in der Regel nicht gerne Gurte oder Hilfsmittel“, erklärt Bolli.

Bei der Konzeption von E-BAR standen die Anforderungen des Alterns im eigenen Zuhause oder in Pflegeeinrichtungen im Fokus. Auf Basis von Gesprächen mit Senioren und Pflegekräften definierten die Forschenden mehrere Designkriterien: Der Roboter muss durch Wohnungstüren passen, einen vollen Schritt ermöglichen und das gesamte Körpergewicht tragen können, um Gleichgewicht, Haltung und den Übergang zwischen Sitzen und Stehen zu erleichtern. E-BAR verfügt über eine 220 Pfund schwere Basis mit Rädern, die Bewegungen in jede Richtung ohne Drehung erlauben. Aus der Basis ragt ein gelenkiger Körper aus 18 Gliedern heraus, der sich wie ein Kran zusammenfalten lässt. Zwei U-förmige Arme mit Griffen bieten zusätzlichen Halt.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Landkreis Grafschaft Bentheim-Firmenlogo
Klimaschutzkoordinator*in (m/w/d) Landkreis Grafschaft Bentheim
Nordhorn Zum Job 
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter / Bauleiter (m/w/d) Netzbau und Anlagenbau Strom Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG-Firmenlogo
Ingenieur Messstellenbetrieb Erdgas, Wasser und Wärme (w/m/d) Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
Frankfurt am Main Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
MVV Biogas GmbH-Firmenlogo
Betriebsingenieur Biogas (m/w/d) MVV Biogas GmbH
Barby, Bernburg (Saale), Dresden, Wanzleben-Börde, Kroppenstedt, Staßfurt Zum Job 
Gemeinde Pullach i. Isartal-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) für den technischen Bauunterhalt Gemeinde Pullach i. Isartal
Pullach i. Isartal Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur/ Projektleiter (m/w/d) Medizintechnik (CT) und Windkraft Asien Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Aarsleff Rohrsanierung GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Aarsleff Rohrsanierung GmbH
Röthenbach Zum Job 
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
Staatliches Baumanagement Hannover-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Hannover
Hannover Zum Job 
Koehler Paper-Firmenlogo
Produktionsingenieur (m/w/d) Papier Koehler Paper
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur - Oberbauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Stuttgart Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Messe Berlin GmbH-Firmenlogo
Teamleiter:in (m/w/d) Einkauf für Bau- und Planungsleistungen Messe Berlin GmbH
Klinikum Leverkusen Service GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) für das Bauprojektmanagement Klinikum Leverkusen Service GmbH
Leverkusen Zum Job 
Ruhrbahn GmbH-Firmenlogo
Referent (w/m/d) Multiprojektmanagement Ruhrbahn GmbH
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
Wissenschaftliche:r Koordinator:in der Graduiertenschule HITEC im Bereich Energie- und Klimaforschung (w/m/d) Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Zum Job 

Roboter im Test: Erfolgreicher Einsatz in Alltagssituationen

Das Forscherteam testete E-BAR im Labor mit älteren Freiwilligen in verschiedenen Haushaltsszenarien. Dabei zeigte sich, dass der Roboter die Person aktiv unterstützen konnte, wenn sie sich bückte, um etwas vom Boden aufzuheben, oder sich streckte, um einen Gegenstand aus einem Regal zu nehmen – Aufgaben, die bei Gleichgewichtsproblemen gefährlich werden können. Zudem war E-BAR in der Lage, die Person anzuheben und ihr über den Rand einer Badewanne zu helfen. Bolli sieht in E-BAR eine Lösung für Senioren, die noch über eine gewisse Muskelkraft verfügen, aber Unterstützung bei Alltagsaktivitäten benötigen. „Es ist spannend zu sehen, wie die Technologie in realen Szenarien eingesetzt wird“, freut sich der Doktorand.

Während die aktuelle Version von E-BAR noch nicht in der Lage ist, Stürze vorauszusehen, arbeitet ein anderes Projekt in Asadas Labor unter Leitung der Doktorandin Emily Kamienski an Algorithmen mit maschinellem Lernen, die einen Roboter in Echtzeit auf das individuelle Sturzrisiko der Nutzenden reagieren lassen. „Die Lebensumstände älterer Menschen können sich alle paar Wochen oder Monate ändern“, sagt Asada. „Wir möchten eine kontinuierliche Unterstützung bieten, wenn sich die Behinderung oder Mobilität einer Person mit dem Alter ändert.“ Die Forschung wurde teilweise von der National Robotics Initiative und der National Science Foundation gefördert.

Robotik als Schlüssel für eine menschenwürdige Pflege im Alter

E-BAR und ähnliche Roboter könnten in Zukunft eine entscheidende Rolle dabei spielen, älteren Menschen ein selbstbestimmtes und sicheres Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels in der Pflege bietet die Robotik mögliche Lösungen, um die Herausforderungen der Altenpflege zu meistern. Dabei geht es nicht darum, menschliche Zuwendung und Fürsorge zu ersetzen, sondern vielmehr darum, Pflegekräfte zu entlasten und Senioren ein Plus an Autonomie und Lebensqualität zu schenken.

Ein Beitrag von:

  • Julia Klinkusch

    Julia Klinkusch ist seit 2008 selbstständige Journalistin und hat sich auf Wissenschafts- und Gesundheitsthemen spezialisiert. Seit 2010 gehört sie zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Klima, KI, Technik, Umwelt, Medizin/Medizintechnik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.