Medizintechnik 26.11.2004, 18:35 Uhr

Mit Optimismus und Qualität in die Zukunft

VDI nachrichten, Düsseldorf, 26.11.04 -Irland hat sich für internationale Unternehmen der Medizintechnik zu einem bevorzugten Standort entwickelt. In ihrem Windschatten ist die Branche im Land auf mehr als 21.000 Beschäftigte in 110 Unternehmen angewachsen. Und die Medizintechnik in Irland boomt weiter.

Irland: Knapp 4 Mio. Einwohner, gesundes Wirtschaftswachstum, zufriedene Gesichter. Es ist nicht allzu lange her, da galt Irland noch als das ärmste Land der EU. Inzwischen würden sich die Regierungschefs vieler EU-Staaten glücklich schätzen, würden sie nur annähernd irische Verhältnisse erreichen.
Den Wandel von der grünen, aber armen Insel – die außer Schafen und Butter nicht allzu viel zu bieten hatte – zum „Keltischen Tiger“ schafften die Iren innerhalb kürzester Zeit. Eine der Grundlagen: Eine Sozialpartnerschaft zwischen Regierung, Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die bis heute funktioniert und in vielen Bereichen weiter Früchte trägt.
Beispiel Medizintechnik: Dreizehn der 25 größten Unternehmen der Medizintechnik haben sich in Irland angesiedelt. In ihrem Windschatten ist die Branche in Irland rasant gewachsen. Mehr als 21 000 Beschäftigte in 110 Unternehmen generieren jährliche Umsätze von über 4 Mrd. €. Die Wachstumsrate betrug in den vergangenen Jahren nahezu 10 %. Und die Branche boomt weiter.
Führende internationale Unternehmen wie Abbott, Boston Scientific, Guidant, Medtronic und Tyco Healthcare, die zusammen allein 18 Produktionsstätten in Irland betreiben, bedienen den Weltmarkt von dort aus. Aus diesen internationalen Unternehmen stammen die meisten Firmengründer, die die umfangreiche medizintechnische Zulieferindustrie und andere medizintechnologische Betriebe gegründet haben. Vor allem in Galway, dem Technologiezentrum im Westen Irlands, und in der Hauptstadt Dublin haben sich inzwischen größere Schwerpunkte für die Medizintechnik gebildet. Gefertigt wird, was der Markt verlangt. Der Weltmarkt versteht sich. Von medizinischen Schläuchen über die Mikropräzisionsbearbeitung für medizinische Geräte bis hin zu medizinischen Filtern, Spezialverpackungen und Etikettierungssystemen es gibt nichts, was die irischen Unternehmen nicht produzieren könnten. Hauptsache ist, die Qualität stimmt, denn nur die gewährleistet den Absatz in den Exportmärkten. Viele der jungen Unternehmen haben sich in ihrem Bereich inzwischen zu Marktführern entwickelt.
Der Schmierstoff für die erfolgreiche Entwicklung und das weitere Wachstum der Branche sind gut ausgebildete Fachkräfte, das wissen auch die Unternehmer und der Staat. Irland verfügt heute über eines der besten Ausbildungssysteme weltweit. Das bestätigen unter anderem die Pisa-Studien. Irland zählt hier zu den besten Zehn. Fast 1 Mio. Menschen sind in der Ausbildung – ein Viertel der Gesamtbevölkerung. 60 % der Schulabgänger absolvieren ein Hochschulstudium, die Mehrzahl in Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen und Informationstechnik.
„Unsere Leute sind das wichtigste Kapital“, bekräftigt etwa Cormac G. Kilty, Chief Executive von Biotrin in Dublin. Das Unternehmen produziert unter anderem einen Röteltest.
Die wichtigsten Märkte für Biotin sind die USA und Deutschland. „Sechs Prozent der Schwangeren in den USA werden von Biotin getestet“, erklärt Kilty, der seinen 56 Mitarbeitern – darunter zehn in Forschung und Entwicklung – ein Bonussystem bietet, um sie bei der Stange zu halten. Der Kampf um die besten Köpfe hat Irland längst erreicht.
Auf gute Leute ist auch Kenilworth angewiesen. Der Spezialist für selbstklebende Etiketten mit Sitz in Dublin ist international als der weltweit führende Hersteller von Etikettierungssystemen für pharmazeutische Produkte anerkannt. 95 Beschäftigte zählt der Produktionsbetrieb in Irland, Verkaufsbüros unterhält das Unternehmen in Paris, Madrid und in Großbritannien. Für viele der internationalen Kunden ist Kenilworth Alleinlieferant. „Zu halten ist diese Stellung nur, wenn die Qualität stimmt“, weiß Managing Director Garry Saul. Die erreicht er mit Maschinen aus Japan und Deutschland und gut ausgebildeten Mitarbeitern.
Der Bedarf an Fachkräften ist wegen des anhaltenden Booms inzwischen so groß, dass die Unternehmen spezielle Programme auflegen. Bei Creganna etwa setzt man alles daran, Frauen nach der Schwangerschaft in den Betrieb zurückzuholen. 340 Beschäftigte zählt der Betrieb in Galway, der einen vollständigen Design-, Entwicklungs- und Fertigungsservice für OEMs medizinischer Geräte bietet und u. a. Katheter und Stents fertigt. Innerhalb von zwei Jahren ist der Betrieb von 100 auf 300 Beschäftigte angewachsen. Allein in diesem Jahr sucht das Unternehmen 45 neue Ingenieure.
„Unsere Kosten sind durchaus vergleichbar mit denen in Deutschland oder Frankreich“, erklärt CEO Ian Quinn. Erklärtes Ziel daher: „Wir müssen ständig neue Entwicklungen schaffen und Qualität sichern.“ J. KLEIN

 

Ein Beitrag von:

  • Jochen Klein

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