Ein Jahr nach Warstein 13.06.2014, 11:21 Uhr

Legionellen: VDI fordert Registrierungspflicht für Kühlanlagen

Der VDI hat ein Jahr nach der Legionellenkatastrophe von Warstein eine Registrierungspflicht für so genannte Rückkühlanlagen gefordert. Immer noch gebe es keinen Überblick, wo solche Anlagen, die Wärme im offenen Wasserkreislauf abkühlen, betrieben werden. 

Die Produktionsgebäude der Warsteiner-Brauerei im Sauerland: Ein Jahr nach dem Legionellenskandal mit zwei Todesfällen fordert der VDI eine Registrierungspflicht für Rückkühlanlagen.

Die Produktionsgebäude der Warsteiner-Brauerei im Sauerland: Ein Jahr nach dem Legionellenskandal mit zwei Todesfällen fordert der VDI eine Registrierungspflicht für Rückkühlanlagen.

Foto: dpa

Von solchen Anlagen geht potenziell die Gefahr aus, dass sie gefährliche Legionellen über die Luft in die Umgebung abgeben. „Alle Betreiber von Rückkühlanlagen werden aufgefordert sich zu melden“, verlangt deshalb Wolfgang Neuhaus vom NRW-Umweltministerium.

Bislang keine Registrierungspflicht für Rückkühlsysteme

„Ein Großteil von Anlagen mit Rückkühlsystemen unterliegt bislang keiner Registrierung“, kritisiert Rainer Kryschi, stellvertretender Vorsitzender des VDI-Fachausschusses Sanitärtechnik, gegenüber den VDI nachrichten. „Deren sicherer Betrieb ist aber Pflicht.“ 

Der VDI hat nun zwei Richtlinien-Entwürfe vorgelegt, die sich mit der Betriebssicherheit von Rückkühlanlagen unter Hygieneaspekten und der Risikobewertung von legionellenhaltigen Aerosolen befassen. „Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland massiv hinterher, wenn es um die Regulierung von nassen Rückkühlanlagen geht“, unterstreicht der Legionellenexperte Martin Exner, Leiter des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn.

Legionellen können sich sehr gut in Rückkkühlanlagen entwickeln. Nach einer neuen Studie können sich Legionellen über die flüchtigen Aerosole bis zu zehn Kilometer weit verbreiten.

Legionellen können sich sehr gut in Rückkkühlanlagen entwickeln. Nach einer neuen Studie können sich Legionellen über die flüchtigen Aerosole bis zu zehn Kilometer weit verbreiten.

Foto: dpa/Janice Haney Carr/CDC

Legionellen würden völlig unterschätzt. Exner geht davon aus, dass Legionellenerkrankungen oft gar nicht erkannt werden. „Neun Prozent aller Lungenentzündungen sind legionellenbedingt“, schätzt der Hygiene-Professor.

Mit den Aerosolen können sich Legionellen über größere Strecken verbreiten

Wie potenziell gefährlich Anlagen sind, die mit offenem, warmem Wasser arbeiten, zeigt ein Projekt des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wasserforschung IWW in Mülheim an der Ruhr im Auftrag des Umweltbundesamtes. Die Forscher um Martin Strathmann haben in der neuen Studie herausgefunden, dass sich Kühltürme zu regelrechten Legionellenschleudern entwickeln können.

„Bakterien finden sich gleich batzenweise an den Wänden der Kühlturmtasse“, sagte Strathmann den VDI nachrichten. „Mit den Aerosolen, die aus den Kühltürmen entweichen, können sie dann bis zu zehn Kilometer weit ins Umland getragen werden.“ In Kühltürmen mit effektivem Tropfenabscheider aber konnten die Mülheimer Forscher keine Legionellen kulturell nachweisen.

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