Operationsrisiko minimieren 17.10.2025, 15:00 Uhr

KI erkennt Komplikationen im OP, bevor es die Ärzte bemerken

Im Operationssaal zählt oft jede Sekunde: Ärztinnen und Ärzte überwachen Herzschlag, Blutdruck und Atmung – doch Warnsignale kommen meistens erst, wenn es bereits kritisch wird. Das Projekt TRANSFER des Technologieentwicklers SectorCon will das ändern: Mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) sollen Komplikationen erkannt werden, bevor sie entstehen und so Leben gerettet werden, noch bevor Gefahr droht.

Das System ConCardiac AIR von SectorCon überwacht während Operationen den Kreislauf – und warnt dank KI, bevor Komplikationen entstehen.

Das System ConCardiac AIR von SectorCon überwacht während Operationen den Kreislauf – und warnt dank KI, bevor Komplikationen entstehen.

Foto: Smarterpix/Kalinovskiy

In Deutschland gibt es jährlich 16 Millionen chirurgischer Eingriffe – 10 % davon verlaufen mit Komplikationen. Diese führen oft zu Folgeerkrankungen, wie Herzinfarkten oder Nierenversagen. In Industrieländern ist postoperative Sterblichkeit aktuell die dritthäufigste Todesursache.

Wenn der Eingriff zu spät kommt

Aktuelle Überwachungssysteme erlauben es Anästhesistinnen und Anästhesisten meist erst einzugreifen, wenn eine kritische Situation bereits eingetroffen ist, beispielsweise bei einem drastischen Abfall des Blutdrucks oder der Herzfrequenz.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadtverwaltung Gera-Firmenlogo
Projektingenieure (m/w/d) Stadtverwaltung Gera
WOLFF & MÜLLER-Firmenlogo
Oberbauleiter Hochbau (w/m/d) WOLFF & MÜLLER
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Konstruktion und Entwicklung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Autoland AG-Firmenlogo
Oberbauleiter Tiefbau / Dipl. Ing. Tiefbau (m/w/d) Autoland AG
Sandersdorf-Brehna Zum Job 
Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Inhouse Application Consultant (m/w/d) Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Dortmund Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Projektleitung (m/w/d) Bau und Erhaltung Strecke Die Autobahn GmbH des Bundes
Technische Hochschule Augsburg-Firmenlogo
Professur (W2) für Nachhaltigkeit und Digitalisierung in Produktionsprozessen Technische Hochschule Augsburg
Augsburg Zum Job 
EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG-Firmenlogo
OT Specialist / Operational Technology Engineer (w/m/d) EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG
TenneT-Firmenlogo
Servicetechniker Instandhaltung Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
Humanetics Europe GmbH-Firmenlogo
Senior R&D Electronic Engineer (m/w/d) Humanetics Europe GmbH
Rheinmünster Zum Job 
Humanetics Europe GmbH-Firmenlogo
R&D Software Engineer SQL & ERP Applications (m/w/d) Humanetics Europe GmbH
Rheinmünster Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Konstruktiver Ingenieurbau (m/w/d) Hennigsdorf Die Autobahn GmbH des Bundes
Hennigsdorf Zum Job 
Dawonia-Firmenlogo
Techniker Propertymanagement (m/w/d) in der Immobilienwirtschaft Dawonia
München Zum Job 
AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH-Firmenlogo
Sachgebietsleiter Bau (m/w/d) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH
AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH
medac pharma production GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) medac pharma production GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Qualifizierung Kfz- Prüfingenieur/-in (m/w/d) bzw. Kfz- Sachverständige/-r (m/w/d) TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Heppenheim, Bischofsheim Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Techniker Zutrittskontrolle & Videoüberwachung / Datacenter Engineer (m/w/d) noris network AG
Nürnberg Zum Job 
fripa  Papierfabrik Albert Friedrich KG-Firmenlogo
Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d) fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG
Miltenberg Zum Job 
ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie-Firmenlogo
(Senior) Manager / Referent Elektroniksysteme (w/m/d) ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie
Frankfurt am Main Zum Job 

Transfer – Vorausschauendes Monitoring im OP

SectorCon arbeitet derzeit an der Entwicklung des Medizingeräts ConCardiac AIR – ein nicht-invasives Monitoring-System zur Überwachung der Kreislaufsituation von Patientinnen und Patienten während einer Operation. Diese Sensortechnik soll Instabilitäten frühzeitig erkennen und so Komplikationen verhindern.

Die Datenplattform Transfer trägt zu dieser Entwicklung bei. Sie soll mithilfe von künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen die Anästhesieüberwachung weiterentwickeln und die Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessern.

Patientendaten trainieren Transfer

Die Trainingsdaten für Transfer liegen bereits vor: Es handelt sich um anonymisierte Informationen von mehr als 300.000 Patientinnen und Patienten der Charité Berlin. Mehr als 9 Mio. Datenpunkte, beispielsweise Vitaldaten der Anästhesie, biometrische Daten oder Daten zur Medikation, bieten die Grundlage für die Entwicklung des KI-Modells.

Präventiv statt reaktiv: Monitoring ohne Eingriff

Die neue Überwachungsmethode ist nicht-invasiv und beinhaltet eine durchgehende Messung der Pulswellenlaufzeit (PTT) an mehreren Körperstellen für bis zu 24 Stunden. Die PTT zeigt an, wie lange der Puls vom Herzen zu anderen Körperteilen braucht und verrät viel über den Blutdruck eines Menschen. Diese Methode gibt den Ärztinnen und Ärzten ein umfassendes Bild über den gesamten Kreislauf, sodass schneller therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden können. Da die Ermittlung der PTT mit ConCardiac AIR an mehreren Stellen zugleich erfolgt, was bei herkömmlichem Monitoring nicht möglich ist, kann die Messung dazu beitragen, schwere Komplikationen zu vermeiden.

Transfer dient dabei als KI-basiertes und in Echtzeit agierendes Unterstützungssystem, das präzise Prognosen und maßgeschneiderte Therapieempfehlungen während chirurgischer Eingriffe ermöglicht. So kann ein zu niedriger Blutdruck oder eine eingeschränkte Durchblutung frühzeitig erkannt werden.

Operationsrisiko dank KI minimieren

Dieses Modell kann in Zukunft auch für andere Anwendungsfälle in der Anästhesiologie geschult werden, beispielsweise bei der Notwendigkeit einer Bluttransfusion. Es dient daher nicht nur der Sicherheit der Patientinnen und Patienten, sondern verbessert auch die Behandlung dieser. Zudem ermöglicht es vorausschauend auf drohende Änderungen zu reagieren, sodass Komplikationen vermieden werden können.

Ein Frühwarnsystem wäre besonders vorteilhaft für Patientinnen und Patienten mit  Vorerkrankungen oder erhöhtem Risiko für Komplikationen. Besonders bei älteren Menschen müssen Eingriffe auch postoperativ begleitet werden – mit einer vorausschauenden Behandlung könnten Krankenhauskosten gesenkt und Freiräume für eine notwendige intensive Betreuung eröffnet werden.

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.