18 AFFEN geheilt 01.09.2014, 11:49 Uhr

Kanadische Forscher melden Durchbruch im Kampf gegen Ebola

Im Wettlauf gegen die Ebola-Seuche melden kanadische Forscher einen Erfolg: Das Medikament ZMapp sei an 18 infizierten Affen getestet worden und habe alle Tiere geheilt. Allerdings gibt es noch Zweifel, ob das Medikament an Menschen genauso wirkt.

Soldat im Slum von Monrovia in Liberia: Inzwischen ist Ebola in fünf afrikanischen Ländern ausgebrochen und hat 1600 Todesopfer gefordert. Forscher arbeiten Tag und Nacht an Medikamenten, die die Seuche bekämpfen können.

Soldat im Slum von Monrovia in Liberia: Inzwischen ist Ebola in fünf afrikanischen Ländern ausgebrochen und hat 1600 Todesopfer gefordert. Forscher arbeiten Tag und Nacht an Medikamenten, die die Seuche bekämpfen können.

Foto: dpa

Eine Forschergruppe der kanadischen Gesundheitsbehörde hatte 18 Rhesusaffen mit dem Virus infiziert. Drei bis fünf Tage später begannen sie mit der Behandlung. Selbst die Affen, die schon starke Symptome wie Blutungen und Leberschäden zeigten, hätten überlebt, berichten die Wissenschaftler im Magazin Nature.

Drei Wochen nach Beginn der Therapie seien keine Viren mehr im Blut der Tiere nachweisbar gewesen.

In Tabakpflanzen wird das neue Medikament ZMapp hergestellt, das jetzt 18 an Ebola erkrankte Rhesusaffen geheilt hat. 

In Tabakpflanzen wird das neue Medikament ZMapp hergestellt, das jetzt 18 an Ebola erkrankte Rhesusaffen geheilt hat. 

Foto: KENTUCKY BIOPROCESSING

Das von einem US-Unternehmen entwickelte Mittel ZMapp kombiniert verschiedene Antikörper, die das Virus angreifen und unschädlich machen. Sie werden durch Infektion von Mäusen mit Teilen des Erregers erzeugt, mithilfe biochemischer und gentechnischer Verfahren modifiziert und dann in Tabakpflanzen herangezogen.

Wirkung von ZMapp beim Menschen noch  unklar

Die kanadischen Mediziner sehen den Test als großen Erfolg im Kampf gegen Ebola. Die Wirkung von ZMapp ist damit erstmals in einem systematischen Test nachgewiesen. Doch die Sache hat gleich mehrere Haken: Das Mittel ist derzeit nicht verfügbar und muss erst neu hergestellt werden, was noch Monate dauern dürfte. Außerdem nutzten die kanadischen Forscher einen anderen Virus-Stamm als den, der die aktuelle Epidemie ausgelöst hat.

Umso mehr stellt sich die Frage, ob das Medikament auch am Menschen wirkt. ZMapp wurde bislang vereinzelt eingesetzt, obwohl es noch nicht zugelassen ist. Die Erfahrungen sind zwiespältig: Einige Menschen überlebten, andere starben trotz der Behandlung.

Weltweit wird derzeit vielerorts an Gegenmitteln und Impfstoffen gearbeitet. ZMapp ist darunter das Mittel, auf das viele Experten die größten Hoffnungen setzen.

Hilfswerk fordert bessere Betreuung der Patienten

Hilfsorganisationen kritisieren allerdings auch, dass die öffentliche Debatte sich zu sehr um Medikamente drehe. Wichtig sei in der aktuellen Situation vor allem, dass die Patienten in Afrika ausreichend versorgt werden, etwa mit Infusionen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet, dass in seinen Behandlungszentren die Todesrate bei Ebola-Infizierten auf 60 Prozent gesenkt werden konnte. Ohne intensive medizinische Betreuung liegt diese Quote nach Angaben der WHO bei 90 Prozent.

Das Ebola-Virus unter dem Mikroskop.

Das Ebola-Virus unter dem Mikroskop.

Foto: dpa/Niaid

Die Weltgesundheitsorganisation berichtete in der vergangenen Woche von 550 Neuinfektionen. Erstmals wurde auch aus dem Senegal ein Fall gemeldet, damit tritt die Krankheit jetzt in fünf afrikanischen Ländern auf – fast 1600 Menschen sind bereits daran gestorben. Fast 40 Prozent der gemeldeten Fälle habe es in den letzten drei Wochen gegeben, teilte die WHO mit.

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