Max-Planck-Institut 28.05.2025, 13:30 Uhr

Forscher verlängern das Leben von Mäusen – klappt das auch bei uns?

Die Krebsmedikamente Rapamycin und Trametinib verlängern das Leben von Mäusen um bis zu 35 %. Das Forschungsteam äußert vorsichtig die Hoffnung, dass dies auch bei Menschen möglich ist.

Maus in der Hand eines Wissenschaftlers

Mit der Kombination aus zwei Krebsmedikamenten konnten Max-Planck-Forschende das Leben von Mäusen um bis zu 35 % verlängern. Klappt das auch bei Menschen?

Foto: PantherMedia / viktor_cap (YAYMicro)

Was wäre, wenn Altern nicht nur schicksalhaft hingenommen werden müsste, sondern gezielt beeinflusst werden könnte? Forschende des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns in Köln sind dieser Frage nachgegangen – mit bemerkenswertem Ergebnis. Zwei bereits zugelassene Medikamente, Rapamycin und Trametinib, haben in einer Langzeitstudie bei Mäusen nicht nur die Lebensdauer verlängert, sondern auch die Lebensqualität im Alter verbessert. Beide Wirkstoffe stammen ursprünglich aus der Krebstherapie.

35 % längere Lebenszeit – zumindest bei Mäusen

Die Forschenden behandelten Mäuse ab einem Alter von sechs Monaten entweder mit Rapamycin, Trametinib oder einer Kombination aus beiden Substanzen. Die Ergebnisse:

  • Rapamycin verlängerte das Leben um 15 % bis 20 %.
  • Trametinib steigerte die Lebenserwartung um 5 % bis 16 %.
  • Die Kombination beider Mittel führte zu einem Plus von bis zu 35 %.

Diese Werte beziehen sich auf die mittlere und maximale Lebensdauer, abhängig vom Geschlecht der Tiere. Weibliche Mäuse profitierten mitunter stärker als männliche. Bemerkenswert ist: Die Lebenszeit wurde nicht auf Kosten der Gesundheit verlängert – im Gegenteil.

Gesünder alt werden – weniger Entzündungen, weniger Tumoren

Bei den behandelten Mäusen beobachteten die Forschenden eine deutlich reduzierte Anzahl an Tumoren, insbesondere in Leber und Milz. Altersbedingte Entzündungsprozesse – auch als „inflammaging“ bezeichnet – traten seltener auf. In Organen wie Gehirn, Milz, Niere und Muskulatur war die Entzündungsaktivität messbar geringer. Bestimmte Entzündungsmarker im Blut, darunter TNF und IL-17a, wurden ebenfalls gesenkt.

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Auch typische Alterungsanzeichen wie abnehmende Herzfunktion, zunehmendes Körpergewicht oder eine gestörte Glukoseaufnahme im Gehirn zeigten sich bei den Mäusen unter Kombinationstherapie abgeschwächt.

Unterschiedliche Wirkmechanismen im selben Netzwerk

Beide Medikamente wirken auf ein zelluläres Netzwerk, das als Ras/Insulin/TOR-Netzwerk bezeichnet wird. Es steuert Wachstumsprozesse und den Stoffwechsel. Rapamycin greift dabei in den mTOR-Signalweg ein, der u. a. mit Zellwachstum und Energiehaushalt verknüpft ist. Trametinib blockiert gezielt die sogenannte MEK/ERK-Achse innerhalb des Ras-Signalwegs.

Interessanterweise zeigte sich in der Studie, dass nicht einfach eine Dosiserhöhung beider Medikamente für den Effekt verantwortlich war. Stattdessen veränderte die Kombination die Genaktivität in den Organen auf eine spezifische Weise. Diese Unterschiede in der Genexpression traten nicht bei alleiniger Gabe der Medikamente auf.

Funktioniert der Medikamentencocktail auch bei Menschen?

Rapamycin wird bereits beim Menschen zur Unterdrückung von Immunreaktionen eingesetzt, etwa nach Organtransplantationen. Trametinib ist ein zielgerichtetes Krebsmedikament, das gegen bestimmte Mutationen in Tumorzellen wirkt. Beide Substanzen sind also prinzipiell für den Menschen zugelassen – was klinische Studien beschleunigen könnte.

Sebastian Grönke, einer der beteiligten Forschenden, erklärt: „Trametinib ist, besonders in Kombination mit Rapamycin, ein guter Kandidat, um in klinischen Studien als Geroprotektor getestet zu werden. Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse von anderen aufgegriffen und im Menschen getestet werden.“

Auch Co-Autorin Prof. Dame Linda Partridge vom UCL Institute of Healthy Ageing bleibt vorsichtig optimistisch: „Wir erwarten zwar nicht, dass sich die Lebensspanne beim Menschen ähnlich verlängert wie bei den Mäusen, aber wir hoffen, dass die von uns untersuchten Medikamente Menschen dabei helfen könnten, länger gesund und frei von Krankheiten zu bleiben.“

Der nächste Schritt: klinische Studien

Bevor ein Einsatz in der Altersmedizin denkbar ist, müssen Sicherheit, Dosis und Wirkung beim Menschen genau untersucht werden. Die Forschenden planen daher Folgeexperimente zur optimalen Verabreichung und Dosierung – zunächst weiterhin im Tiermodell.

Ein Vorteil: Da es sich nicht um neue Wirkstoffe handelt, sondern um bereits zugelassene Medikamente, ist eine Übertragung in klinische Studien einfacher. Ob diese auch im Alter des Menschen zu vergleichbaren Effekten führen, bleibt jedoch abzuwarten.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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