Mit Funktechnologie 28.01.2015, 06:55 Uhr

Gelähmte sollen Rollstuhl mit Gedankenkraft steuern

Den Rollstuhl mit Gedanken steuern: Das wollen US-Ingenieure Gelähmten mit einer Computer-Gehirn-Schnittstelle ermöglichen, die nur so groß wie ein Tankdeckel ist. Sie arbeitet mit Funktechnologie und kommt ohne schrankgroße Zusatzgeräte aus.

Die Computer-Gehirn-Schnittstelle ist nur so groß wie ein Tankdeckel. Sie ist bislang noch nicht von der Gesundheitsbehörde zugelassen. Der Hersteller verkauft sie aber schon für 15.000 US-Dollar pro Stück an die Primatenforschung.

Die Computer-Gehirn-Schnittstelle ist nur so groß wie ein Tankdeckel. Sie ist bislang noch nicht von der Gesundheitsbehörde zugelassen. Der Hersteller verkauft sie aber schon für 15.000 US-Dollar pro Stück an die Primatenforschung.

Foto: Blackrock Microsystems

Die Nachricht klingt vielversprechend. Eine Forschergruppe des US-Unternehmens Blackrock Microsystems sowie von der Brown University in Utah haben ein Gerät konzipiert, das es gelähmten Menschen ermöglichen könnte, mittels Gedankenkraft zum Beispiel einen Rollstuhl zu steuern, oder auch den Cursor eines PCs. Zwar gibt es solche Computer-Gehirn-Schnittstellen schon seit langem, die große Fortschrittlichkeit der Cereplex-W genannten Entwicklung besteht jedoch in ihrer drahtlosen Verbindung.

Bei den allermeisten der bisherigen Lösungen mussten Patienten die große Einschränkung hinnehmen, ihre Hirn-Computer-Schnittstelle nur mithilfe gleich mehrerer Fachkräfte bedienen zu können. Der Grund: Die Geräte funktionieren mit dicken Kabelverbindungen zwischen dem Kopf der Nutzer und üppigen Maschinen für die Signalverarbeitung.

Einheit zur Signalverarbeitung ist nur noch ein kleines Kästchen

Zwar gibt es bereits auch weitere Prototypen für kabellose Hirn-Computer-Schnittstellen. „Aber es gibt nichts, was wie dieses Gerät so viele Eingaben verarbeitet und Megabits über Megabits an Daten ausspuckt“, sagte Cindy Shestel, Professorin für Biomedizintechnik an der University of Michigan, gegenüber der Fachzeitschrift Technology Review.

Bei der neuen Entwicklung des Konsortiums namens BrainGate hat die Einheit zur Signalverarbeitung nicht mehr die Größe eines Regals – wie bei den meisten kabelgebundenen Lösungen –, sondern die eines Tankdeckels. Am Kopfäußeren des Patienten angebracht, empfängt und verstärkt der kleine Kasten Neuronen-Signale, die zuvor von ins Gehirn implantierten Elektroden aufgenommen werden.

Eine behinderte Schülerin sitzt in ihrem Rollstuhl im Klassenraum einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hannover. Die neue Schnittstelle könnte sogar vollständig gelähmten Leidensgenossen wieder mehr Mobilität im Alltag ermöglichen.

Eine behinderte Schülerin sitzt in ihrem Rollstuhl im Klassenraum einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hannover. Die neue Schnittstelle könnte sogar vollständig gelähmten Leidensgenossen wieder mehr Mobilität im Alltag ermöglichen.

Quelle: dpa/Holger Hollemann

Über Funk gelangen die Daten anschließend zu einem bis zu mehrere Meter entfernten Empfänger und können dort als Steuersignale genutzt werden – zum Beispiel für einen Fernseher. Die funkgebundene Übermittlung erreicht mit 48 Megabit pro Sekunde übrigens circa die Geschwindigkeit eines heimischen WLAN-Netzes.

Schnittstelle kostet 15.000 US-Dollar pro Stück

Bereits am Menschen getestet wurde bislang nur eine recht ähnliche, aber leicht abgewandelte Technologie, die ebenfalls von Blackrock mitentwickelt wurde. Aber auch erste Versuche des neuen Cereplex-W mit Menschen könnten folgen, teilte das Unternehmen mit. Zuerst muss das Gerät allerdings von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassen werden. Bereits jetzt wird die Hirn-Computer-Schnittstelle an Labore verkauft, die Primaten untersuchen – für 15.000 Dollar pro Stück.

Von Jan-Martin Altgeld

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