Alternative zu Medikamenten 15.09.2014, 09:32 Uhr

Elektromagnetische Behandlung soll gegen Alzheimer helfen

Mit elektromagnetischen Impulsen kann man dem schrecklichen Gedächtnisverlust bei Alzheimer entgegenwirken – behaupten Forscher aus den USA. Sie haben fünf Tage lang die Gehirne von Testpersonen bestrahlt. Erstmals hat sich die Gedächtnisleistung dadurch ohne Medikamente oder Operation verbessert. 

Die Forscher haben bei 16 Versuchspersonen das Gehirn fünf Tage hintereinander elektromagnetisch angeregt – jeweils 20 Minuten. Sie zeigten angeblich eine deutliche Gedächtnissteigerung.

Die Forscher haben bei 16 Versuchspersonen das Gehirn fünf Tage hintereinander elektromagnetisch angeregt – jeweils 20 Minuten. Sie zeigten angeblich eine deutliche Gedächtnissteigerung.

Foto: Northwestern University

Dass der Vater die eigenen Kinder nicht mehr erkennt, ist eines der schlimmsten Symptome von Alzheimer. Bisher gibt es kaum wirksame Hilfe. Nach Einschätzung eines Forschungsteams an der Northwestern University in Chicago wird es durch die gezielte elektromagnetische Stimulation des Gehirns aber möglich, das Gedächtnisvermögen zu verbessern und damit Gedächtnisstörungen arzneimittellos zu bekämpfen.

„Wir zeigen zum ersten Mal, dass es möglich ist, ganz gezielt Gedächtnisfunktionen im menschlichen Gehirn ohne eine Operation und ohne Medikamente zu beheben“, sagt Studienautor Joel Vos. „Diese Stimulation gibt zugleich auch die Möglichkeit, neue Dinge zu lernen”. Nach Einschätzung von Voss eröffnet sich damit neuen Behandlungsmöglichkeiten bei Gedächtnisstörungen.

Hippocampus ist Kern der Gedächtnisstruktur

Der so genannte Hippocampus ist der Kern der Gedächtnisstruktur des menschlichen Gehirns. Das Erinnerungsvermögen baut darauf auf, dass ganz verschiedene Regionen des Gehirns über den Hippocampus zusammenarbeiten. Genau diese Zusammenarbeit nachhaltig zu verbessern steht im Mittelpunkt der Arbeiten der Northwestern University.

Der Hippocampus ist der Kern der Gedächtnisstruktur des menschlichen Gehirns. Da er zu tief für eine elektromagnetische Bestrahlung liegt, behandelten die Forscher eine Hirnregion, die nur einen Zentimeter unter der Schädeldecke liegt, aber eng mit dem Hippocampus zusammenarbeit. 

Der Hippocampus ist der Kern der Gedächtnisstruktur des menschlichen Gehirns. Da er zu tief für eine elektromagnetische Bestrahlung liegt, behandelten die Forscher eine Hirnregion, die nur einen Zentimeter unter der Schädeldecke liegt, aber eng mit dem Hippocampus zusammenarbeit. 

Foto: Northwestern University

Für die elektromagnetische Behandlung weist der Hippocampus allerdings den Nachteil auf, dass er zu tief in das Gehirn eingebettet liegt – so tief, dass er nicht direkt von den magnetischen Impulsen ausreichend getroffen werden kann.

Die Forscher entschieden sich schließlich auf der Basis von MRI Scans für eine Gehirnregion, die nur einen Zentimeter unter der Schädeloberfläche liegt, dennoch aber sehr eng mit dem Hippocampus verbunden ist. Bei der so genannten transkraniellen Magnetstimulation (TMS) wurden die entsprechenden Gehirnregionen angeregt und ihr Zusammenwirken mit dem Hippocampus deutlich verbessert.

16 Versuchspersonen zeigten bessere Gedächtnisleistung

Bei den Versuchen wurden die Gehirne 16 Erwachsener fünf Tage hintereinander jeweils 20 Minuten lang elektromagnetisch angeregt. Ihr Gedächtnis war nach der Behandlung deutlich besser als das gleichaltriger Erwachsener, die nicht magnetisch bestrahlt, sondern nur mit einem Placebo behandelt worden waren.

Die Forscher der Northwestern University gehen davon aus, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis die Methode zum Behandlungsverfahren für Gedächtnisstörungen weiterentwickelt sein wird. Dabei wird an all jene Gedächtnisstörungen gedacht, die entweder durch Krankheiten, den Alterungsprozess oder auch durch Unfälle ausgelöst worden sind.

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