Medizintechnik 23.11.2001, 17:31 Uhr

Ein Warngerät für Elektrosmog

Diagnose Herzinfarkt – der Wettlauf mit der Zeit beginnt. Denn je früher ein Patient medizinisch versorgt wird, desto besser sind seine Chancen auf Genesung. Ein Rundgang über die Medizinmesse Medica zeigt Beispiele für wirksame Soforthilfe in vielen Bereichen.

Nervosität, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder gar Krebs – es gibt viele Krankheitsbilder, die die Betroffenen der elektromagnetischen Strahlung anlasten. Zahllose wissenschaftliche Studien stufen das Phänomen Elektrosmog von „harmlos“ bis „hochgefährlich“ ein. Solange es noch nicht eindeutig geklärt ist, sollte man wenigstens wissen, wie viel Strahlung man abbekommt. Dafür hat das Unternehmen MEPRO Schacha Medizintechnik jetzt ein Gerät entwickelt, das alle 3 s die elektromagnetische Strahlung der Umgebung misst. Hält sich der Nutzer in einer Zone mit möglicherweise schädlicher Strahlung auf, so gibt das System optische und akustische Signale ab. Das Gerät ist speziell für den Dauereinsatz im Bereich niederfrequenter EMF-Strahlung ausgelegt, wie sie von TV- und Computermonitoren ausgeht.

Wer schon einmal ein 24-h-EKG hat abnehmen lassen, erinnert sich sicher ungern an den Kabelsalat, der die Elektroden auf der Brust mit dem Rekorder am Gürtel verbindet. Bequemer geht“s künftig mit dem kleinsten und leichtesten Langzeit-EKG-Gerät der Welt, das die Firma MediWorld anbietet. Es besteht aus einem breitflächig aufgeklebten Elektrodenpflaster und dem daran befestigten winzigen Aufzeichnungsgerät und wiegt mit Batterien gerade einmal 19 g. Mit einem Lesestift können die Daten dann vom Arzt in der Praxis abgerufen werden.

Wer gern in abgelegenen Regionen wandert oder mit seinem Mountainbike bevorzugt durch menschenleere Wälder streift, wird diesen Service zu schätzen wissen: den GPS-Notruf per Handy, der die eigenen Koordinaten automatisch zur nächsten Notrufzentrale leitet. Das Gesamtsystem bietet die Deutsche Rettungsflugwacht (DRF) an. „Wir kriegen täglich viele Notrufe per Handy, können sie aber nicht orten“, umreißt Victor Felber, Pressesprecher der DRF, das Problem. „Wer weiß denn schon genau, an welcher Stelle im Wald er nun mit verstauchtem Knöchel liegt? Das GPS-taugliche Mobiltelefon, das im E- und D-Netz funktioniert, kostet rund 650 Euro, der Dienstleistungsvertrag soll mit bis zu 100 Euro/Jahr zu Buche schlagen.

Star der Medica im vergangenen Jahr war das Herz-Handy der Firma Vitaphone. „Nun bieten wir zusätzlich einen Blutdruckmesser an, der die Daten per Handy an den Arzt weiterleitet“, erklärt Dr. Stephan Sack, Kardiologe und Erfinder des Herz-Handys. „So wollen wir die Gesundheitsfürsorge weiter ausbauen.“ Mit dem VasoPhone können erstmals Blutdruckdaten per Handy weltweit übertragen werden. In Deutschland übernimmt ein eigens eingerichtetes Service-Center die Auswertung der Daten mit einer Spezial-Software. Nur Patient und behandelnder Arzt haben Zugriff auf die Daten.

Ermittelt werden die Messwerte mit einer Spezial-Manschette, die wie ein Armband um das Handgelenk gelegt wird. Gemeinsam mit der gleichzeitig ermittelten Pulsfrequenz werden sie per Bluetooth-Technologie automatisch auf ein handelsübliches Bluetooth-taugliches Handy übertragen. Dieses schickt sie dann zur Auswertung an die Internisten und Kardiologen im Service-Center. Bei kritischen Werten alarmieren die Ärzte dann sofort den nächstgelegenen Rettungsdienst.

BETTINA RECKTER

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