Medizintechnik 07.06.2002, 18:20 Uhr

Ein Ingenieur lässt Energien fließen

Es grenzt an ein Wunder, auch wenn der behandelnde Orthopäde weit davon entfernt ist, als „Wunderheiler“ aufzutreten. Nun bittet der gelernte Ingenieur sogar Kollegen um Erklärungsmodelle für seine Fähigkeit, Menschen durch Energieübertragung von chronischen Schmerzen zu befreien und zu höherer Leistung anzuregen.

Wer es nicht am eigenen Leib erfahren hat, glaubt kaum, dass ein Mensch berührungsfrei Energieimpulse auf einen anderen übertragen kann. Dass dies nicht nur möglich ist, sondern den einen von chronischen Schmerzen befreit und dem anderen zu deutlicher Leistungssteigerung verhilft, erfährt Dr. med. Dipl.-Ing. Herbert Koerner täglich in seiner Praxis. „Was genau bei der Atlasmedizin enegetisch vor sich geht, kann ich selbst noch nicht sagen“, bedauert der Orthopäde. „Doch in zahlreichen Gesprächen mit Ingenieuren und Physikern hat sich herauskristallisiert, dass es sich um ein bio-physikalisches Phänomen handeln muss, das auch tote Materie durchdringt.“
Unbestritten ist die leistungssteigernde Wirkung seiner Therapie. Erfahrungen sammelte Koerner ganz gezielt bei gesunden Schwimmern unter Bundestrainerin Beate Ludewig sowie bei den Tänzerinnen und Tänzern des Friedrichstadtpalastes in Berlin. „Was will denn der Spinner dort am Beckenrand“, war die erste Reaktion der resoluten Trainerin auf Koerners Erscheinen. Doch sie ließ sich von seinem Konzept überzeugen und wagte den Versuch, ihre Schwimmer einer Behandlung zu unterziehen. „Anhand der Lactatwerte sowie der schnelleren Bahnzeiten war bewiesen, dass die Schwimmer mehr Leistung bringen, ohne ihren Körper zusätzlich zu belasten.“ Dabei stellte sich heraus, dass Stress oder Angst das Körpervolumen verändert, nicht aber das Gewicht der Schwimmer. Durch die Therapie Koerners fühlten sich die Schwimmer leichter und schwammen deshalb obenauf. Welches Phänomen dahintersteckt, müsste ein Projekt klären, für das derzeit jedoch die Gelder fehlen.
Koerner, der nach dem Studium der Ingenieurwissenschaften gleich noch ein Medizinstudium zum Facharzt für Orthopädie dranhängte, sieht die von ihm entwickelte Atlasmedizin als ein ganzheitliches Behandlungsverfahren, das nicht nur den Schmerz, sondern auch die Persönlichkeit und das Umfeld des Patienten einschließt. Koerner überträgt durch sanfte Berührung oberhalb des Atlaswirbels, des obersten Halswirbels, Energieimpulse in Richtung Gehirn, wodurch eine Art Reaktivierung der ursprünglichen genetischen Zellfunktion am Ort des Schmerzes ausgelöst wird. Dabei kommt es mitunter zu einer Reihe von „Spontanheilungen“ als gern gesehene Nebeneffekte: Seelische Spannungszustände, Nervosität und Unruhe lösen sich, Tinnitus und trockene Augen verschwinden.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die ausreichende Sensitivität des Patienten für das frontal gebündelte Energiefeld des Arztes. In der Regel spürt der Patient einen zunehmenden Energiefluss, sobald sich Koerner ihm frontal entgegendreht – als Handkribbeln oder als ein Gefühl von Leichtigkeit. „Rund 95 % der Patienten kann ich erreichen, die übrigen 5 % sind nicht therapiefähig“, erklärt der Berliner Arzt.
Nun gibt der Therapeut über seinen Mittelfinger einen hochenergetisch fokussierten Impuls auf eine bestimmte Stelle oberhalb des Atlaswirbels – dabei wird schlagartig Energie vom Arzt auf die behandelte Seite des Patienten übertragen. Nur diese Seite reagiert auch mit Schmerzfreiheit – einschließlich Phantomschmerzen. „In der Regel führe ich zwei bis sechs Behandlungen im Wochenrhythmus durch.“
Normalerweise sind es Dauerschmerz-Patienten, die den Berliner Arzt aufsuchen, weil die Schulmedizin ihnen nicht mehr zu helfen vermag. So zum Beispiel einer Krankenschwester, die 20 Jahre lang zunehmend unter Schmerzen im Knie litt und derweil 14 Mal operiert wurde. Erst nach dem Einsetzen einer Prothese stellte sich heraus, dass es sich hierbei um Phantomschmerzen handelte. Mit einer einzigen Behandlung bei Koerner wurde sie schlagartig bis heute beschwerdefrei.
Auch ein Ingenieur der Gastechnik, der sich unter Koerners energiegeladene Hände begab, weiß die Therapie zu schätzen. Seit seiner Jugend treibt er extrem viel Sport, vor drei Jahren jedoch bekam er Schulterprobleme. „Die Schulmedizin war schnell am Ende und sprach ein generelles Sportverbot wegen meines Alters aus“, berichtet der 65-Jährige. Durch die Atlasmedizin jedoch konnte er nicht nur sein Training wieder aufnehmen – im Gegenteil, er sollte sogar weiterhin bis an die Schmerzgrenze Sport treiben. Später konnte er sogar wieder regelmässig an Wettkämpfen teilnehmen.
Noch ist Koerner als überzeugter Ingenieur auf der Suche nach einer naturwissenschaftlich haltbaren Erklärung für die Mechanismen, die hinter seiner Atlasmedizin stecken. Solange diese nicht gefunden sind, wird er nicht ruhen. „Ich baue darauf, dass die Kollegen der Ingenieurwissenschaften einen Ansatz finden“, hofft Koerner. Als besonders unbefriedigend empfindet er den Mangel an objektiv erfassbaren Messwerten des Energietransfers im Rahmen der Behandlung, so wie er sie in den physiologischen Werten bei der Leistungsbeurteilung der Sportler gefunden hatte. Als Leitgröße der biologischen Regelkreise sieht Koerner die Gravitationskräfte der Erdumdrehung, die die lebende Zelle steuern.
BETTINA RECKTER

Von Bettina Reckter
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