PC zur Ebola-Analyse 11.11.2014, 09:42 Uhr

Ebola wichtiges Thema auf Medica und Compamed in Düsseldorf

Die Ebola-Epidemie in Afrika gehört zu den dringlichen Themen auf der Medica und Compamed 2014 in Düsseldorf – die weltgrößten Messen der Medizinbranche. Eine israelische Firma zeigt ein Quarantäne-Bett, das Ärzte in Afrika vor Ansteckung schützen könnte, Forscher aus Australien einen neuen DNA-Computer.  

Ebola-Übung in Hanoi in Vietnam: Immer noch werden Ebola-Patienten offen transportiert, so dass die Viren in die Umgebung gelangen können. Jetzt hat das israelische Unternehmen Savion Industries ein Quarantäne-Bett entwickelt, das die Helfer vor dem Virus schützt.

Ebola-Übung in Hanoi in Vietnam: Immer noch werden Ebola-Patienten offen transportiert, so dass die Viren in die Umgebung gelangen können. Jetzt hat das israelische Unternehmen Savion Industries ein Quarantäne-Bett entwickelt, das die Helfer vor dem Virus schützt.

Foto: dpa/Str

Savion Industries möchte einen Beitrag im Ebola-Kampf leisten. Die israelische Firma hat das Galileo Ebola-Bett entwickelt. Das Quarantäne-Bett für Ebola-Infizierte soll behandelnde Ärzte und Helfer schützen. Das Bett selbst ist konventionell. Nicht so der viereckige Aufsatz, eine Art transparentes Plastikzelt. Dank einer batteriebetriebenen Pumpe, die permanent die kontaminierte Luft absaugt, sollen keine Viren nach außen gelangen. Die Luft wird in einem austauschbaren Karbonfilter gereinigt und gelangt erst dann in die offene Umgebung.

„Wir haben festgestellt, dass viele Krankenhäuser keine ausreichenden Isoliermöglichkeiten haben“, sagt Ran Zimbalista, Geschäftsführer bei Savion. „Unser Bett stellt eine dringend benötigte Lösung dar.“ Es sei gleichermaßen für Transporte als auch für längere Krankenhausaufenthalte geeignet und senke die Infektionsgefahr für Ärzte. Körperkontakt nehmen sie über Handschuhe auf, die in die Außenschicht eingelassen sind.

DNA-Computer erkennt Ebola-Virus

Ein weiterer Beitrag gegen die Ebola-Epidemie kommt aus Australien. Forscher der University of the Sunshine Coast (USC) haben einen DNA-Computer entwickelt, der eine schnelle Erkennung des Ebola-Virus verspricht. „Wir haben ein Diagnosewerkzeug entwickelt, das Moleküle zur Virenerkennung nutzt und das Ergebnis mit einem einzelnen Buchstaben oder Code darstellt“, sagt Joanne Macdonald, Molekulartechnikerin an der USC.

Das Ebola-Bett Galileo: Der Patient liegt in einem abgeschlossenen Raum. Die Luft wird zunächst durch einen Karbonfilter gereinigt, bevor sie in die Umgebung strömt. Ärzte und Helfer sind somit geschützt.

Das Ebola-Bett Galileo: Der Patient liegt in einem abgeschlossenen Raum. Die Luft wird zunächst durch einen Karbonfilter gereinigt, bevor sie in die Umgebung strömt. Ärzte und Helfer sind somit geschützt.

Foto: Savion Industries

Das Gerät reagiert auf die typischen DNA-Stränge der gesuchten Viren und zeigt den Ebola-Virus mit dem Kürzel E an, das 1967 entdeckte Marburg-Virus aus derselben Familie hingegen mit M. Laut Macdonald sei es bislang einmalig, dass ein einzelner Test diese beiden RNA-Viren auseinanderhalten kann.

Compamed und Medica: 5533 Aussteller aus 68 Ländern

Die Düsseldorfer Messehallen sind vom 12. bis 15. November das Mekka der internationalen Gesundheitsbranche. Die Fachmesse Medica und die parallel laufende Zulieferermesse Compamed bringen erstmals mehr als 5533 Aussteller aus 68 Ländern in 19 Hallen unter – und soviele Fachbesucher anlocken wie 2013. „Wir glauben, dass wir die Besucherzahl von rund 130.000 Besuchern in den vier Tagen der Veranstaltung wieder erreichen können“, ist Messe-Geschäftsführer Joachim Schäfer überzeugt.

Einziger Wermutstropfen: Für interessierte Medizinlaien bleiben die Tore geschlossen. „Gemeinsam mit dem Beirat sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es für die Aussteller zu viele Streuverluste gäbe, wenn wir die Medica für das breite Publikum öffnen würden.“

 

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