Höhere Überlebenschance 01.11.2014, 12:32 Uhr

Drohne eilt bei Herzstillstand mit Defibrillator zur Hilfe

Ein niederländischer Ingenieur möchte das Leben von 800.000 Menschen retten, die jährlich in der EU einen Herzstillstand erleiden – mit einer Drohne, die mit 100 km/h zur Hilfe eilt, an Bord ein Defibrillator. Orientieren soll sie sich mit den GPS-Daten der Smartphones. 

Würden in Deutschland 24.000 Ambulanz-Drohnen positioniert, könnte ein Defibrillator in einer Minute zur Stelle sein – egal, wo im Land ein Mensch einen Herzanfall erleidet. 

Würden in Deutschland 24.000 Ambulanz-Drohnen positioniert, könnte ein Defibrillator in einer Minute zur Stelle sein – egal, wo im Land ein Mensch einen Herzanfall erleidet. 

Foto: TU Delft (Screenshot Ingenieur.de)

Ein junger Mann bricht auf der Straße zusammen. Schnell sind Ersthelfer zur Stelle. Einer erkennt, was los ist: Kammerflimmern, das oft mit dem Herztod endet. Mit Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage versucht er, den am Boden liegenden Mann zu retten. Jetzt wäre ein Defibrillator sinnvoll, ein Gerät, das mit gezielten Stromstößen das Herz wieder zum kontrollierten Schlagen bringt. Doch weit und breit ist kein solches Gerät zu sehen.

Das soll sich ändern, wenn es nach Alec Momont geht. Der Student an der Technischen Universität Delft in den Niederlanden hat eine Drohne entwickelt, die einen Defibrillator an Bord hat, den der Ersthelfer anlegen kann. Die Drohnen-Zentrale unterstützt ihn dabei. Ein Sanitäter sieht den Patienten mit einer Bordkamera und gibt Anweisungen, wie das Gerät zu bedienen ist.

Drohne soll Überlebenschance von acht auf 80 Prozent erhöhen

Die Drohne, angetrieben von drei Rotorpaaren, erreicht eine Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h. Die GPS-Daten des Smartphones, mir der die Hilfe angefordert wird, dienen als Navigationshilfe für den gelben Engel. Wären die Drohnen in der EU gleichmäßig verteilt, könnten sie die Überlebenschance von Herzkranken von acht auf 80 Prozent erhöhen, ist Momont überzeugt. Es müssten allerdings so viele Geräte im Einsatz sein, dass sie Patienten innerhalb einer Minute erreichen – egal, wo diese zusammenbrechen. Denn wenn das Herz nicht nach höchstens sechs Minuten wieder schlägt, erleidet der Patient irreparable Gehirnschäden. 

Der Ersthelfer empfängt die Drohne am Landeort, nimmt sie in die Hand und rennt zum Patienten. Vor Ort muss er dann nur die Elektroden entnehmen und auf die Brust des Patienten kleben. Der Defibrillator versucht dann, durch gezielte Stromstöße das Herz wieder zum kontrollierten Schlagen zu bringen. 

Der Ersthelfer empfängt die Drohne am Landeort, nimmt sie in die Hand und rennt zum Patienten. Vor Ort muss er dann nur die Elektroden entnehmen und auf die Brust des Patienten kleben. Der Defibrillator versucht dann, durch gezielte Stromstöße das Herz wieder zum kontrollierten Schlagen zu bringen. 

Foto: TU Delft

In der Europäischen Union erleiden jährlich 800.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. 640.000 könnten dank Drohnen-Hilfe gerettet werden, zehnmal mehr als heute. 

Deutschland bräuchte 24.000 Drohnen

Die Kosten für eine Drohne beziffert Momont auf 15.000 Euro. In den Niederlanden müssten 3000 dieser Drohnen stationiert werden, um jeden Punkt des Landes innerhalb von etwa einer Minute zu erreichen, hat der Student errechnet. In Deutschland müssten es achtmal so viele sein. Angetrieben wird die Drohne von Elektromotoren. Bei Höchstgeschwindigkeit reicht die Bordbatterie für einen fünfminütigen Flug.

Ein Sanitäter sieht den Unfallort über eine Kamera. Er spricht zum Ersthelfer über einen Lautsprecher in der Drohne und erklärt die Bedienung des Defibrillators. 

Ein Sanitäter sieht den Unfallort über eine Kamera. Er spricht zum Ersthelfer über einen Lautsprecher in der Drohne und erklärt die Bedienung des Defibrillators. 

Foto: TU Delft (Screenshot Ingenieur.de)

Momont kann sich vorstellen, die Drohne auch anders einzusetzen, etwa, um Atemgeräte an Menschen zu liefern, die von Feuer bedroht sind. Erst gerade hat übrigens ein iranischer Ingenieur eine Drohne entwickelt, die Ertrinkenden einen Rettungsring bringt

Von Wolfgang Kempkens

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