Roboter für OP-Saal 14.11.2016, 14:39 Uhr

Das sind Highlights der Medizinmesse Medica 2016

Ein Roboter für den OP-Saal, ein Schnarch-Stopper, ein Clip gegen Menstruationsschmerzen: Das sind nur einige der Neuheiten und Trends, die es auf der Medica 2016 zu sehen gibt. Seit heute hat die Messe in Düsseldorf ihre Pforten geöffnet. Wir haben fünf Highlights für Sie zusammengestellt.

Trendthemen der Medizintechnik sind derzeit die Digitalisierung und die Robotik.

Trendthemen der Medizintechnik sind derzeit die Digitalisierung und die Robotik.

Foto: Medica

Die Medica zählt zu den zehn größten Fachmessen weltweit. Mehr als 5.000 Aussteller aus 68 Ländern haben sich in den 19 Hallen des Düsseldorfer Messegeländes versammelt, um den 130.000 erwarteten Besuchern vom 14. bis 17. November neue Produkte vorzustellen. Hier kommen fünf der Highlights:

1. Armband mit Sturzsensor schützt Senioren

Etwa jeder Dritte der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal pro Jahr, sagt Philips. Oft mit schwerwiegenden Folgen. Der Elektronikkonzern aus Amsterdam hat deswegen Home Safe entwickelt – ein Armband mit einem integrierten Sturzsensor. Fällt der Träger hin, sendet es automatisch einen Notruf aus.

Der Sturzsensor von Philips lässt sich als Kette oder Armband tragen. Er sendet im Notfall automatisch einen Notruf.

Der Sturzsensor von Philips lässt sich als Kette oder Armband tragen. Er sendet im Notfall automatisch einen Notruf.

Foto: Philips

Und auch bei einem drohenden Herzinfarkt hilft das Armband. Der Benutzer drückt bei Schmerzen einen Knopf und schildert seine Beschwerden einer Leitstelle. Damit ist die Gefahr gebannt, dass er es nicht mehr bis zum Telefon schafft. Mit dem Armband möchte es Philips Senioren ermöglichen, bis ins hohe Alter sicher zu Hause zu leben. In Nordamerika nutzen es angeblich bereits sieben Millionen Menschen.

2. Livia schaltet Menstruationsschmerzen aus

Livia sieht aus wie ein MP3-Player und lässt sich als Clip am Hosenbund befestigen. Allerdings hat das kleine Gerät eine ganz andere Funktion: Es befreit Frauen von Menstruationsschmerzen. Das funktioniert mit zwei Dioden, welche die Anwenderin auf Höhe der Gebärmutter am Bauch befestigt.

Hilfe bei Menstruationsschmerzen: Livia verhindert mit zwei Dioden, dass die Nervenenden Schmerzimpulse ans Gehirn schicken. 

Hilfe bei Menstruationsschmerzen: Livia verhindert mit zwei Dioden, dass die Nervenenden Schmerzimpulse ans Gehirn schicken. 

Foto: Livia

Die Dioden stimulieren die Nervenenden der Region mit Impulsen und belegen sie damit. Das verhindert, dass die Nervenenden Menstruationsschmerz an das Gehirn weiterleiten.

3. Ein Roboter für den OP-Saal

Bei der Tumordiagnostik führen Ärzte Biopsien durch, entnehmen mit einer langen Nadel ein Stück des vermeintlich bösartigen Gewebes. Um dabei weder Adern noch Nervenbahnen zu verletzen, ist eine millimetergenaue Platzierung der Nadel notwendig. Eine schwierige Aufgabe, bei der zukünftig ein Roboterarm hilft.

Roboter und Mensch arbeiten bei einer Biopsie Hand in Hand. Der Roboter platziert die Nadelführung millimetergenau. 

Roboter und Mensch arbeiten bei einer Biopsie Hand in Hand. Der Roboter platziert die Nadelführung millimetergenau. 

Foto: Fraunhofer IPA

Der Arzt markiert auf dem Computer die gewünschte Stelle, sein künstlicher Kollege positioniert die Führung für die Nadel. „Während wir Menschen uns mit dem Platzieren einer solchen Nadel schwer tun, sind Roboter mit entsprechender Intelligenz dabei kaum zu schlagen“, sagt Fraunhofer-Forscher Andreas Rothfuss. „Während ein Mensch 30 Minuten braucht, um die Nadel zu platzieren, vergehen mit Roboterassistenz maximal fünf Minuten.“

4. E-Pflaster für Asthmatiker

Weltweit leiden über 300 Millionen Menschen an Asthma. Für sie hat das Unternehmen Health Care Originals ein Pflaster namens Adamm entwickelt, das sich am Oberkörper befestigen lässt. Das E-Pflaster überwacht Herzfrequenz, Husten und Atmung und analysiert pfeifende Atemgeräusche.

Adamm unterstützt Asthmatiker. Das E-Pflaster überwacht Herzfrequenz, Husten und Atmung. 

Adamm unterstützt Asthmatiker. Das E-Pflaster überwacht Herzfrequenz, Husten und Atmung. 

Foto: Health Care Original

Bei einer drohenden Asthmaattacke schlägt eine Smartphone-App Alarm, damit der Träger rechtzeitig zum Inhalator greifen kann. Die Software dokumentiert zudem den Krankheitsverlauf und erzeugt so wertvolle Einblicke für Ärzte.

5. Dieses Gerät macht Schluss mit Schnarchen

Haben Sie einen Partner, der das Schlafzimmer nachts in ein Sägewerk verwandelt? Dann könnte Ihnen der Schnarch-Stopper SL 70 von Beurer gefallen. Das Gerät lässt sich wie ein Hörgerät am Ohr tragen. Sobald der Benutzer anfängt zu schnarchen, sendet der SL70 einen Ton- und Vibrationsalarm aus. Das soll das Leiden angeblich reduzieren.

Schluss mit Schnarchen: Der Schnarch-Stopper sendet einen Vibrationsalarm, der Schnarchern einen Strich durch die Rechnung macht. 

Schluss mit Schnarchen: Der Schnarch-Stopper sendet einen Vibrationsalarm, der Schnarchern einen Strich durch die Rechnung macht. 

Foto: Beurer

Ob die Maßnahme Erfolg hat, zeigt eine Smartphone-App am nächsten Tag. Sie liefert eine Schnarchanalyse mit grafischen Darstellungen.

Schnarchen ist jedenfalls ein Dauerthema nicht nur im Schlafzimmer auch in Ärztepraxen. Unternehmen in den USA und in Singapur haben ein Verfahren entwickelt, individuell angepasste Atemmasken mit 3D-Druckern herzustellen. Sie verhindern das Schnarchen und schützen vor Apnoe, gefährlichen Atemaussetzern während des Schlafs. Unseren Bericht dazu finden Sie hier.

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