Medien 18.02.2000, 17:24 Uhr

Wie die Bilder laufen lernten

Sie alle brachten den Bildern Stück für Stück das Laufen bei. Das Deutsche Technikmuseum Berlin (DTM) zeigt nun die Dauerausstellung „Lebende Bilder – eine Technikgeschichte des Films“.

Heftig rumpelt das monströse „Kaiserpanorama“ beim Bildwechsel. Ein Nachbau, der kaum Platz findet im Dachgeschoss des Technikmuseums. Solche Rundlaufbetrachter für kolorierte, dreidimensionale Dias waren um 1900 in ganz Europa beliebt. Bis zu 25 Menschen saßen rund um die Gucklöcher, stützten ihre Arme auf die samtgepolsterten Ablagen, um sich Ballsäle, Bäder und Küchen des Luxusliners „Imperator“ um 1913 anschauen. Neues Bildmaterial lieferten Fotografen, die mit Stereokameras um die Welt reisten. Aber schnell waren solche Panoramen Schnee von gestern.
Zunächst lernten Fotos mit der Chronofotografie (Serienfotografien, um Bewegung zu simulieren) das Laufen. Etienne-Jules Marey (1830-1904) war hier maßgebend. Er konstruierte nicht nur die fotografische Flinte, mit der sich Fotos nebeneinander auf einer Fotoplatte vereinen ließen. 1887 fotografierte er Vögel aus allen drei Perspektiven, um nach den Fotografien Gipsmodelle anzufertigen und diese in einer Wundertrommel in den verschiedenen Sequenzen des Bewegungsablaufs zu befestigen.
Pünktlich zur Berlinale 2000 eröffnete das Deutsche Technikmuseum in Berlin die neue Dauerausstellung „Lebende Bilder – eine Technikgeschichte des Films“. Zu sehen sind hier der Guckkastenmann oder der Laternenspieler mit tragbarer Laterna magica, die bereits im 16. und 17. Jahrhundert eine Hauptrolle in der Geschichte des Films spielte. Schaurige Bilder wurden auf Glasplatten gezeichnet und mit Schau-Effekt erzählt. Ausstellungsbesucher können heute an einer doppelstöckigen Laterna magica einzelne Glasbildplatten abwechselnd nach oben oder unten in den frühen „Projektor“ von 1880 schieben und so eine Bildserie durch Überblendungen produzieren. Dieser Nebelbildprojektor kann außerdem Rauchschwaden mit Hilfe von Kalklicht simulieren – eine frühe Form der Special Effects.
„Den Erfinder des Kinos gibt es nicht“, sagt Kurator Gerhard Kemner. „Viele haben Teilerkenntnisse dazu geliefert, vor allem Edison mit der Erfindung des Rollfilms und die Gebrüder Lumière mit ihrem „Cinématographe“ waren wichtig für das moderne Kino, sagt Kemner. Beide benutzten eine Kamera, die eine beliebige Anzahl von Einzelbildern bei gleich bleibenden Bildabstand durch Perforation belichten konnte. Edison brachte der Filmwelt den 35 mm Film mit Vierlochperforation. Lumierère entwickelte das Greifersystem für den Filmtransport.
Erstmalig kann man im Technikmuseum nach aufwendiger Restauration wieder das „Bioscop“ des Berliner Filmpioniers Max Skladanowsky bewundern. Damit bestritt er im Berliner Wintergarten 1895 mit acht Bildern pro Sekunde noch holprig die erste Filmvorführung in Deutschland. Ausgereifter war das französische Modell der Gebrüder Lumière, die im gleichen Jahr mit dem Cinématographe – Kamera, Kopiereinrichtung und Projektor zugleich – in Paris Filme vor zahlendem Publikum zeigten.
Doch auch die fortschreitende Kameratechnik – von hölzernen Ungetümen mit Kurbeln bis hin zu robusten Kompaktkameras wird auf nachgebauten Filmsets zelebriert. Parallel zu all diesem Equipment der Profis entwickelte man billigere Systeme. Feinkörnigere Filmemulsion ermöglichte es, das 16 mm Bildfenster auf ein kleineres Format zu unterteilen: Die Zeit des Super-8-Films war angebrochen. N. WOHLLAIB
Film ab! Das Deutsche Technikmuseum Berlin zeigt auch historische Requisiten aus der Welt des Kinos.

Von N. Wohllaib

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