Medien 18.12.1998, 17:20 Uhr

Weihnachtstrubel um die d-box

Vom Weihnachtsgeschäft profitieren auch die digitalen Programm-Bouquets. Die digitale Decoder-Box von Premiere ist häufig ausverkauft, und auch bei den Decodern für DF1 bewegen sich die Zahlen langsam aufwärts.

Vor einem Jahr verbot EU-Wettbewerbskommissar Karel Van Miert die gemeinsame Vermarktung von Premiere und DF1, drohte CLT-Ufa, Kirch und Telekom mit hohen Geldstrafen, wenn sie schon vor einer Prüfung durch die Kommission Teile ihrer Zusammenarbeit beim digitalen Fernsehen umsetzen sollten. Premiere mußte gar die Vermarktung dieser Technik einstellen. Das ist Geschichte. Seit Monaten ist die d-box wieder zu haben. „Das Geschäft läppert sich so dahin“, gibt Walter Herma vom Fernsehladen in Berlin-Tiergarten zu verstehen. „Jedenfalls müssen wir jetzt nicht ewig auf Nachschub warten!“ Dafür sind im Berliner Nobelkaufhaus KaDeWe die Premiere Digital-Decoder Mangelware. „Eventuell bekommen wir in fünf Tagen wieder eine Lieferung“, hofft der Verkäufer. Stattdessen stehen stapelweise Analogdecoder herum. Und natürlich die d-box für DF1. Premiere und DF1 werben beide mit Weihnachtssonderkonditionen. Bei Premiere digital gibt es zwei Freimonate. Dennoch müssen für die ersten beiden 99 DM gezahlt werden, die Decoder-Kaution von 150 DM wird vom Konto abgebucht. Gratis – und das ist der Trick – sind nur die Monate drei und vier des ersten Abojahres. Die weiteren Kosten läppern sich. Trotzdem, so berichtet Felix Goedhart, Mitglied der Geschäftsführung bei Premiere, stolz, ist sein Unternehmen mit 1,68 Mio. Abonnenten Marktführer im PayTV, 380 000 davon sind Nutzer des digitalen Angebotes. Bis Ende des Jahres möchte das Hamburger Unternehmen seine Programme über 400 000 d-boxen laufen lassen. In zwei bis drei Jahren sollen alle Analogboxen aus dem Verkehr gezogen sein.
Auch bei DF1 bewegen sich die Zahlen langsam aber stetig aufwärts. Es herrscht so etwas wie eine bescheidene Aufbruchstimmung im Hause Kirch. „Wir haben allein in diesem Jahr bis Anfang Dezember etwa 145 000 Netto-Abonnenten an Zuwachs gehabt. Das zeigt, daß dieses System am Markt greift“, gab sich Gottfried Zmeck, Vorsitzender der Geschäftsführung von DF1, auf dem kürzlich in Hamburg stattgefundenen Euroforum-Kongreß „Fernsehmärkte der Zukunft“ zuversichtlich. Um in allen Bundesländern ins Kabel eingespeist zu werden, haben Premiere und DF1 inzwischen Lizenzanträge für bundesweite Zulassung gestellt.
Insgesamt dürften es laut Zmeck bis Ende des Jahres 650 000 bis 700 000 d-box-Haushalte geben – von denen dann immerhin 270 000 einen DF1-Vertrag abgeschlossen haben sollen. Mit mindestens einer halben Mio. Boxen möchte die Kirch-Tochter ins Jahr 2000 springen. Das stellt aber auch die Nachfolgefrage zur d-box. Wenn die mit Nokia vertraglich verabredeten 1 Mio. Stück endlich untergebracht sind – nach Zmeck sollte das noch im ersten Halbjahr 1999 passieren – sollte es weitere Lieferanten geben. Auf den Fluren des Euroforum-Kongresses wurde bereits ein Kandidat gehandelt: Philips. Auf der anderen Seite bemühen sich Hersteller wie Galaxis intensiv darum, in ihre Box ein Zugriffssystem für Kirch & Co. integrieren zu können. Vergebens. Vermutlich liegt es daran, daß man sich über die Lizenzgebühren von etwa einer halben Mio. DM und die Schnittstellenproblematik noch nicht einigen kann. „Kirch will ja erstmal seine Schäfchen ins Trockene bringen, bevor er Konkurrenz zuläßt“, heißt es bei interessierten Boxenherstellern.
Wer jetzt DF1 abonniert, zahlt für die ersten drei Monate 149,70 DM. Außerdem sind ebenfalls 150 DM Kaution für die Settop-Box fällig. Danach kann gewählt werden: Basis-, Movie-, Sport- oder Super-Paket. Wer außer DF1 auch Premiere sehen will, kann alles auf eine Karte setzen. Doch das geht nur direkt bei den jeweiligen Boxenbetreibern. Nur für das von der Telekom zusammengestellte Fremdsprachenprogramm ist vorerst noch ein Alleingang nötig. Doch die Telekom tritt „draußen“, soll heißen, im Handel, so gut wie überhaupt nicht in Erscheinung. Von Fremdsprachenprogrammen oder gar weiteren Vermarktungsinitiativen des Ex-Monopolisten ist nichts zu spüren. Dafür warnt sie aber in ihrem Teletext-Auftritt bei Kabel 1 gleich doppelt vor den Gefahren des Hyperbandes: „Nicht alle Hausverteilnetze sind in der Lage, Signale im Hyperband zu übertragen. Deshalb sollten Sie vor dem Abschluß eines Abonnement-Vertrages bzw. Anschaffung eines Decoders sicherstellen, daß Ihr Hausverteilnetz für die Übertragung der digitalen Signale bis in Ihre Wohnung geeignet ist.“ Nur – wen soll man fragen? Den Apotheker oder die Antennenfirma? Wer eine Fachfirma mit der Untersuchung beauftragt, muß das teuer bezahlen. Was, bitte schön, wenn die Anlage die Signale des Hyperbandes nicht transportieren kann? Wer sorgt für die Nachbesserung? Fragen über Fragen, die wohl nur die Telekom selbst beantworten kann. Dort allerdings ist bei den Hotlines auch auf energisches Nachfragen nichts zu erfahren. Einzig im Service- und Infocenter zum Kabelanschluß in Ostfriesland weiß man mehr: „Wir können Ihnen die d-box zusenden. Die kostet 1099 DM.“
RAINER BÜCKEN

Von Rainer Bücken

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