Medien 24.03.2000, 17:24 Uhr

Videoschnitt für alle

Vor der Bearbeitung eines abendfüllenden Familienfilms am Rechner sind so einige Hard- und Software-Hürden zu nehmen.

Große Videostudios sind out. Demnächst finden Videoaufnahme und -schnitt in Notebooks mit eingebauter Kamera statt. Derartige Geräte wiegen kaum 1 kg und entsprechen in den Abmessungen einer klassischen Brieftasche. Erste Produkte dieser Art sind das Vaio Notebook C1XD von Sony und das HC 7000 von Sharp, das im Herbst 2000 auf den Markt kommen soll. In diesen Geräten werden die Video-Datenströme vom Bildwandel-Chip im Objektiv direkt als Datei auf Platte gespeichert und dann mit einer Videoschnitt-Software editiert. Diese Software fügt auch gleich Bildeffekte sowie Kommentar-Ton per integriertem Mikrofon hinzu. Am Ende wird der Film errechnet (gerendert) und auf die Internet-Homepage gestellt- oder eben auf ein digitales DV-Band aufgezeichnet
Apple Macintosh verfolgt in seinen neuen Rechnertypen ganz ähnliche Konzepte. Da gibt es den iMac DV, mit 13 GByte-Festplatte. Er besitzt gleich zwei Firewire-Buchsen, diese konkurrenzlos schnellen digitalen Schnittstellen, die sich derzeit im digitalen Foto- und Videobereich als Datenverbindung durchsetzen. Der USB-Datenbus beispielsweise wäre für Video-Datentransfer viel zu langsam. iMacs Videoschnittsoftware heißt iMovie und ist im Gegensatz zu mancher Profi-Schnittsoftware so praktisch aufgebaut, dass auch der Neuling gleich weiß, was zu tun ist.
Die Welt der digitalen Videofilmer und -bearbeiter kann also einfach sein – vorausgesetzt, man kann sich passend dazu gleich neue Hard- und Software leisten. Wer Lösungen für den vorhandenen Rechner sucht, hat“s da schon ein wenig schwieriger.
Generell gilt: Neue Videoschnittsoftware – auch Einsteigerprogramme – verlangen mindestens Pentium-300-Rechner und 32 MByte Arbeitsspeicher. Wer da nicht mithält, sollte lieber die Vorgängerversion des Programmes erwerben – sonst sieht er womöglich nur Ruckelbilder. Die Wahl der Digitalisierungs- oder Capture-Karte, mittels der dem PC die passenden Videoeingänge implementiert werden, hängt vom Aufnahmegerät ab. Genau wie Camcorder früher analog, jetzt digital arbeiten, gibt es auch Hardwareeinschübe für digitales oder analoges Video.
Da bis in drei Jahren die analogen Camcorder mit VHS oder 8-mm-Aufzeichnungssystemen vom Markt verdrängt sein werden, gehört die Zukunft eindeutig den PC-Schnittlösungen mit der digitalen Eingangsbuchse. DV und Firewire-Buchse setzen sich durch – zumal die Bildqualität des digitalen Bildaufzeichnungssystems professionelles TV-Niveau erreicht und beim Kopieren keine Qualitätsverluste auftreten.
Klassische analoge Schnittlösungen wie der „AV Master“ von Fast Electronics oder „DC30“ von Pinnacle/Miro (beide um 1200 DM), mutieren zu Nischenprodukten. Sie werden von neuen Grafikkarten mit Videoeingängen ersetzt wie z. B. die ATI „All in Wonder“, eine leistungsfähige 16/32-MByte-Grafikkarte mit TV-Empfang und DVD-Decoder für rund 500 DM. Sie kann fast alles, was früher hochwertige Videokarten erledigten.
Ein Dutzend Schnittpakete für Digitalfilmer wie „Pinnacles Studio DV“ für 600 DM oder der „Canopus Raptor“ für 1800 DM beherrschen den Markt. Die teureren dieser Lösungen rendern schneller und besitzen Analoganschlüsse, die Sofortausgabe auf TV oder Videorekorder möglich machen. Die günstigen Lösungen sind genau genommen nichts anderes als Firewire-Controllerkarten, die nur dem Rechner diesen Datenbus zur Verfügung stellen. Den Rest besorgen Prozessor und Software. Die Folge: Ein Trendprodukt wie das Asus-Mainboard P3B 1394 hat für 430 DM die Buchse samt Controller bereits auf der Hauptplatine. Tüftlern, die sich gerade einen PC aufbauen, kostet die Videooption mit dieser Hauptplatine gerade mal 100 DM Aufpreis – Schnittprogramm inbegriffen.
Und es gibt natürlich auch Lösungen für all die Filmer, die mit dem PC am liebsten gar nichts zu tun haben. Sie sehen aus wie Videorekorder ohne Kassettenschlitz, die sich per Menüeinblendung am normalen Fernseher bedienen lassen. Im Inneren dieser wohnzimmertauglichen Lösungen steckt auch ein Rechner, doch der muss nicht geöffnet oder konfiguriert werden. Der Klassiker dieser Gattung „Avio“ kostet rund 2800 DM – nur noch halb soviel wie ihr Vorgänger „Casablanca“. Auch applied magic hat bei „Sequel“ mit knapp 4000 DM den Preis für das professionelle Stand-alone-System Screenplay halbiert MARTIN BIEBEL
Filmgenuss der Extraklasse: Immer mehr Konsumenten produzieren mit Camcorder und Computer ihre eigenen Filme.
Wer PCs nicht mag, kann an Stand- alone-Geräten dieser Art kreative Schnitte setzen.
Das Softwareprogramm Premiere von Adobe gilt schon jetzt als Klassiker – auch bei vielen professionellen Filmfreaks.

Videobearbeitung am PC

Speicherkapazitäten entscheiden

Video-Rohmaterial muss zuerst auf das Schnittsystem überspielt (gecaptured) werden. Diese Szenen (Clips) können nun auf dem Rechner bildgenau nachbearbeitet, gekürzt oder gelöscht werden. Als lange Bilderkette werden sie in der Schnittsoftware auf einer Timeline, einer Zeitachse, frei arrangiert. Wer schnell arbeiten möchte, braucht eine gute Vorschau, die das Ergebnis einer Schnittoperation sofort in ordentlicher Qualität wiedergibt. Am besten bewähren sich Programme mit „smart rendering“, bei denen nicht mehr jede Änderung in der Timeline eine komplette Filmneuberechnung verursacht. Das spart Zeit und Speicherkapazität.
Denn Achtung: Eine Sekunde Video schluckt 2 MByte bis 4 MByte. Hochgerechnet auf fünfzehn Minuten Rohmaterial fallen je nach Qualität zwischen 1,8 GByte bis 3,6 GByte an. Große Festplatten sind also Pflicht.
Besonderes Augenmerk ist der Betitelung und der Audiomischung eines Schnittprogrammes zu schenken. Insertschnitt und drei Tonspuren für Originalgeräusch, Kommentar und Musik sollten auf der Timeline Usus sein. Für die Ausgabe auf Videoband sind Analogausgänge für den VHS-Videorekorder nötig. Digitale Schnittkarten erweitern die Ausgabe auf einen Camcorder, der über seine DV-Buchse auch aufzeichnen kann. mb

Von Manfred Burazerovic

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