Medien 03.10.2003, 18:26 Uhr

Verlage zwischen Hoffen und Bangen

Die Deutschen lesen lieber, als Sport zu treiben, so eine Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Auf Rang acht von 39 Lieblingsbeschäftigungen rangiert der Griff nach dem Buch. Doch der Umsatz der Branche ist rückläufig, die Verlage müssen sich zur Frankfurter Buchmesse (8. bis 13. Oktober) kräftig ins Zeug legen.

Der Börsenverein-Chef Dieter Schormann mag in dem Umsatzrückgang der Verlage von 2,8 % im Jahr 2002 allerdings keine Krise sehen: Die Branche leide ebenso wie der gesamte Einzelhandel unter der geringen Konsumbereitschaft.
Wenn weniger gekauft wird, wird auch weniger produziert. So sank die Zahl der Titel um 7,3 %. Im Plus lagen lediglich die Kinderbücher. Angeregt, wohl auch durch den Harry-Potter-Boom, kamen gleich 7,4 % mehr neue Titel auf den Markt.
Alle Titel gilt es nun bestmöglich zu vermarkten. Denn die Konkurrenz ist hart, und die Aufmerksamkeit der Medienkunden will erobert werden. Vom kommenden Mittwoch (8. Oktober) bis zum 13. Oktober präsentieren sich Verlage aus aller Welt in den Frankfurter Messehallen. Am Main werden dann 2600 deutsche und 3800 ausländische Aussteller präsent sein. Darunter übrigens auch zahlreiche Anbieter von digitalen Literaturformen: Hörbücher finden immer mehr Fans, die in Deutschland noch immer verschmähten E-Books könnten auf Handheld-Computern eine neue Chance bekommen (siehe Kasten und Seite 25).
Trotz der – im Vergleich zu anderen Branchen – immer noch relativ guten Zahlen kriselt es in den Verlagshäusern. In der Branche beginnen die Aufkäufe. Nicht nur die Nummer eins auf dem Weltmarkt, Random House (Bertelsmann), ist auf Einkaufstour. Der Berlin Verlag gehört mittlerweile dem britischen Bloomsbury Verlag. Renommierte Häuser wie beispielsweise Piper oder auch der Harry-Potter-Gewinner Carlsen firmieren lediglich noch unter ihren Namen, sie gehören jedoch inzwischen zum schwedischen Medienkonzern Bonnier.
Die Springer-Buchgruppe Ullstein-Heyne-List (UHL) wurde jüngst von Random House gekauft. Diese größte Übernahme in der deutschen Verlagsgeschichte liegt allerdings derzeit noch in den Händen des Kartellamtes. Die Bertelsmann-Buchtochter muss einen Käufer für Ullstein-List vorweisen, wenn sie den Gewinn bringenden Heyne-Verlag behalten möchte.
Wem welcher Verlag gehört, interessiert die Leser allerdings kaum. Eine Umfrage des Düsseldorfer Marktforschungsinstituts Innofact zeigt, dass kaum ein Buchkäufer sich für den Verlag interessiert, der hinter der neuen Lektüre steht. Selbst den Carlsen-Verlag kennen die Harry-Potter-Fans in der Regel nicht.
Auf der Bekanntheitsliste stehen an der Spitze Rowohlt und Heyne oder auch Brockhaus und Langenscheidt. Darüber hinaus kaufen die Bücherwürmer nach Titel und/oder Autoren. Ein Markenbewusstsein gibt es in dieser Branche kaum.
Bei den Fachverlagen dagegen zählt der Name mehr als in der Belletristik. So machte die Übernahme des renommierten Heidelberger Springer-Verlages durch Bertelsmann durchaus Schlagzeilen. Damit setzte sich der Gütersloher Konzern unter „BertelsmannSpringer“ an die Spitze der zehn größten deutschen Fachverlage, gefolgt von Holtzbrinck.
Doch auch im Fachbuchbereich sind die Umsatzzahlen rückläufig. Für die Sach- und Schulbuch-Verlage meldet der Börsenverein ein Minus. Der Umsatz lag mit gut 3 Mrd. ® rd, 2,9 % unter dem des Vorjahres.
Bislang war die überwiegend mittelständisch orientierte Branche für Einkäufer aus dem Ausland wenig attraktiv. Der Markt für Fachbücher ist traditionell ein nationaler Markt. Doch die Beraterfirma KPMG erwartet hier „mittelfristig eine deutliche Verstärkung der Aktivitäten internationaler Verlagshäuser und Finanzinvestoren in Deutschland“.
Eine Vorhersage der KPMG-Experten hat sich bereits erfüllt: BertelsmannSpringer gehört seit Ende August der britischen Investorengruppe Cinven and Candover und wird nun mit dem Start der Buchmesse „Springer Science+Business Media“ heißen. Damit der gute Ruf des wissenschaftlichen Verlages weiterlebt, wird das Logo „Springer“ im Original weiter erhalten.
Übrigens: Mit der Zahl der Titel verringerte sich auch die Anzahl der Übersetzungen. Mit einem Anteil von 62,2 % liegen die Bücher aus dem englischen Sprachraum in Deutschland derzeit an der Spitze. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 6223 neue Titel aus anderen Ländern. Während in Deutschland britische und amerikanische Autoren bevorzugt werden, sind die englischsprachigen Leser weniger an deutscher Literatur interessiert. Die meisten Lizenzen gingen nach Asien. Die Nachfrage führen Korea und China an, gefolgt von den osteuropäischen Ländern. BIRGIT BÖHRET/zel
Die Frankfurter Buchmesse ist am Wochenende für Privatbesucher geöffnet.
Öffnungszeiten: Freitag, 10. Oktober: 16.30 Uhr bis 20.30 Uhr Samstag/Sonntag, 11./12. Oktober: jeweils 9.00 Uhr bis 18.30 Uhr Montag, 13. Oktober, 9.00 Uhr bis 13 Uhr. Wochenendkarte: 25,-€ Tageskarte Freitag und Montag je 5 €, Sa./So. je 9 €.

 

Von Birgit Böhret/Zel

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