Medien 01.06.2007, 19:28 Uhr

TV-Kabel als Datenautobahn mit bis zu 100 Mbit/s  

VDI nachrichten, Köln, 1. 6. 07, jdb – Die 9. Anga Cable, Fachmesse für Kabel, Satellit und Multimedia, schloss mit einem Aussteller- und Besucherrekord. Hochrangige Vertreter der TV-Branche und der Medienpolitik machten den begleitenden Kongress zu einer echten Konkurrenz für das im Juni stattfindende Medienforum NRW. Vor allem das Thema „Verschlüsselung“ wurde wieder einmal kontrovers diskutiert.

Thomas Braun, Präsident der Anga Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber, war zufrieden: Mit einem neuerlichen Besucherrekord ging Ende vergangener Woche die 9. Anga Cable in Köln zu Ende. Insgesamt nahmen erstmals mehr als 10 000 Fachbesucher an der Kongressmesse für Kabel, Satellit und Multimedia teil. Braun: „Damit hat die Anga Cable die Vorjahreszahlen sowohl auf der Besucher- als auch auf der Ausstellerseite erneut übertroffen.“

Der messebegleitende Fachkongress Anga Cable Convention verzeichnete dieses Jahr erstmals über 1200 Teilnehmer und eine deutlich gestiegene Präsenz von Programmveranstaltern und Vertretern der Medienpolitik. In der Tat waren vor allem die Strategie-Sessions des Kongresse hochrangig besetzt und bildeten so eine echte Konkurrenz zum Medienforum NRW, das exakt einen Monat nach der Anga Cable in Köln stattfinden wird.

Neben der spürbaren Investitionsbereitschaft der deutschen Kabelnetzbetreiber trug auch der hohe Anteil internationaler Besucher zu einer durchweg positiven Stimmung bei. Braun: „Die Netzbetreiber geben jetzt richtig Gas. Dem Netzausbau folgen fast täglich wachsende Bandbreiten und Produktbündel. Wir wollen die Zahl unserer Triple-Play-Kunden bis nächstes Jahr vervielfachen.“

Möglich sei dies nur, so Braun, weil mittlerweile auch die großen Anbieter der Netzebene 3 (die überregionalen Kabelriesen KDG, Unitymedia und Kabel BW) erkannt hätten, dass der Netzausbau voranschreiten müsse. „Wir als Vertreter der Netzebene 4 haben den Ausbau schon lange forciert“, sagte der Anga-Präsident, warnte aber eindringlich davor, einen Keil zwischen die NE3- und NE4-Anbieter zu treiben: „Unsere Wettbewerber sitzen außerhalb der Kabelbranche.“

Gemeint sind vor allem die Telekommunikationsanbieter, allen voran die Telekom, die ja auch verstärkt auf Triple Play setzen. „Die Kabelnetzbetreiber beanspruchen hier die Rolle des Preisführers“, sagte Braun und verwies auf den neuen Standard Docsis 3.0, mit dem in Kabelnetzen Datenverkehr bis zu 100 Mbit/s möglich werde. „Das ist zweimal so schnell wie beim VDSL-Netz der Telekom.“

Im klassischen Fernsehgeschäft steht die Kabelbranche vor der umfassenden Digitalisierung ihrer Angebote, wobei die Forderung der privaten Rundfunkanbieter nach Adressierbarkeit der Kunden, sprich Verschlüsselung des TV-Angebots, wieder kontrovers diskutiert wurde. Braun machte dabei klar, dass das analoge TV-Angebot im Kabel bestehen bleiben werde, bis alle strittigen Fragen geklärt seien.

Doch die Verschlüsselungsthematik, das zeigte mehr als eine Diskussion auf der Anga Cable, wird trotz des erklärten Widerstands der öffentlich-rechtlichen Sender wohl auf den Fernsehzuschauer zukommen: SES Astra will seine viel diskutierte Entavio-Plattform nun zunächst mit einem Pay-TV-Angebot von Premiere starten, doch auch bisherige Free-TV-Sender sind nach wie vor daran interessiert, auch über den Satelliten eine Adressierbarkeit ihrer Zuschauer zu erreichen. Und dazu brauchen sie eine verschlüsselte Plattform, wie sie Entavio bietet.

Settop-Boxen oder TV-Empfänger ohne eingebautes Verschlüsselungssystem bzw. eine (zusätzliche) Common-Interface-Schnittstelle (CI), an der theoretisch beliebige Verschlüsselungssysteme nachgerüstet werden können, sind also keine zukunftssichere Investition. Der Teufel steckt hier im Detail, denn zwischen den Anbietern von Verschlüsselungstechnologien herrscht harter Wettbewerb.

So sind zwar aufgrund einer EU-Richtlinie Fernsehgeräte, die einen digitalen Sat- oder Kabelempfänger eingebaut haben, bereits mit einem CI-Schacht ausgerüstet, aber zumindest für das in Deutschland viel verwendete Nagravision-System gibt es noch keine Module. Das werde sich aber, so versprach Nagravision-Geschäftsführer Klaus Bechtold, bis Weihnachten ändern. „Hier hat uns der Markt überholt, und wir stehen jetzt unter Zeitdruck eine akzeptable Lösung zu schaffen.“ Problem sei, dass der neue CI-Standard noch nicht fertig sei, der eine der Kernprobleme der Schnittstelle löse: Die ungesicherte Verbindung zwischen Modul und Empfänger, denn hier könnten „Schwarzseher“ eingreifen.

Nagra-Wettbewerber Conax befürwortet daher auch eine andere Lösung: herunterladbare Verschlüsselungssysteme, die über Satellit oder Kabel in den Empfänger gelangen. Allerdings befürchtet Conax-Manager Theo van Aalst Wettbewerbsverzerrungen: „Wenn der Schlüssel für das Ladeprogramm bei einem Wettbewerber liegt, kann der beliebig konkurrierende Verschlüsselungssysteme aussperren.“ Das Schlechteste aber sei, wenn der Zuschauer gezwungen werde, mehrere Settop-Boxen zu stapeln: für jedes Verschlüsselungssystem eine. jdb

Von Jens D. Billerbeck

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