Medien 08.10.2004, 18:34 Uhr

Suche nach dem ewigen Bild

VDI nachrichten, Köln, 8. 10. 04 -Die weltgrößte Fotomesse in Köln hatte sich in diesem Jahr ganz der Konvergenz von Fotografie, Informationstechnik und Telekommunikation verschrieben. Doch die Photokina (28. 9. bis 3. 10) zeigte auch die Schwierigkeiten dieser Annäherung. Noch gelten z. B. Papierabzüge als Lebensversicherung digitaler Bilder.

Der Rat der Fotoexperten ist unmissverständlich: „Am besten Sie drucken alle Ihre Bilder aus“, verkündeten unisono Bildverarbeiter und Kamerahersteller auf der Kölner Messe Photokina. Anachronismus in Zeiten der Digitaltechnik? Glaubt man Hisatayo Kato, Senior-Vizepräsident von Fujifilm, dann lassen sich zurzeit nur so die Bilder für kommende Generationen retten. „Bilder sind Erbstücke“, erklärt der Japaner mit Inbrunst auf dem Forum Digital Imaging. „Wir wollen doch auch unseren Enkeln noch die Hochzeitsfotos von heute zeigen.“
Und so avancierten auf einer Messe, die ganz im Zeichen der Kovergenz von Fotografie, IT und Telekommunikation stand, Papierabzüge zur Lebensversicherung für das digitale Bild. Im Jahre 2004 sind nach Schätzungen von Fujifilm allein in Deutschland 2 Mrd. digitale Bilder gemacht worden, was auf eine Verdoppelung der Zahlen vom Vorjahr herausläuft. „Leider verlässt ein großer Teil der digitalen Bilder niemals die Festplatte eines Computers oder die CD und ist daher vom Crash oder vom Aussterben des Trägermediums bedroht“, erklärte der deutsche Fujifilm-Geschäftsführer Helmut Rupsch. Zumal ein Printfoto von heute unter guten Bedingungen 100 Jahre hält, eine CD nur 20.
Grund genug für Fujifilm gemeinsam mit Eastman Kodak und Konica Minolta die Initiative Pass ins Leben zu rufen. „Im nächsten Jahr sollen die ersten Spezifikationen des Standards zur dauerhaften Bildarchivierung festgelegt werden“, erklärt Michael McDougall, Director Products and Services von Kodak. Er weiß auch, dass der Weg zum ewigen Bild dauern wird. „Wir müssen die Hardware, den Datenträger, festlegen, uns dann auf ein Format einigen und schließlich für die sichere Migration der Daten sorgen. Und das alles für noch völlig unbekannte Abspielgeräte der Zukunft.“
Eine schier unlösbare Aufgabe, wie es scheint. „Der Durchbruch gelingt nur gemeinsam“, erklärte in Köln Kodak-Vize Bernard Masson. „Wir versuchen daher mit vielen Partnern gemeinsam Normen zu schaffen.“ Dazu zählt z. B. Imagelink, eine technische Spezifikation, die den Druck zu Hause deutlich erleichtern soll. Für die Kompatibilität zwischen Digitalkamera und Fotodrucker soll ab 2005 ein kleiner 26-poliger Verbindungsstecker sorgen. Kameras von Kodak, Konica Minolta, Nikon, Olympus, Pentax, Ricoh und Sanyo – das entspricht 34 % des Digitalkameramarktes – unterstützen die Spezifikation. Marktriesen wie Canon und Sony halten sich noch bedeckt.
Eine branchenübergreifende Herausforderung sind auch Prints von Handy-Aufnahmen. Im Mobile Imaging und Printing Consortium, kurz MIPC, arbeiten seit Februar dieses Jahres führende Handyhersteller wie Nokia, Samsung und Siemens mit Druckerunternehmen wie Canon, Epson und HP zusammen. Seit wenigen Wochen gehören auch NEC, Fujifilm, Motorola, Kodak und andere dazu. Gemeinsames Ziel: Auf Basis der Funktechnik Bluetooth und vorhandener Speicherkarten sollen Druckerrichtlinien erarbeitet werden. „Wir kommen zügig mit der Entwicklung voran“, versicherte HP-Director und MIPC-Vorsitzender Ramon Garrido.
Ein Rundgang über die Photokina genügte, um zu erkennen, wie drängend dieses Problems ist. An Orten, wo sich Tausende von Bluetooth-fähigen Handys, Druckern und Kameras treffen, ist die Paarung zweier Geräte – und damit deren Verbindung – eine mühsame Aufgabe. „Sorry, der Drucker erkennt hier 50 Bluetooth-Geräte – kommen Sie bitte etwas später wieder“, erklärte mehr als einmal überfordertes Standpersonal. Dabei wollte man doch eigentlich nur die hohe Auflösung des Kamerahandys oder die einfache Bedienung des Minidruckers zeigen.
Doch auf die Branche warten in Zukunft noch andere Herausforderungen. Die Bildsensoren werden immer kleiner und besser. Kameras werden folglich überall sein: An der Kleidung, im Auto und am Kühlschrank. Für Marktbeoachter Alexis Gerard von Future Imaging sind Nanokameras, die der Wandfarbe beigemischt werden, keine Utopie mehr. „Die bildverarbeitende Industrie wird sich schon in zwei Jahren viel stärker mit dem Thema Datenschutz beschäftigen müssen“, das steht für Kodak-Vize Masson fest.
„Fotografie, Informationstechnik und Telekommunikation sind drei Facetten eines gemeinsamen Marktes“, davon war Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver Kuhrt zur Eröffnung der Photokina überzeugt. Wie schwierig die Annäherung dieser Facetten ist, dürfte er in den letzten Tagen erfahren haben. Wie rasant sich der Markt wandelt, verdeutlichte kaum jemand klarer als Messeneuling Nokia. Schon jetzt bezeichnen sich die Finnen als weltweit größter Hersteller von Digitalkameras. Juha Putkiranta: „Wir verkaufen von heute an bis Weihnachten mehr Kamerahandys, als es derzeit weltweit Digitalkameras gibt. Wir verkaufen in Gegenden Fotohandys, wo Menschen noch niemals ein Foto von sich selbst gesehen haben. Sie werden die ersten Fotos aus ihrem Leben im Display eines Mobiltelefones sehen.“ Bleibt zu hoffen, dass sie das dann auch ausdrucken, um es für die Nachwelt zu retten.
REGINE BÖNSCH
www.photokina.de

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