Medien 20.04.2007, 19:27 Uhr

Studenten in Baden-Württemberg verbreiten eigenes HDTV-Programm landesweit über das Kabel  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 20. 4. 07, jdb – Der hochschulübergreifende Fernsehsender HD-Campus-TV bietet Studierenden aus Baden-Württemberg ein Experimentierfeld für das Arbeiten mit zukunftsweisender Technik. Produziert wird mit journalistischem Anspruch und in höchster High-Definition-Qualität. Übers Kabelnetz gelangen die scharfen Bilder in die Wohnzimmer des Landes.

Am 2. April ging HD-Campus-TV, der erste digitale Hochschulkanal Deutschlands, auf Sendung. Schärfere Bilder als hier gibt es auf keinem Fernsehkanal zu sehen. Denn das Programm wird über das Kabelnetz Baden-Württembergs nicht nur im hochauflösenden HDTV-Format verbreitet, sondern auch durchgängig in höchster HD-Qualität produziert. Davon können andere TV-Kanäle hierzulande bislang nur träumen.

Noch besteht das Programm aus knapp zwei Stunden Sendematerial, das fortlaufend wiederholt und aktualisiert wird. Aber jede Woche kommen 15 Minuten hinzu – von Studenten pfiffig aufbereitete Nachrichten, Dokumentationen und Reportagen über Forschung, Leben und Lehre an den neun beteiligten Hochschulen aus Baden-Württemberg.

HDTV (High Definition Television) ist ein digitaler TV-Standard, der für scharfe Konturen, natürliche Farben und große Tiefenschärfe sorgt. Die höchste HD-Qualität (1920 x 1080 Pixel, Seitenverhältnis 16:9) hat eine fünfmal höhere Auflösung als die bislang übliche PAL-Norm. In den Genuss solch klaren Fernsehens können alle kommen, die TV digital empfangen – sei es über Kabel, Antenne oder Satellit – und die über ein entsprechendes Empfangsgerät verfügen. Oft werden heute noch alte Formate hochgerechnet oder Kinofilme abgetastet, um HD-Bilder zu erzeugen. Aber die maximale Qualität erreicht nur, wer die ganze Produktion digital und hochauflösend auslegt – so wie HD-Campus-TV.

„Viele Fernsehmacher haben die Universalität des Computers noch nicht erkannt“, sagt Jürgen Walter von der Karlsruher Hochschule für Technik und Wirtschaft. Gemeinsam mit seinen Mechatronik-Studenten hat er es möglich gemacht, die gesamte Kette – von der Produktion über den Schnitt bis hin zum Empfang – über PCs zu realisieren. 35 Studienarbeiten, vier Diplomarbeiten und eine Masterarbeit stecken in diesem Projekt. Neben dem großen Engagement von Jürgen Walter und seinen Studenten waren es die langjährigen Erfahrungen aus dem Internet Hochschulradio (IHR), die dem neuen Sender zum Erfolg verhalfen.

Bei der gemeinsamen Themenplanung hilft eine Onlinedatenbank, in die Studierende Dauer und Format geplanter Sendungen eintragen. Anschließend beginnt die detaillierte Produktionsplanung. Wem der Weg zur wöchentlichen Redaktionskonferenz in Karlsruhe zu weit ist, klinkt sich per Online-Messenger, Telefon oder Videokonferenz in die Diskussion ein.

HD-Kameras und weitere Ausrüstung für die im Land verteilten Redaktionen wurden aus Zuschüssen der MFG Filmförderung und der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) finanziert, die auch die gesamte Projektentwicklung und Ausbildung fördern. Die Kameras der HD-Generation kommen bei vielen Innenaufnahmen ohne zusätzliche Beleuchtung aus. Sogar die Atmosphäre in abgedunkelten Räumen kann authentisch wiedergegeben werden. Aber sie fordern von den Studierenden auch mehr Sachkenntnis und eine ruhige Hand. Unschärfen und Wackler fallen hier stärker auf als im herkömmlichen Videoformat. In Kursen und hochschulübergreifenden Workshops lernen die jungen Fernsehmacher mit der neuen Technik umzugehen.

Nach dem Dreh müssen die Studierenden das Rohmaterial schneiden, Sprechertexte einspielen, Beiträge ins Sendeformat einpassen und für verschiedene Endgeräte enkodieren. Die Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten, die in den einzelnen Arbeitsschritten möglich sind, wären von den Jungredakteuren kaum zu beherrschen. Deswegen haben Walter und sein Team eine übergeordnete Software entwickelt, die diverse Produktionsprogramme aufruft, automatisch die passenden Einstellungen vornimmt und Hilfen bereitstellt. Ein Zusatztool zeigt zum Beispiel die Sprechzeit für geschriebenen Moderationstext an.

Die fertigen Beiträge ruft Walter von den FTP-Servern der lokalen Redaktionen ab. Das Landeshochschulnetz BelWü gewährleistet eine Datenübertragung mit bis zu 10 Gbit/s. Die komplette Sendung geht per Glasfaserkabel an die Kopfstation von Kabel-BW in Karlsruhe, die HD-Campus-TV ebenfalls fördert und das Programm kostenlos in ihr Kabelnetz einspeist.

Auch Verbreitungswege jenseits des Kabels können genutzt werden. „Wir produzieren in hochwertiger Form und können dadurch alle Ausspielwege bedienen – vom Digital- und PAL-Fernsehen über die Playstation bis hin zu iPod und Handy“, erklärt Walter. Wer will, kann die Sendungen natürlich auch im Internet anschauen unter www.hdcampustv.de.

Nur die besten Beiträge aus den verschiedenen Redaktionen werden im HD-Campus-TV ausgestrahlt. „Das Schöne ist, dass der modulare Aufbau den Teams vor Ort viel Spielraum lässt“, sagt Albrecht Kutteroff von der LFK, der die Macher von IHR und HD-Campus-TV von Anfang an unterstützt hat. „Jede Hochschule kann je nach Interessenlage ihre eigenen Schwerpunkte entwickeln und ihr Programm zusätzlich über lokale Sender und andere Distributionswege verbreiten“, so Kutteroff. HD-Campus-TV sei „eine attraktive und unterhaltsame Möglichkeit, sich für neue Nutzergruppen interessant zu machen“.

Nach der Startphase könnten sich weitere baden-württembergische Hochschulen an HD-Campus-TV beteiligen. Interessenten gibt es genug. „Mit einigen“, sagt Kutteroff, „führen wir schon seit längerem Gespräche.“ SILVA SCHLEIDER

Von Silva Schleider

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