Medien 07.01.2005, 18:36 Uhr

Streit um TV-Entschlüsselung

VDI nachrichten, Düsseldorf, 7. 1. 05 – Nagravision, kurz Nagra, und Conax heißen die beiden Verschlüsselungssysteme, die derzeit den deutschen TV-Kabelmarkt dominieren. Während Premiere und Kabel Deutschland mit ihrer Entscheidung für Nagra den Markt beeinflussen, setzen die kleineren Kabelnetzbetreiber auf Conax.

Heinz-Peter Labonte, Vorstand des Fachverbandes Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK), machte seiner Unzufriedenheit beim 7. Kabelkongress in Leipzig Luft: „Kabel Deutschland will offenbar zu den früheren Monopolzeiten zurückkehren.“ Denn: Vermarktung und Kundenbeziehungen der bislang ausgelieferten 132 000 digitalen Empfangsboxen DC220KKD von Pace erfolgen über Verkauf und Smart-Card-Freischaltung direkt durch Kabel Deutschland (KDG). Und das auch dort, wo der Zugang zu den Kunden über eine andere Kabelgesellschaft der Netzebene 4 (für die Zulieferung bis zum Haus) läuft. Zwar kann Kabel Deutschland theoretisch rund 10 Mio. Haushalte versorgen, doch den direkten Zugang gibt es nur zu ca. 3,3 Mio. Kunden. 30 Programme lässt die KDG für ihr „Kabel Digital Home“-Paket mit dem modifiziertem System Nagravision (Conditional Access) verschlüsseln. „Wir dürfen nur das Analog-Signal berechnen, das digitale Entgelt kassiert die KDG“, kritisiert Labonte. Befürchtete Konsequenz: Wird analog abgeschaltet, verlieren die Betreiber der NE4.
NE4-Betreiber, die in den beiden Verbänden FRK und Anga zusammengeschlossen sind, planen nun eine Gegenstrategie – mit eigener Box und anderer Verschlüsselungstechnik. Während Premiere (rd. 3 Mio. Digitalkunden, davon ca. 50 % Kabel) und die KDG auf das Schweizer System Nagravision setzen, favorisieren viele FRK- und Anga-Mitglieder jetzt das norwegische Conax.
Sicherheit, Flexibilität und technische Überlegenheit bescheinigen Experten dem Conax-System, ähnliches spreche für Nagra, so die Befürworter.
Anett Klose-Hofmann, Geschäftsführerin der Kabelcom Rheinhessen KCR, versprach in Leipzig, allen 15 000 angeschlossenen Kunden gratis eine digitale Kabelbox von Technisat zur Verfügung zu stellen. „Damit kann jeder Zuschauer zusätzlich 62 freie Digitalprogramme empfangen, die Conax-Entschlüsselungstechnik ist im Modell Digit MF4-K integriert.“ Mit der Box und einer Smartcard seien zudem digitale Kabelkanäle mit ausländischen Sendern und verschiedenen Pay-Programmen von VisAvision/Kabelvision zu empfangen, die via Eutelsat zur Kabel-Einspeisung ausgestrahlt werden.
Zwei weitere Digital-Projekte mit 50 000 Haushalten sind von der FRK geplant, wobei auch Kabelboxen von TechnoTrend eingesetzt werden. In den Bosch-Breitbandnetzen, die gerade von Ewt erworben wurden, gewinnt Conax ebenfalls an Bedeutung.
Auch Visavision hat sich für Conax entschieden. Dabei steht Geschäftsführerin Martina Rutenbeck auch einer Simulcrypt-Lösung offen gegenüber. „Das war jedoch von Nagra nicht gewünscht. Und wir wollten unseren bisherigen Kunden nicht zumuten, ihre Boxen auszutauschen“, so Rutenbeck.
Ursprünglich war die Programm-Plattform mit Nagra-Verschlüsselung gestartet. Aber: Nagra ist nicht gleich Nagra: „Die von uns implementierte alte Nagra-Version und die neue Version, für die sich später KDG und Premiere entschieden haben, sind zwei völlig verschiedene technische Systeme“, so Rutenbeck. Sie rät ihren Kunden, zu denen vor allem unabhängige Kabelnetzbetreiber zählen, „grundsätzlich zu offenen Boxen. Dies heißt mit Common Interface, um wirklich eine offene Plattform bieten zu können und auch zukunftssicher zu sein.“
Auch Premiere-Chef Georg Kofler wird vielleicht künftig nicht mehr nur auf ein System setzen, denn er will die Verbreitung der Premiere-Abos weiter steigern. Er erklärte während des Ewt-Kabelforums in Berlin die Boxenfrage zur „Chefsache“ und versprach „konstruktive Ideen.“büc/zel

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