Fußball-Bundesliga 20.04.2012, 11:58 Uhr

Sky schlägt Telekom bei Poker um Bundesliga-Rechte

Die vor dem Fernseher sitzenden Fußballfans können in den kommenden Jahren ihre Sehgewohnheiten weitgehend beibehalten. Der Pay-TV-Sender Sky fegte den Konkurrenten Deutsche Telekom beim Poker um die Liveübertragungsrechte vom Spielfeld.

Sky-Chef Brian Sullivan hat hoch gepokert – und gewonnen. Sein nach wie vor defizitärer Pay-TV-Sender Sky wird bis zur Spielzeit 2016/17 weiterhin alle Spiele der Bundesliga live ausstrahlen. Mitbieter Telekom, der bisher die Rechte für das internetbasierte Fernsehen (IPTV) hatte, ging leer aus. Im Bereich des frei empfangbaren Fernsehens bleibt die Sportschau der ARD ebenso wie das Sportstudio des ZDF den Fernsehzuschauern mit Berichten von der Bundesliga wie gewohnt erhalten. Auch der TV-Sender Sport1 (früher DSF) erwarb wieder die gleichen Rechte wie in den letzten Jahren. Neu dabei: der Axel-Springer-Verlag.

Diese Ergebnisse präsentierte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Dienstag in einem Hotel am Flughafen in Frankfurt am Main. Die Vertreter der 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga genehmigten den Vorschlag des Ligavorstandes einstimmig.

Sky zeigt sich nach dem Erfolg bei den Bundesliga-Rechten hocherfreut

Brian Sullivan, Vorstandsvorsitzender Sky Deutschland, zeigte sich nach der Entscheidung hocherfreut: „Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für unsere Kunden. Diese neue Vereinbarung bedeutet, dass Sky-Kunden auch weiterhin sämtliche Spiele der ersten und zweiten Bundesliga, die zu den spannendsten Fußball-Ligen in Europa gehören, live und in HD sehen können.“ Darüber hinaus bekomme man mit den zusätzlich erworbenen Rechten Sicherheit für die nächsten fünf Jahre. Sullivan: „Das eröffnet uns großartige neue Möglichkeiten für Wachstum und Innovation. Die DFL ist ein wichtiger Partner für Sky und wir freuen uns, die langjährige Partnerschaft auszubauen.“

Mit großem Bedauern hat wie zu erwarten die Deutsche Telekom auf die Vergabe der Rechte an die Konkurrenz reagiert. Er sei „echt enttäuscht“, sagte Marketing-Geschäftsführer Christian P. Illek am Dienstag nach der Entscheidung der DFL. „Wir sind angetreten, um zu gewinnen“, betonte er.

Bisher hielt die Telekom die Mobilfunk-Übertragungsrechte und die Rechte für den Verbreitungsweg IPTV, bei dem Fernsehen über Internet empfangbar ist. Für die neue Runde ab der Saison 2013/14 hatte sich das Unternehmen als Konkurrent für den Bezahlsender Sky Deutschland auch um die umfänglichen Live-Pay-TV-Rechte beworben.

Telekom geht bei Vergabe der Bundesliga-Rechte komplett leer aus

Doch die Telekom ging bei der Vergabe ganz leer aus. Das Unternehmen setzt nun nach den Worten Illeks auf eine kommerzielle Einigung mit Sky. Auch Sky müsste ein großes Interesse daran haben, die Infrastruktur von IPTV über die Telekom zu nutzen. Ob es das für die Telekom produzierte Produkt „Liga total“ in der jetzigen Konstellation weitergeben werde, wage er aber zu bezweifeln, fügte Illek hinzu.

Für Sky Deutschland, dessen Aktienkurs nach einer Vorabmeldung der Bild-Zeitung am Montagabend kräftig anzog, ist der Sieg gegen den Wettbewerber Telekom teuer erkauft: Die Unterföhringer werden durchschnittlich 485,7 Mio. € pro Saison an die DFL zahlen; bisher waren es etwa 250 Mio. €.

Dank des Bieterwettstreits um die Liverechte bricht also im deutschen Profifußball ab Sommer 2013 ein neuer Reichtum aus: Die DFL erzielte beim Verkauf der audiovisuellen Medienrechte einen unerwartet hohen Zuwachs um mehr als 50 % auf durchschnittlich 628 Mio. € pro Spielzeit ab der Saison 2013/14. Das bedeutet eine Mehreinnahme von 216 Mio. € pro Saison gegenüber der laufenden Rechteperiode für die Bundesliga-Vereine.

Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball rief dann auch alle Klubs, die Schulden haben, auf, mit den erhöhten Einnahmen ihre Verbindlichkeiten abzubauen. Er hoffe, dass die Spielergehälter nun nicht inflationär steigen würden, erklärte Rauball. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erklärte: „Das ist ein Abschluss, der über den Erwartungen liegt.“ Das spiegele die Popularität und den hohen Stellenwert des Fußballs in Deutschland wider. „Wir sind froh, dass mit den neuen Medienverträgen die wirtschaftliche Position des Profifußballs in Deutschland abermals gestärkt wird, wovon auch der Amateurfußball profitiert“, sagte Niersbach in Frankfurt.

Fußball bei Sky und im Free-TV: ARD, ZDF und Sport1 zeigen auch Bundesliga

Neben ARD und ZDF, die wie gewohnt im Free-TV in der Sportschau und dem Aktuellen Sportstudio berichten dürfen, kam auch Sport1 wieder zum Zuge: für die Berichterstattung aus der 2. Bundesliga im Free-TV. Zudem hat Sport1 exklusive Free-TV-Rechte an den Zusammenfassungen der Freitags- und Samstagsspiele der Bundesliga für eine Nachverwertung am Sonntag erworben.

Neuer DFL-Partner auf der DFL-Rechtebühne ist der Axel-Springer-Verlag. Er sicherte sich die Rechte an den Highlight-Zusammenfassungen für das Web- und Mobile-TV zur Nutzung über Computer und Smartphones.

Von dapd/Jens D. Billerbeck

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