Medien 23.11.2007, 19:31 Uhr

Rundfunk muss Frequenzen mit Telekommunikationsanbietern teilen  

Der digitalisierte Rundfunk muss früher als erwartet mit Anbietern neuer mobiler Telekommunikationsdienste konkurrieren.

Die Telekommunikationsbranche hat es im Streit um frei werdende Frequenzen am Ende doch noch geschafft. 72 MHz des begehrten Ultrakurzwellenspektrums (UHF) können Frequenzverwalter in Europa, Asien und dem Mittleren Osten künftig für neue, mobile Dienste, darunter auch Wimax, vergeben.

Die Bevorzugung für den Rundfunk für diesen Bereich, der zwischen 790 MHz bis 862 MHz liegt, entfällt mit der Entscheidung der Weltfunkkonferenz (WRC) vom vergangenen Freitag. Nord- und Südamerika sprachen der Telekombranche sogar noch einen breiteren Korridor (698 MHz bis 862 MHz) im bislang für den Rundfunk reservierten Spektrum zu. Unmittelbar nach der Konferenz analysierten die Experten noch, welche Konsequenzen die Unterschiede für die Entwicklung von Geräten mit sich bringen.

Der Generalsekretär der für die WRC verantwortlichen Internationalen Fernmeldeunion (ITU) Hamadoun Touré zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. Die WRC 07 sei ein „Markstein“ auf dem Weg zur Entwicklung künftiger Informations- und Kommunikationsangebote, teilte Touré per Pressemitteilung mit. „Jeder wird von der digitalen Dividende profitieren, die auf der Basis dieser Konferenz herauskommen wird“, sagte Touré. Aber nicht alle Parteien dürften sich als Gewinner der Konferenz sehen.

Der klassische Rundfunk, der bislang den neu zugeordneten UHF-Bereich nutzt, hatte sich klar für eine Verschiebung der Öffnung ausgesprochen. Die öffentlich-rechtlichen Sender verwiesen auf den Start von DVB-T, der durch mögliche Interferenzen mit Mobilfunkangeboten behindert und gestört werden könnte. Bis zuletzt durfte man auf Unterstützung der Mitgliedsstaaten der Europäischen Konferenz der Verwaltung für Post und Telekommunikation (CEPT) hoffen.

Die dort versammelten Regulierungsbehörden aus 46 europäischen Staaten hatten sich im Vorfeld dafür ausgesprochen, die digitale Dividende erst später zu verteilen. Noch werden die jetzt für neue Dienste avisierten Frequenzen teilweise für den Rundfunk genutzt.

Allerdings zeichnete sich schon in den vergangenen Woche ab, dass es an der CEPT-Front bröckelte. Der Präsident des Verbands Privater Rundfunk- und Telekommunikationsanbieter (VPRT), Jürgen Doetz, sah sich dazu veranlasst, die deutsche Delegation in Genf brieflich noch einmal an den CEPT-Beschluss zu erinnern, wie der VPRT bestätigte.

Doch auch das nützte den Rund- funkanbietern am Ende nichts mehr. Eine Frage von Seiten der Rundfunkpolitiker lautet nun, ob man die noch für den Rundfunk reservierten Kanäle auch als Puffer benötigt, um mögliche Interferenzen zwischen Rundfunk und Mobilfunkangeboten zu vermeiden – oder ob dieser Puffer auf der anderen Seite eingerichtet werden muss.

Der von großen US-Unternehmen – von Google bis Cisco – unterstützte Schritt zur Öffnung für neue Anbieter ist auf jeden Fall beschlossen. Die Frequenzen zwischen 700 MHz und 800 MHz eigne sich am besten für Breitband per Funkverbindung und damit „besonders für sich entwickelnde Länder, wo man große Distanzen zu überbrücken hat und es etwa tropische Wälder gibt“, unterstrich Robert Pepper, Senior Director Government Policy bei Cisco in Washington.

„Die WRC-Ergebnisse kommen recht nah an das heran, was wir wollten“, sagt David Pringle, Sprecher bei der GSM Association, dem Verband der GSM-Anbieter. Zwar sei die unterschiedliche Zuweisung – Europa 72 MHz, Nord- und Südamerika 108 MHz – ein kleiner Wermutstropfen und er bedeute, dass die Gerätehersteller entsprechend zu reagieren hätten. „Die Märkte sind aber in beiden Fällen ausreichend groß, um die Kosten für neue Endgeräte attraktiv zu gestalten, besonders für die amerikanische Region, deren Beispiel eine Reihe asiatischer Länder wie China und Japan folgen will.“

Letztere wollen so entgegen der für ihre Region beschlossenen kleineren Zuteilung auch 108 MHz Bandbreite für neue mobile Angebote bereithalten. Ganz perfekt sei der Erfolg also nicht, dennoch ist man bei der GSM Association so zufrieden, dass man bei der Frage nach möglichen Nachforderungen für die nächste Wellenkonferenz in vier Jahren (WRC 2011) zögert.

Natürlich werde es auch noch eine ganze Weile dauern, bis das Spektrum tatsächlich zur Verfügung stehe, denn an vielen Stellen sei es noch vom Rundfunk genutzt. Aber man habe die WRC 07 auch nicht als Motor für kurzfristige Entwicklungen betrachtet, sondern vielmehr als ein Instrument für langfristige politische Weichenstellungen.

Kurzfristig könnte sich der Effekt der WRC aber nach Einschätzung von US-Medien wie der New York Times schon Anfang kommendes Jahres zeigen: Sollten Google, Apple und Yahoo im Januar bei der Lizenzierungsrunde um Funkfrequenzen in den USA mitbieten, könnten die erzielten Preise höher ausfallen, da man sich als Vorreiter einer mit den WRC-Beschlüssen anerkannten und offenbar unaufhaltsamen Entwicklung sieht. MONIKA ERMERT

www.itu.int/ITU-R

Von Monika Ermert

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