TV und Internet 31.08.2012, 11:00 Uhr

RTL will TV-Marktführer bleiben

Die Digitalisierung verändert das Fernsehgeschäft. Deutlich wurde das einmal mehr auf der Präsentation des neuen Programms von RTL. Der Kölner Privatsender ist noch Marktführer und möchte es auch bleiben. Aber das Publikum schrumpft – wie bei anderen großen Sendern in Deutschland auch. Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz für das klassische „lineare“ Fernsehen durch TV-Konserven im Internet. RTL-Chefin Anke Schäferkordt versteht nicht, wieso Kartellamt und Gerichte ihrem Sender hier Grenzen setzen.

RTL verteidigt seine Vorherrschaft in den deutschen Wohnzimmern.

RTL verteidigt seine Vorherrschaft in den deutschen Wohnzimmern.

Foto: AVM

VDI nachrichten: Als gesellschaftskritischer Sender ist RTL bisher noch nicht aufgefallen, aber sie zeigen in der nächsten Programmsaison verstärkt Formate wie „Christopher Posch – ich kämpfe für Ihr Recht“, „Helena Fürst – Anwältin der Armen“, „Ärztepfusch? Dr. Gardain klärt auf?“, „Secret Millionaire“ oder „Armes Deutschland, reiches Deutschland – Peter Kloeppel unterwegs in einer sozial gespaltenen Republik“. Wie kommt das?

Schäferkordt: Wir gehen davon aus, dass diese Themen unsere Zuschauer interessieren. Mit unseren täglichen Magazinen decken wir solche Themen sowieso ab und erhalten auch sofort ein Feedback der Zuschauer. Wir wissen beispielsweise aus „Punkt 12“ sehr gut, was unser Publikum im Moment bewegt. Parallel betreiben wir auch Medienforschung. Mit dem Thementag „Armes Deutschland, reiches Deutschland“ hinterfragen wir, ob sich die deutsche Gesellschaft in zwei Lager spaltet – so wie es in vielen anderen Ländern schon der Fall ist.

RTL wird gesellschaftskritischer

Sie sagen, dass Zuschauerquoten wie in der Vergangenheit durch die Digitalisierung und damit einhergehend immer mehr Sendern nicht mehr möglich sind. Wo setzen Sie zukünftig die Messlatte an?

Für uns ist wichtig, dass wir Marktführer mit deutlichem Abstand zu unseren Wettbewerbern bleiben. Jetzt warten wir erstmal den September und Oktober ab. Was die großen Sender in Deutschland angeht, liegen wir bei den Zuschaueranteilen, gemessen an anderen digitalisierten Märkten, sehr hoch. Nehmen Sie die USA, da gibt es keinen Sender im zweistelligen Prozentbereich.

Befürchten Sie durch die neuen internationalen Marktteilnehmer wie Netflix oder Google, die ja auch verstärkt audiovisuelle Inhalte anbieten werden, eine Bedrohung für Ihr Geschäft?

Wir sind sicher, dass auf lange Sicht nonlineares Fernsehen wachsen wird. Das ist in den letzten Jahren in all den Ländern passiert, wo die Digitalisierung fortgeschritten ist. Auf 5 % bis 10 % beläuft sich der Anteil von zeitversetztem Fernsehen. Ich denke, dass die lineare Nutzung aber noch stabil bleiben wird.

Nonlineares Fernsehen im Trend

Ja, wir sehen das schon als Wettbewerb gegenüber unserem nonlinearem Angebot, aber wir haben mit RTL Now, Vox Now usw. auch unsere Angebote im Internet, wo Zuschauer beispielsweise verpasste Inhalte sieben Tage lang sehen können. Als nächsten Schritt planen wir, unsere entsprechenden Angebote zurück auf den großen Bildschirm zu bringen, weil wir den Konsum von Fernsehen am PC als Medienbruch sehen. Im Moment sind wir mit allen Plattformbetreibern im Gespräch, um unsere Now-Familie wieder auf den klassischen Fernsehbildschirm zu holen. Da haben wir erste Verträge geschlossen und sind bei der Umsetzung.

Gericht untersagt Video-on-Demand-Plattform von RTL und ProSiebenSat.1

Haben Sie auch eine Alternative zur geplanten Video-on-Demand-Plattform, die per Gerichtsbeschluss untersagt wurde?

Wir verstehen die Entscheidung des Gerichts nicht. Wir wollten eine technische Plattform gemeinsam mit ProSiebenSat.1 zur Verfügung stellen und allen Sendern in Deutschland die Möglichkeit geben, diese zu nutzen. Jeder sollte die redaktionelle Hoheit für sich behalten, und auch die Werbevermarktung sollte jeder für sich vornehmen. Daher müssen wir jetzt versuchen, mit unseren Now- Angeboten zurück auf den großen Bildschirm zu kommen.

Eine Beteiligung am geplanten Portal der öffentlich-rechtlichen Sendertöchter Germany’s Gold ist keine Alternative?

Wir werden erstmal die Urteilsbegründung lesen. Und eine Genehmigung für Germany’s Gold liegt vom Bundeskartellamt ja auch noch nicht vor.

Sie werden die werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ab nächstem Jahr nicht mehr ausweisen, sondern die der „Referenzzielgruppe“ der 20- bis 59-Jährigen. Wieso dieser Wechsel?

ARD und ZDF: Video-Portal Germany´s Gold wartet auf Genehmigung

Die Demografie zeigt, dass die Gesellschaft älter wird. Ein 50-Jähriger heute agiert anders als ein 50-Jähriger vor 20 Jahren. Die Werberelevanz dieser „älteren“ Menschen hat deutlich zugenommen. Viele unserer Werbekunden haben schon seit Jahren ihre Zielgruppe umgestellt. Für die Werbekunden spielt unsere Referenzzielgruppe sowieso nicht so eine große Rolle. Sie buchen da, wo sie ihre potenziellen Kunden erreichen können. Mit dieser neuen Referenzzielgruppe schaffen wir eine Vergleichbarkeit in einer demografischen Breite, die einen Großteil der Bevölkerung abbildet.   

Von Wilfried Urbe

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