Medien 25.02.2005, 18:37 Uhr

Positive Zwischenbilanz für DVB-T

VDI nachrichten, Berlin, 25. 2. 05 – Viele Zuschauer sind erst durch DVB-T auf das Thema Digitalfernsehen aufmerksam geworden, obwohl via Satellit und Kabel längst digitaler Empfang möglich ist. Vom Erfolg des digitalen Antennenfernsehens profitiert nun auch die Konkurrenz.

Deutschland atmet auf: Das Projekt DVB-T ist am Ende!“ Wer es noch nicht wusste, erfuhr das am 29. Januar in der Berliner Zeitung. Mit einer Anzeige versuchte der größte deutsche Kabelnetzbetreiber, Kabel Deutschland, DVB-T-Kunden zum Eintritt in die Kabellandschaft bewegen zu können. „Jetzt Receiver tauschen, das bessere Fernsehen mit Kabel Digital Home schauen und dabei über 85  € sparen!“ – so wollte der Beinahe-Monopolist neue Kunden für seine neuen digitalen Programmpakete anwerben. Allerdings hatte die KDG im Kleingedruckten diverse Kleinigkeiten aufgelistet. Zunächst hätten sich die Neukunden für 12 Monate verpflichten und einen Kabelanschlussvertrag nebst Kabel Digital Home-Abonnement abschließen sollen. Zudem wäre auch der Kauf eines Digitalreceivers fürs Kabel nötig geworden.
Ganz so leicht lassen sich DVB-T-Teilnehmer offenbar nicht umstimmen. Allein in Berlin-Brandenburg sollen inzwischen knapp 300 000 Settop-Boxen und andere Empfänger verkauft worden sein. In NRW und Norddeutschland rechnen Experten mit jeweils über 800 000 Geräten und in Hessen mit 120 000. Insgesamt – so schätzt der ZVEI – wurden seit der Markteinführung bereits 2,3 Mio. DVB-T-Empfangsgeräte an den Handel verkauft, allein im letzten Quartal 2004 waren es 1,05 Mio. Stück. Dabei wird noch ein Lagerbestand von etwa 10 % angenommen.
DVB-T scheint ein Erfolgsmodell zu werden. Beispiel Bremen: „Etwa 13,8 % der Fernsehhaushalte nutzen dort bereits DVB-T – und zwar ausschließlich als Erstgerät“, sagt Dr. Tilman Lang vom Projektbüro Norddeutschland. Mit Zweitgeräten sind es gar 16,1 %. Sicherlich dürften Sozial- und Wohnstrukturen gleichermaßen zu diesem Erfolg geführt haben. Auch in Berlin und Brandenburg nutzen inzwischen mehr Haushalte den atmosphärischen Digital-Empfang als bis 2002 den analogen. Hatten vor zweieinhalb Jahren mit 170 000 Haushalten nur noch 6,5 % ihren Erst-Fernseher an einer terrestrischen Antenne, so waren es Ende 2004 7,8 % der Teilnehmer. Einen Einbruch, wie ihn viele Kritiker vorhergesagt hatten, gab es bislang nicht.
Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein. So funktioniert das aufwändig umworbene und sogar von der Politik propagierte „Überallfernsehen“ längst nicht überall. Beispielsweise sind Probleme mit dem Empfang via Laptop keine Seltenheit. Und: Ländliche Regionen profitieren kaum von den zusätzlich rund 20 Programmen, die zum Teil von den Landesmedienanstalten subventioniert werden.
Neue Dienste könnten DVB-T wiederum attraktiv machen. Bislang wurde aus medienpolitischer Bedenklichkeit kein Hörfunk über DVB-T übertragen, auch wenn alle Settop-Boxen hierfür ausgestattet sind. Daher möchte die Medienanstalt Berlin- Brandenburg (Mabb) ab kommender Funkausstellung neben den 26 Fernseh- etwa 30 Hörfunkprogramme in der Luft haben.
Schon jetzt gibt es in der Hauptstadtregion mit den 300 000 Empfangsgeräten etwa dreimal mehr als überhaupt bundesweit DAB-Radios (für Digital Audio Broadcasting) im Einsatz sein dürften. Genaue Zahlen haben Industrie und Handel bislang nicht veröffentlicht – ähnlich wie zu Zeiten Digitalen Satelliten Radios DSR, das nur kurz unkomprimierte Audioprogramme sendete.
„DVB-T wird für DAB ganz bestimmt nicht der Sargnagel werden“, so Sascha Bakarinow von der Berliner Medienanstalt. „DAB ist vor allem ein Medium fürs Auto, für den stationären Empfang ist es nur mit einer sehr guten Zimmer- oder Außenantenne zu nutzen. Für DVB-T wiederum gibt es kaum Empfangsmöglichkeiten im Auto, wir sehen für diese Technik eher den stationären, bestenfalls portablen Anwender.“
Das kann sich ändern. Autoindustrie und Zulieferer stehen schon in den Startlöchern, um TV auf vier Rädern zu ermöglichen. Die Technik ist da und wird mit zunehmender Antennen- und Tuner-Diversity sowie neuen Chips immer besser. Uwe Daniel von Corporate Research der Robert Bosch AG nannte auf einer Veranstaltung der TV-Plattform für dieses Jahr knapp 5000 DVB-T-Geräte, die ins Fahrzeug wandern, europaweit etwa 27 000. Für 2007 erwartet Daniel 8000 Stück in Deutschland und 40 000 Stück in Europa.
So sehr die Satelliten- und Kabelkonkurrenz auch gegen die digitale Terrestrik wettert, den Marketingerfolg kann auch sie nicht leugnen. Und so kündigte der Präsident des Deutschen Kabelverbandes, Rüttger Keienburg, bei einer Euroforum-Tagung zum Thema Kabelnetze an, eine ähnliche Dachmarkenstrategie wie beim „Überallfernsehen“ für die Kabelbranche ins Leben zu rufen.RAINER BÜCKEN
 www.ueberallfernsehen.de
www.mabb.de;
www.garv.de

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