Visualisierung 17.06.2011, 19:54 Uhr

Neue 3-D- und Videowelten erobern soziale Netzwerke

Um neue Modelle ins Gespräch zu bringen, setzen vor allem Automobilhersteller auf neue 3-D- und Videobildwelten. Breitbandige Datenübertragungen, Social Media und intelligente Softwarelösungen machen dies möglich.

Für Stefan Tweraser gibt es keinen Zweifel: Im Geschäft um die Aufmerksamkeit von Kunden komme man heute „am strategischen Einsatz von Bewegtbildern nicht mehr vorbei“, erklärte der Deutschland-Chef von Google auf der Konferenz für audiovisuelle Medien (AMD 11) in der vergangenen Woche in München. Laut Tweraser ist die „Video-Dekade“ angebrochen, „bereits 2013 werden 90 % des gesamten Internet-Traffics Bewegtbild-Inhalte sein“.

Pro Minute würden heute private User, aber auch Unternehmen insgesamt 35 h neue Inhalte bei der weltgrößten Videoplattform Youtube hochladen. Diese wachsende Bedeutung von Filmen und Trailern im Netz sowie das damit verbundene veränderte Medienverhalten der User schlagen sich auch auf Werbung und Marketing nieder, weiß Tweraser. Beispielsweise werde Youtube zunehmend von Unternehmen und Agenturen genutzt, um den Erfolg von Werbespots vorab zu testen oder Marketing-Aktionen anzustoßen. Youtube gehört seit 2006 zum Google-Konzern.

Markenartikler nutzen inzwischen gezielt die neuen Möglichkeiten, die ihnen das Web und innovative Dienstleister bieten. Höhere Bandbreiten, leistungsfähige Rechner, mobile Nutzung – die neuen Bildwelten machen heute einfach Spaß. Wo früher beim Herunterladen von Clips vor allem Geduld gefragt war, regiert heute im Internet der „Teilen“-Button.

Über soziale Netzwerke verbreiten sich gut gemachte Clips rasant, wie der vom kleinen Darth Vader, den VW zunächst über Social Media für den neuen Passat ins Rennen schickte. Das witzige Video, gedreht als Commercial zum Super-Bowl 2011, wurde inzwischen allein bei Youtube fast 40 Mio. Mal geklickt.

Auch andere Automobilhersteller setzen längst auf die Kraft der bewegten Bilder im Netz. So macht Audi immer wieder mit viralen Aktionen von sich reden, beispielsweise im Frühjahr mit „Wo ist der Tank“. Hier wurden Haupt- und Nebenvideos intelligent verknüpft, unter anderem machten Spieler vom FC Bayern München mit. Bei einem ausgefallenen Webspecial für das Mercedes C-Klasse Coupé durften sich gerade die Kreativen von Jung von Matt austoben: Sie entwickelten einen Internetkrimi im Agentenstil, in dem die Autofans interaktiv zum Helden werden.

Die Filmidee ist Teil eines integrierten Maßnahmenpakets, zu dem auch TV-Spots oder Anzeigen gehören. Aber: „Online gibt die Tonalität vor“, zeigte Crea-
tive-Geschäftsführer Thimo Wagner auf der AMD 11. Den Internetspaß hat sich Mercedes durchaus etwas kosten lassen – so wurden allein 30 Drehtage in Kuala Lumpur und Südafrika benötigt. Mercedes habe sich für diesen Weg entschieden, um vor allem die jüngere Zielgruppen anzusprechen, die das neue Fahrzeug im Webthriller spielerisch entdecken sollen, sagt Wagner. In der Fernsehwerbung erscheinen zwar auch die beiden Onlineprotagonisten, die Krimi-Variante aber findet allein im Netz statt.

Warum aber stecken die Unternehmen so viel Aufwand in Video-Content? „Aus Webzuschauern werden Käufer“, ist Oliver Liesaus von Brightcove überzeugt. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Aufbereitung und Verteilung von Video-Inhalten für Unternehmen. Nach Erfahrung von Liesaus ist heute „Video der am besten messbare Marketingkanal“. Hier könnten gezielt Kundensegmente angesprochen werden.

Die Verbindung von Video- mit 3-D-Elementen nutzt aktuell BMW für den Kampagnenauftakt des neuen City-Flitzers Mini John Cooper Works. Via
Facebook können Fans gemeinsam mit ihren Freunden an einem rasanten dreidimensionalen Racegame quer durch München teilnehmen. Das Spiel, für das der Unity-Webplayer heruntergeladen werden muss, habe laut Mini „Konsolenqualität“ und soll die Mini-Fans für das Tempo des Kleinwagens begeistern.

Nicht ganz so rasant, aber ebenfalls in hochauflösender 3-D-Qualität und in Echtzeit präsentieren sich High-End-Konfiguratoren, beispielsweise von Porsche, im Netz. Mithilfe der Technologie und der Software Deltagen des Visualisierungsspezialisten RTT aus München werden Daten, die bereits für die Visualisierung von Modellen in der Entwicklung oder Produktion gesammelt wurden, auch für die 360-Grad-Konfiguratoren aufbereitet.

Diese sind in der Lage, in Sekunden auch komplexe und kleinteilige Anfragen im Hinblick auf Farben oder Zubehör auszuführen – und somit den potenziellen Käufern umgehend ihr Wunschmodell in 3-D in der virtuellen Welt präsentieren zu können. Wer sich nicht so rasch entscheiden kann, erhält aus demselben Datenpool, den auch Produktion und Handel nutzen, eine personalisierte Broschüre mit dem individuell entworfenen Modell nach Hause geschickt. Hier zeigt sich ebenfalls, dass Surfer zu Käufern werden: „Konfiguratoren sind zum Schlüssel des Verkaufsprozesses geworden“, erklärte Stefan Büscher, bei Porsche verantwortlich für Marketing und Kommunikation, Ende Mai auf der RTT-Hausmesse „RTT Excite“. Büscher weiß: „Bevor jemand heute zum Händler geht, geht er online.“ SIMONE FASSE

Von Simone Fasse

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