Medien 25.08.2000, 17:26 Uhr

Musikindustrie steigt in Music-on-Demand ein

Schnell waren sie nicht. Erst MP3 und die Musiktauschbörse Napster haben der Musikindustrie beigebracht, dass das Internet auch für Musikliebhaber ein Massenmedium ist. Jetzt beginnt die Branche mit eigenen Download-Angeboten die Aufholjagd.

Dass sich über Internet digitalisierte Bilder, Videos und vor allem Musiktitel transportieren lassen, sieht Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff mit gemischten Gefühlen. Zwar sei das Internet eine „großartige Chance für die Musikindustrie“, sagte Midelhoff auf der Kölner Musikmesse Popkomm Ende vergangener Woche in Köln. Doch die Musikindustrie habe bislang die Bedeutung des Internets und Musikportalen wie MP3.com und Napster „ein bisschen unterschätzt“.
Vor allem der Download von Musik aus dem Netz sei nicht mehr zu stoppen, „auch wenn Napster verboten wird“. Napster, die Internet-Plattform, über die Musikliebhaber in aller Welt MP3-Musik und Songs von Audio-CDs tauschen können, ohne dass Musikindustrie und Künstler auch nur einen Pfennig Lizenzeinnahmen sehen, hat die Branche quasi über Nacht auf den Kopf gestellt.
Während die gesamte traditionelle Musikindustrie gerade mal 150 Titel weltweit in digitalisierter Form legal zum Download anbietet, werden über Napster jeden Tag 14 000 Musiktitel auf PCs heruntergeladen, wie Middelhoff beklagte. Mit einem Volumen von 3 Terrabyte Musikdaten sei Napster die größte Datenbank im Web-Ausdruck einer Marktmacht, von der Middelhoff Übles schwant. Sollte Napster an die Börse gehen, unterstrich Middelhoff seine Warnung, könnte das Internet-Start-up mit Erlösen von bis zu 30 Mrd. Dollar rechnen und damit eine höhere Marktkapitalisierung erreichen, als die gesamte traditionelle Musikindustrie zusammen. Bertelsmann wäre von der Konkurrenz aus dem Netz hart betroffen, schließlich vereinigen die Gütersloher unter dem Dach der Bertelsmann Music Group (BMG) rund 200 Plattenlabel in 54 Ländern.
Ziel von Napster sei es, warnte Mid-del-off, unter Umgehung der Urheberrechte eine riesige Kundenbasis aufzubauen, um dann abzukassieren. Der Bertelsmann-Manager befürchtet, dass sich Internet-Unternehmen wie Napster künftig zwischen Musikindustrie und Künstler schieben könnten – wenn die Musikindustrie jetzt nicht schnell handelt.
Plattenproduzenten sollten im Schulterschluss mit Künstlern und Handel Geschäftsmodelle für den Download von Musik entwickeln und sich auf einen einheitlichen technischen Standard einigen, gleich welchen.
Einer schickt sich schon an, diesen Standard zu setzen: Bertelsmann. Mit „www.musicdownload24.de“ stellte BMG-Europa-Chef Thomas Stein in Köln den neuen Internet-Dienst von Bertelsmann vor. Zum Start im September sollen Verbraucher zunächst aus 100 Songs wählen können. Bis zum Ende der dreimonatigen Laufzeit würde das Angebot schrittweise auf 300 Titel aufgestockt, darunter auch unveröffentlichte Songs und Remixes. In einer zweiten Phase sollen auch Handelspartner außerhalb von Bertelsmann miteinbezogen werden.
Musikliebhaber würden bei Musicdownload24 ein ganzes Künstler-Paket erwerben. Neben dem Song erhalte der Konsument auch Artwork, Fotos, Liedtexte und Künstlerbiografien.
Verantwortlich für alle technischen Dienstleistungen wie Digitalisierung und Verschlüsselung der Musik ist die neue Bertelsmann-Gesellschaft Digital World Services (DWS). Sie übernimmt als Clearing-Stelle auch die Rechteverwaltung und die Abwicklung der Zahlung. Die Datenverschlüsselung erfolgt mit der Sicherheitstechnik von Intertrust.
DWS mit Sitz in New York und Hamburg dürfte in Bertelsmanns Medienstrategie künftig eine Schlüsselrolle einnehmen. Als Dienstleister zur Verwaltung von Rechten an digitalen Medien und Betreiber einer technischen Plattform für den Medienvertrieb über Internet will DWS kundenspezifische Serviceleistungen der gesamten Medienindustrie anbieten. GERD KRAUSE

Von Gerd Krause

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