Medien 27.07.2001, 17:30 Uhr

MP3 & Co. schon veraltet? Neue Lösungen sind in Sicht

Bewegung im Markt der Online-Musikformate – neue Komprimierungslösungen wie MP3pro und Ogg Vorbis läuten eine neue Runde im Verteilungskampf um Musik- und Streaming-Formate im Internet ein. Microsofts Media Player ist der Gegner.

Mit diesen Entwicklungen reagieren Coding Technologies und Ogg Vorbis auf erneute Monopolbestrebungen seitens Microsoft. Der Software-Gigant wird im neuen Windows XP keine vorinstallierte MP3-Software mehr integrieren, sondern sein eigenes Format Windows Media Player konsequent ausbauen. Das von der Nürnberger Firma Coding Technologies, der einige frühere Mitarbeiter der Fraunhofer Gesellschaft angehören, entwickelte neue MP3pro-Format verspricht bessere Klangqualität bei weniger Speicherbedarf. Der Newcomer Ogg Vorbis ist ein Open-Source-Produkt mit eigenem Dateiformat, dessen Quellcode frei zugänglich ist.

Bei MP3pro wird rund 30 % weniger Speicherplatz benötigt im Vergleich zu normaler MP3-Komprimierung. Die Qualität eines Musik-Stream von 128 kbit/s ist nun mit knapp 64 kbit/s zu erzielen. Und bei etwa 80 kbit/s, so heißt es beim Kooperationspartner Thomson Multimedia, sei kein Unterschied zu einer digital aufgenommenen, unkomprimierten Audio-CD wahrzunehmen. Das neue Format ist rückwärtskompatibel zu MP3, auf dessen Technologie es aufsattelt. Dank einer Kompressionstechnik, die sich Spectral Band Replication (SBR) nennt, ist es nunmehr möglich, hohe Frequenzen äußerst Platz sparend zu enkodieren. Bis zu 16 kHz. Audiobandbreite lassen sich somit einfangen, beim alten Format waren es lediglich 11 kHz.

Spectral Band Replication beruht dabei auf einer Verschlüsselung hoher Frequenzen innerhalb des niedrigen Spektrums. „Mit MP3pro lässt sich aus dem niedrigen Frequenzbereich auf die spektrale Struktur des hohen Frequenzbereichs schließen“, erläutert Oliver Kunz, Vizepräsident von Coding Technologies, „es wird zusätzliche Information für die Steuerung dieses Prozesses mitübertragen.“ Nicht mehr die gesamten Spektralkoeffizienten werden enkodiert, sondern nur bestimmte Leitinformationen, die für die Erzeugung des Audiospektrum im Dekoder notwendig sind. Eine öffentlich zugängliche Test-Software, mit der man WAV-Dateien in MP3pro-Dateien dekodieren und abspielen kann, steht auf der Homepage von Coding Technologies zur Verfügung. Ab Herbst soll ein Kopierschutz nach den Maßgaben des Digital Rights Management (DRM) berücksichtigt werden. Derzeit bemüht man sich bei Coding Technologies um Kooperationen mit Firmen, die DRM unterstützen.

Derartiges ist vom freien MP3-Konkurrenten Ogg Vorbis freilich nicht zu erwarten. Das noch in seiner Betaphase befindliche Programm lässt sich ohne Lizenzeinschränkungen nutzen, verzichtet auf Patentansprüche und ist samt Quellcode erhältlich. Bei einer Bitrate von 16 kbit/s bis 128 kbit/s pro Kanal sollen ähnlich gute Qualitätsresultate erzielt werden können wie mit MP3. Ogg Vorbis richtet sich an den privaten, den Non-Profit- und den kommerziellen Anwender. Die Release-Version des Dekoders liegt mittlerweile als Plug-in für so populäre Musik-Player wie Winamp, Sonique und FreeAMP vor und bedient, im Gegensatz zu MP3pro, das momentan nur für Windows verfügbar ist, alle Systemplattformen.

Ob die beiden Neulinge sich auf ihrem jeweiligen Marktsegment positionieren können, bleibt abzuwarten. Ogg Vorbis richtet sich augenscheinlich an diejenigen Nutzer, welche die MP3-Technologie populär gemacht haben. Da Musiktauschbörsen wie Napster und MP3.com seitens der Musikindustrie jedoch zunehmend inkriminiert und an den Rand gedrängt werden, flüchten sie sich in neue Projekte und Formate. Die Masse der Musikliebhaber wird ihnen dabei vermutlich nicht folgen. Auf diesen Markt zielt MP3pro, dessen Vorteile im Bereich Streaming – niedrige Bitrate, gute Kodiereffizienz – auf der Hand liegen. „Daneben soll mittelfristig MP3 durch MP3pro ersetzt werden“, sagt Oliver Kunz, „auch bei der Hardware im Bereich Consumer Electronics. Außerdem wollen wir eines der Formate im digitalen Musikvertrieb werden.“ Über das schlechte Image, das MP3 bei der Plattenindustrie hat und welches auf das neue Format abstrahlen könnte, ist man sich bei Coding Technologies im Klaren.

  HELMUT MERSCHMANN/pek

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