Medien 16.04.1999, 17:21 Uhr

Mobile Multimedia-Zentrale

Das Autoradio ist zentraler Teil einer Musik- und Informations- zentrale. Die Technik dient nicht nur als aufwendiges Klangsystem mit vielen Bausteinen der Unterhaltung, sondern zunehmend der Orientierung – wie bei Satelliten-Navigationssystemen.

Guter Verkehrsrundfunk ist nicht zuletzt eine Frage des guten Empfangs. Automatisches Umschalten auf den stärksten Sender garantiert beim Radio Daten System (RDS) stets gute Radioqualität im UKW-Bereich. RDS ist ein digitales Informationssystem und bietet eine Fülle von Informationen und Automatik-Funktionen wie das Abstimmen auf den stärksten (RDS)-Sender oder die Anzeige des Sendernamens.
Während der Fahrt ändert sich die Radioqualität normalerweise ständig. Die Lautstärke schwankt, Rauschen und Knistern stören. Mit RDS-Technik werden diese Störungen deutlich verringert und der Bedienungskomfort erheblich gesteigert. RDS-Autoradios zeigen im Display den Programmnamen anstelle der Frequenz an. Diese Informationen werden mit weiteren Daten digital verschlüsselt und unhörbar mit dem UKW-Programm, so wie auch die Verkehrsfunkkennung, gesendet.
Die Qualität „guter“ Geräte erkennt man am schnellen, störungsfreien Umschalten von einer schwachen Empfangsfrequenz auf eine stärkere. Bei Billig-RDS-Geräten muß man mit langen Prüfpausen und Tonunterbrechungen rechnen, wenn das Gerät auf der Suche nach einer stärkeren Frequenz mit dem gleichen Programm ist.
RDS bietet noch weitere Komfortfunktionen: Mit EON (Enhanced Other Network) erhält das Gerät Informationen über andere Programme der gleichen Kette (z.B. WDR 2 mit Verkehrshinweisen), die von einem EON-RDS-Autoradio auch beim Empfang von WDR 3 durchgeschaltet werden. So wird es möglich, zwei Sender abzuhören, weil nur für die Dauer der Verkehrshinweise auf das sonst nicht so geliebte Programm umgeschaltet wird. Man kann einen Klassiksender hören, ohne Verkehrshinweise zu verpassen. Das funktioniert jedoch nicht im Mix mit konkurriernden Programmen (Privatsender/öffentlich-rechtlich). Möglich sind im RDS-System weitere Funktionen, die jedoch bis auf den Code für die Programmtype oder die Uhrzeit nur von wenigen Sendern genutzt werden. Dazu gehören: Musik/Sprache-Kennung Programmiercode (ähnlich VPS im Fernsehen, um Recorder auf Aufnahme zu schalten – ist nur für Heimgeräte sinnvoll) Zeitanzeige Datumsanzeige. Über die PTY-Program-Type-Kennung kann man sogar bestimmen, welche Programmart man hören möchte oder ob man Katastrophenwarnungen (PTY-31) abrufen möchte.
Der Radiotext bietet Informationen zum Lesen. Das kann im Auto lebensgefährlich werden und wird doch von einigen Privatsendern mit Temperatur- und Radarfallenmeldungen gemacht. Dann sogar in einer Sendeform, die nicht RDS-konform ist: Man nutzt die 8 Stellen der Sendernamenanzeige dazu, so daß diese Meldungen von jedem RDS-Autoradio angezeigt werden – und damit Probleme generieren: Beim automatischen Frequenzwechsel wird der Sendername zur Indentifizierung des Programmes genutzt: Unmöglich bei sich dauernd veränderndem „Sendernamen“! Daneben enthalten RDS-Signale Verkehrsfunk- und Durchsagekennung mit Stummschaltung der Cassetten- oder CD/MD-Musik bei Durchsagen. Aber auch Verkehrshinweise in Textform oder wählbarer Sprachausgabe wären möglich.
Populäre Radioprogramme scheinen nur noch die Funktion eines Pausenfüllers zwischen Verkehrshinweisen zu übernehmen. Weil das zu Lasten der daheimgebliebenen Autofahrer geht, bietet sie der WDR auf sechs weiteren Wegen an: per Anrufbeantworter, DAB, Faxabruf, Internet, TMC oder Videotext. Nur mit einem entscheidenden Nachteil: Die Heim-Technik ist im fahrenden Auto nicht nutzbar. Im Zweifelsfall erreichen die Stauhinweise den Fahrer gar nicht, bestenfalls zu spät.
Stark angewachsener Verkehr machte es notwendig, die Verkehrsmeldungen zu digitalisieren und auf einem Extra-Kanal zu senden. Intelligente Autoradios suchen sich aus dem Datenstrom nur die Verkehrshinweise des Gebietes heraus, in dem sich das Fahrzeug gerade befindet – oder Meldungen eines Gebietes, das man selbst bestimmt hat. Das könnten auf einer Fahrt von Nord nach Süd Verkehrshinweise aus dem Münchener Raum sein.
Das Extra – heute schon: Information auf Wunsch mit TIM. Zuerst verriet eine blaue Taste an Blaupunkt Autoradios den Verkehrsfunkkomfort vom Feinsten. Automatisch speicherte das Gerät bis zu 4 Minuten gesprochene Verkehrshinweise auf einem Chip, so daß man sie nach Bedarf auf Tastendruck wieder abrufen und mehrfach anhören kann. Diese Idee war so gut, daß sie schnell von weiteren Anbietern (Grundig: AIM Sony: TIR) nachgeahmt wurde.
Mit TMC (Traffic Message Channel) werden Verkehrsstörungen, zunächst nur auf Autobahnen, automatisch erkannt. Zusammen mit Daten von Staumeldern können präzise Informationen über die Verkehrslage im Land gegeben werden. Ohne Verzögerung werden die Daten aufbereitet und gesendet, so daß man wesentlich schneller über Staus informiert wird. Weil man (grob) Fahrtstrecke oder Gebiet bestimmen kann, werden nur gewünschte Meldungen in Text- und Sprachform ausgegeben. Die Meldungen sind nach Tastendruck beliebig oft wiederholbar.
REINHARD FRANK
Autoradio als Kommunikations-Zentrum: Das Radio-Phone von Blaupunkt ist Nachrichtenempfänger, Telefon und Pannenhilfe in einem.
Multimedia mobil: Digitalradio DAB erschließt neue Verkehrsdienste. Selbst der Empfang von Bewegtbildern in fahrenden Autos wird damit möglich – anders, als mit TV-Technik .

Von Reinhard Frank

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