Medien 29.03.2002, 18:33 Uhr

MHP-Welt füllt sich langsam mit Leben

Ab Juli, so versprechen es Gerätehersteller und TV-Sender, soll der digitale interaktive TV-Standard „Multimedia Home Platform“ (MHP) mit der entsprechenden Technik und ersten Applikationen zum Leben erweckt werden. Eindrücke davon vermittelten die Präsentationen auf der CeBIT.

Drücken Sie bitte nicht diese Taste, sonst stürzt das System ab“, erklärt die nette Promotorin bei Philips. Die Erklärung dafür gibt es dann bei der Konkurrenz: „Philips hat noch nicht genügend Speicher in seinen Settop-Boxen, daher bleiben die schon mal hängen.“ Bei Sony wiederum kam RTL World nicht zum Zuge, dafür aber ZDF und Premiere. Da liefen zwar Formel 1 und Bundesliga, doch ließen sich hier die Kleinbilder nicht überall aktivieren und konnten nicht zum Vollbild vergrößert werden.

Die Präsentationen der neuen Settop-Boxen auf der CeBIT haben gezeigt: Das interaktive Fernsehen ist noch nicht im Wohnzimmer angekommen. Zwar haben sich TV-Sender und Gerätehersteller darauf geeinigt, ab Juli dieses Jahres Dienste und Technik mit dem offenen Standard einzuführen, doch tatsächlich könnte sich dieser Plan noch bis zum Jahresende hinziehen.

So hieß es zumindest bei Sony. Dort lieferte man auch die Erklärung mit: Für MHP braucht man später auch einen Rückkanal, der möglichst immer aktiv sein sollte. Erst dann können Bestellungen spontan getätigt werden.

Wie schwierig das sonst ist, war bei der KarstadtQuelle-Vorführung zu sehen. An mehreren Terminals – so heißen dann plötzlich die interaktiv gemachten Fernsehgeräte – wurden elektronische Shoppingmöglichkeiten präsentiert – von der Trimmstation bis zur Unterhose, alles kann künftig bestellt werden, sofern der Rückkanal vorhanden ist. Entwickelt wurde die Applikation von der Sony NetServices und der KarstadtQuelle New Media, spielerisch vorgeführt wurden die Bestellmöglichkeiten des Tochterunternehmens Neckermann Versand.

„MHP ist ein offener, stabiler und fortschrittlicher Standard, der die Einführung des interaktiven Fernsehens in Europa voranbringen wird“, erklärte Andreas Riegler, General Manager von Sony NetServices. Die MHP-Entwicklungsinitiative arbeitet an einer neuen Generation von iDTV-Empfängern, also Empfänger, die im Fernsehgerät integriert sind. Darüber hinaus geht es hier auch um das Übertragungsnetz, das für den Transport der neuen interaktiven Dienste in die Haushalte und die Schaffung eines stabilen Rückkanals für den Fernsehveranstalter erforderlich ist. Zu tun gibt es also noch reichlich.

Da sich die Betreiber von Kabelfernsehnetzen noch nicht auf die Einführung des MHP-Standards verständigt haben, konzentrieren sich die Hersteller zunächst auf digitale Satellitenreceiver, die als Kaufmodelle in den Markt gebracht werden sollen. Der digitale Satellitenreceiver DSR 5600 von Philips mit MHP soll offiziell „ab Sommer 2002 für 500 ®“ erhältlich sein. Panasonic war mit seiner MHP-Settop-Box TU-MSF100 angereist. Das Gerät soll ab Juli für 459 ® in den Handel kommen.

Nicht nur die Demonstrationen bei Philips und Panasonic zeigten, wie vielseitig die Angebote schon jetzt sind. ARD Digital, RTL World, Premiere und ZDFvision am Stand, sie alle haben bereits attraktive Dienste im Bouquet.

So verprach RTL World TV Interaktiv noch mehr Spaß beim Fernsehen. Es wurde „gesmst“ und gemailt – alles real. Meistens kamen die Botschaften sogar an. Interaktivität meint dabei aber nicht immer den Rückkanal zum Provider, in den meisten Anwendungen ist es nur eine lokale Interaktivität, der den Zugriff zu gespeicherten Informationen eröffnet. Das macht auch deutlich, wie wichtig genügend Speicher in den Geräten ist. Wer hier spart, zahlt später bei Kundenbeschwerden drauf.

Bei den MHP-Entwicklungen geht es zunächst um die so genannten ersten beiden Profile, nämlich um Enhanced-Broadcast und Interactive-Broadcast. Einmal stehen Anwendungen wie der ARD-Digital-Online-Kanal auf der Tagesordnung und zum anderen „echte“ Rückkanalnutzungen über das interne Modem. Nur so lassen sich beispielsweise E-Mails und SMS versenden.

Der dritte Schritt ist die Einbindung der Internettechniken – und der JAVA-APIs (Application Programming Interface) für den Internetzugang. Während die ersten beiden Profile noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen sollen, ist Profil 3 erst in der MHP-Version 1.1 verfügbar und könnte im Frühjahr nächsten Jahres zum Download bereit sein. Bis dahin wartet auf alle Hersteller noch eine Menge Arbeit. Interessant dabei: An der Standardisierung arbeiten fast alle Wettbewerber gemeinsam, um danach umso bessere Geräte anbieten zu können. Und beim Vergleich zwischen den Demonstrationen auf der Funkausstellung im August 2001 und der diesjährigen CeBIT fällt auf, dass MHP wieder ein enormes Stück vorangekommen, aber längst noch nicht fertig ist. R. BÜCKEN

Von R. Bücken

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