In der kommenden Woche ist es soweit 11.10.2002, 18:22 Uhr

MHP bahnt sich den Weg zum Kunden

Hardware-Hersteller, Programmanbieter und Dienste-Entwickler werden im Verlauf der Münchener Medientage Geräte und Dienste auf Basis der Multimedia Home Platform (MHP) vorstellen.

Nein, wie bei der Einführung des Farbfernsehens werde es nicht werden, sagt Wilfried Geuen, Geschäftsführer der Panasonic European Laboratories, schmunzelnd. Wenn in der kommenden Woche auf den Medientagen in München die ersten Geräte und Dienste auf der Basis des neuen digitalen TV-Standards MHP vorgestellt werden, wird kein Schalter umgelegt, und es fällt auch kein Startschuss. Was man sehen wird sind Fernseher, Satelliten-Receiver und Fernbedienungen, ganz wie gewohnt im heimischen Wohnzimmer. Neu ist jedoch das kleine MHP-Logo auf den Settop-Boxen und TV-Geräten. Und genau das, genauer gesagt, die Dienste, die dahinter stecken, können die Fernsehlandschaft über kurz oder lang verändern, sagen Branchenkenner. „An MHP geht kein Weg mehr vorbei“, so Digital-Experte Ulrich Reimers (siehe Interview unten).
Mitraten bei Jörg Pilawa oder Günter Jauch, mehr über Sabine Christiansens Gäste erfahren, bei Karstadt Quelle einkaufen, eine Probefahrt bei Mercedes Benz oder BMW vereinbaren – mit Hilfe von MHP, so wollen es jedenfalls die Entwickler und Anbieter, soll sich der Zuschauer künftig nicht mehr nur berieseln lassen. Statt dessen soll er auch interaktive Dienste im Wohnzimmer nutzen können oder sogar im Web surfen. Die ersten Settop-Boxen sollen Ende Oktober auf den Markt kommen.
Die Frage ist dabei zum einen, ob die Geräte und Dienste auch funktionieren. Doch es dürfte, nachdem die zertifizierten Boxen in den vergangenen Monaten unzählige Testläufe absolviert haben, nur noch wenige Probleme geben. „Wir haben bis zuletzt an den Feinheiten gearbeitet“, verrät Geuen, der in der Branchenorganisation Deutsche TV Plattform bei der Einführung des Standards den Bereich Geräte und Tests leitet. Die Herausforderung: Der offene Standard MHP soll die Interoperabilität von verschiedenen Diensten auf Geräte verschiedener Anbieter sichern. Jedes Unternehmen muss deshalb anders auf die Vorgaben des mehr als tausendseitigen Regelwerks reagieren und die bisherige Technik integrieren. So habe man sich z. B. erst spät darauf einigen können, dass der rote Knopf der Fernbedienung immer mit einer aktivierenden Funktion verbunden werde, so Geuen.
Zum anderen bleibt aber offen, ob die Kunden auch wirklich mitziehen. Denn lange genug wurde über die Einführung des Digitalen Fernsehens geschrieben und gesprochen. Viele verbinden mit dem Begriff Digital-TV noch immer die alte d-box von Premiere und damit abgeschottete, proprietäre Systeme, die zudem fehlerhaft funktionieren.
Das Blatt hat sich jedoch inzwischen gewendet. Nicht zuletzt deshalb, weil sich der Standard MHP im Zuge des geplanten Verkaufs der Telekom-Kabelgesellschaften an Liberty Media im vergangenen Jahr zu einem echten Politikum entwickelt hat. Denn Liberty lehnte es zunächst ab, den offenen Digitalstandard anzunehmen – ein Grund unter vielen, der letztlich zum Scheitern der Verkaufsverhandlungen führte. Selten zuvor hatten sich hierzulande Rundfunkanstalten und Medienwächter so einig gezeigt, wie in der so genannten Mainzer Erklärung. Darin bekannten sich die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, der Privatsender RTL sowie die Kirch-Gruppe mit ProSieben, Sat 1 und sogar Premiere dazu, gemeinsam die Einführung von MHP bis zum 1. Juli 2002 zu forcieren. Auch die Gerätehersteller signalisierten Zustimmung. Sie alle fürchteten, von Liberty durch eine proprietäre Technologie beim Zugang zum Kabelnetz ausgebootet zu werden. Noch immer gibt es im TV-Kabel wenig Bewegung in Richtung MHP, das digitale Fernsehen wird in Deutschland vom Satellitenmarkt getrieben.
Statt Juli ist es Oktober geworden, was die einen mit der Umsetzung des komplizierten Regelwerks erklären, die anderen mit Querelen zwischen Sendern und Herstellern. Fakt ist, dass erst jetzt die angekündigten „echten“ MHP-Boxen und -Dienste gezeigt werden, und dass es noch etwas dauern wird, bis der Konsument von den neuen Möglichkeiten erfährt. Zunächst, so plant es die Marcom-Gruppe, die sich in der TV-Plattform um die Marketingaktivitäten zur MHP-Einführung kümmert, sollen Handel und Presse angesprochen werden.
Aktuelle Zahlen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) stimmen die Branche optimistisch: Demnach ist der Anteil der digitalen Satellitenreceiver in diesem Jahr um 108 % gestiegen. Insgesamt sollen die Bundesbürger laut gfu in diesem Jahr 463 Mio. ® für Sat-Systeme, -Receiver und -Antennen ausgeben, ein Zuwachs von 24 %. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass bei der Neuanschaffung eines Satellitenreceivers ein Gerät mit MHP gekauft wird. Kabelkunden müssen auf MHP wohl dagegen noch etwas länger warten. SIMONE ZELL

www.mhp-forum.de

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