Medien 03.05.2002, 17:34 Uhr

Mehr Platz in TV-Kabelnetzen

Eine komplett auf dem Komprimierungsstandard MPEG4 aufsetzende Infrastruktur für Video on Demand wollen sieben amerikanische und asiatische Unternehmen entwickeln. Damit entsteht eine Alternative zum Microsoft Media Player.

Mehr Platz für Videoübertragungen in Kabelnetzen – der Komprimierungsstandard MPEG4 soll es möglich machen. Sieben amerikanische und asiatische Firmen arbeiten nun zusammen daran, diesen Standard weiterzuentwickeln und kommerziell zu nutzen.
Das gemeinsame Unternehmen der sieben beteiligten Firmen nennt sich e-BOX und ist in Tokio angesiedelt. Es soll von der Settop-Box über die Server-Hardware und die Systemsoftware bis zu dem gerade bei Video on Demand extrem wichtigen Kopierschutz alles aus einer Hand bieten. Partner bei e-BOX sind u. a. Pioneer und Sharp, die ihre Kompetenz bei Aufbau von Kabelinfrastrukturen sowie bei der Hardware für Breitband-Kopfstellen (Head-end) einsetzen und außerdem digitale Settop-Boxen entwickeln werden.
Die Geode-Prozessoren für diese Settop-Boxen liefert National Semiconductor (Kalifornien). Design und Fertigung der Kopfstellen steuert CMC Magnetics (Taiwan) bei. MPEG-4-Decoder und Videoverarbeitungstechniken kommen von Sigma Designs (Kalifornien), iVast (Kalifornien) entwickelt die Kopier-, Authoring-, Distributions- und Systemsoftware für MPEG4-Filme und interaktiven Unterhaltungs-Content. Eine bedeutende Rolle im Konsortium spielt ferner Modern Video Films (Kalifornien), das Inhalte und außerdem Post-Production Services, Authoring und schließlich die eigentliche MPEG4-Kompression anbietet. Content-Lieferanten wie diverse Hollywood-Studios und der Fernsehsender KCTS/Seattle Public Television beraten e-BOX. Die amerikanisch-asiatische Initiative wird unterstützt vom drittgrößten US-Kabelanbieter Comcast Cable Communications, der die Initiative beraten und die Produkte 2003 in Pilotversuchen testen will.
Der Firmengruppe zufolge soll die MPEG4-Technik nicht nur Video on Demand, sondern auch E-Commerce, Bandbreite sparende HDTV-Übertragungen, Digitalvideorecorder-Funktionen und interaktive Services unterstützen. Die MPEG4-Architektur sei kompatibel zu existierenden analogen und digitalen Kabelstrukturen. Sie erfordere weder den Umbau der Kabel noch der Kopfstellen und bedeute deswegen für die Kabelbetreiber eine wirtschaftliche Lösung für die Erweiterung ihrer Dienstleistungen, erklärt die Firma iVast. Digitales Fernsehen wird derzeit vor allem über das MPEG2-Kompressionsformat in die Kabel geschickt. Der MPEG4-Standard erhöhe demgegenüber die Kapazität der Kabel um das Drei- bis Vierfache, schätzt e-BOX.
Auch die Filmstudios Metro Goldwyn Mayer, Sony Pictures, Paramount, Vivendi Universal und Warner Bros. wollen ihr Video-on-Demand-Angebot mit MPEG4 komprimieren. Die Gründung eines Joint Ventures dieser Firmen namens MovieLink gab Peter Marx von Vivendi Universal auf der NAB-Messe in Las Vegas bekannt. Es stehe aber nicht fest, so Marx, ob MPEG4 der einzige Komprimierungsstandard werden solle. MovieLink soll in der zweiten Jahreshälfte starten, vorerst allerdings nur in den USA. Branchenkenner betrachten die Ankündigung als großen Sprung vorwärts für den MPEG4-Standard.
Die MPEG4-Technologie ist vor allem für die kabel- oder satellitengestützte Internetübertragung und Video-Streaming interessant, aber auch als Platzsparprogramm für die Festplatten von Settop-Boxen. Experten wie Mark Samual, Chef der Abteilung Settop-Boxen bei Philips Semiconductors, erklären, dass MPEG-4 die Bitrate bei Video-Übertragungen bei gleich bleibender Qualität um 50 % bis 70 % reduzieren könne. Samual schwärmt von Möglichkeiten wie „picture-in-picture“-Übertragungen – etwa laufenden TV-Sendungen bei gleichzeitiger Einblendung eines kleinen Fensters mit Web-Anwendungen.
Befürworter glauben, dass MPEG4 auch im mobilen Internet eine wichtige Rolle spielen kann. In einer entsprechenden technischen Umgebung erlaubt MPEG4 interaktive Anwendungen, die es z. B. durchaus denkbar erscheinen lassen, dass Zuschauer in die laufende Handlung eines Videofilms eingreifen. Andererseits sind einige der zum MPEG4-Standard gehörenden Technologien mit hohen Lizenzgebühren belastet, so dass die Weiterentwicklung des Formats lange stagnierte Wirtschaftsberater von Forrester Research etwa bezweifeln, dass sich der Einsatz von MPEG4 rechnet.
THOMAS FINKEMEIER

Komprimierung
Patente und Lizenzen
MPEG (Moving Picture Experts Group) bezeichnet eine 1988 gegründete Arbeitsgruppe unter der Aufsicht der International Standards Organization (ISO) und der International Electrotechnical Commission (IEC). Aufgabe ist es, Komprimierungsstandards für die Speicherung, Übertragung und Wiedergabe von Video- und Audio-Dateien auf CD und über das Web zu entwickeln. Weit verbreitet sind inzwischen die Standards MPEG2 für Video- und MP3 für Musikdateien. Hinter MPEG stehen die Firmen, die die Patente auf die mit MPEG-Standards verbundenen technischen Neuentwicklungen halten. Die wirtschaftlichen Interessen der rd. 20 Firmen, die Patente für technische Teilstücke von MPEG2 sowie für MPEG4 halten, vertritt gebündelt das Unternehmen MPEG LA in Denver, Colorado,USA. tf

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