Medien 24.10.2008, 19:37 Uhr

Mehr digitale Vielfalt im TV-Kabel

Fernsehzuschauer, die ihre Programme via Satellit empfangen, nutzen überwiegend digitale Empfangstechnik. Im TV-Kabel sind es dagegen nur knapp 11 %, hier gibt es also noch viel zu tun, ehe der analoge Stecker endgültig gezogen werden kann.

Die Situation im Kabel ist rundweg desaströs, gerade mal in 4,1 Mio. Wohnungen gibt es einen digitalen Kabelanschluss, das sind umgerechnet 11 % aller 37,3 Mio. bundesdeutschen TV-Haushalte. Doch 15,5 Mio. schauen halt noch analog. Beim Satellit ist es umgekehrt, 10,3 Mio. Haushalte sind digital, 5,4 Mio. analog.

Die zum Fachverband für Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen FRK gehörende KabelDienstLeistungsgesellschaft KDL mit Sitz in Lauchhammer will unabhängigen mittelständischen Kabelnetzbetreibern (uKNB) den Zugang zu Digitalprogrammen erleichtern. „Dazu hat der FRK Transponder-Optimierte Programm-Pakete (TOPP) initiiert, um den Netzbetreibern mit eigener Kopfstation eine einfache Lösung zur Verbreitung digitaler Free-to-Air-Programme zu bieten, und zwar unabhängig von den großen regionalen Kabelnetzbetreibern KDG, Unity Media, KBW oder Orion“, so Heinz-Peter Labonte, geschäftsführender stellvertretender FRK-Vorsitzender, während des kürzlich stattgefundenen Kabelkongresses des Verbandes.

Labonte weiter: „TOPP hilft, mit diesen Betreibern zu konkurrieren und sichert damit den Wettbewerb auf dem deutschen Kabelmarkt.“ Stecken in den Kabelanlagen bisher nur etwa 30 analoge Fernsehprogramme, die unverschlüsselt und frei empfangbar sind, können die uKNB künftig zusätzlich 65 digitale Fernsehprogramme frei und unverschlüsselt empfangen. Diese Angebote sollen sich an 9 Mio. bis 11,25 Mio. Kunden richten, die an den 60 000 bis 75 000 von uKNB betriebenen Kopfstellen mit durchschnittlich 150 Wohneinheiten als zahlende Haushalte angeschlossen sind. Technisch sei dies ohne Aufrüstung der bestehenden 450-MHz-Netze möglich.

Gestartet wird zunächst mit 14 digitalen Free-TV-Programmen, die über zwei Transponder der neuen ASTRA-Orbitalposition 31,5° Ost empfangen werden. Die technische Dienstleistung übernimmt die APS Astra Platform Services in München. Dort erfolgen die Umsetzung der angelieferten Signale, das Multiplexing und die Signalverschlüsselung sowie die Zuführung zu den Kabelkopfstationen. „Hier ermöglicht KDL mit TOPP eine zentrale Entschlüsselung, so dass die Programme dann frei in die Haushalte entlassen werden“, erklärte Labonte.

Damit könnten die Kabelnetzbetreiber selbst bestimmen, welche digitalen TV-Programme eingespeist werden. TOPP ist nicht nur ein Angebot für die 165 FRK-Mitgliedsunternehmen, die je Digitalkunde dafür monatlich 1,89 € zahlen müssen, sondern steht auch anderen uKNB zur Verfügung, dann für 2,09 €. Dafür müssen sich die Betreiber die Programme nicht von verschiedenen Satelliten holen. Die KDL übernimmt zudem Verhandlungen mit Internet-, Telefonie- und IPTV-Anbietern sowie Landesmedienanstalten, Urheberrechtsgesellschaften und den großen privaten Senderfamilien.

Für die Netzbetreiber jedenfalls dürften sich die Zusatzkosten für die digitale Empfangs- und Entschlüsse- lungstechnik in Grenzen halten. Das soll auch für den Empfänger, die so genannte „Volksbox“ gelten, die – je nach Ausstattung – zwischen 60  € und 90 € kosten dürfte. TechnoTrend hat mit seiner TT-micro C200 bereits die vierwöchige Testphase durchlaufen, Technisat ist noch mitten drin.

Zunächst sind es nur 14 Programme, die sich auf die digitale Reise zum Zuschauer machen dürfen, nämlich Anixe SD/lastminute.tv, equi8, Die Neue Zeit TV, EWTN Deutschland, Kuren&WellnessTV, Luxe.TV, RTL Shop, Tier TV, TIMM, TRU TV, TW1, Voyages, XX Home und Yavido. Auch die beiden großen privaten Senderfamilien RTL und ProSiebenSat1 könnten digital eingespeist werden. Hier rechnet FRK mit einer Klage, bei der auch das Kartellamt eingeschaltet werden könnte. Die dort tätigen Wächter hätten bereits festgestellt, dass die bei den großen Kabelbetreibern etablierte „Grundverschlüsselung“ für den Satellitenmarkt nicht zulässig sei. „Und da zählen wir uns zu, kommen doch die Signale von oben – und nicht aus dem Keller“, so Labonte. Bis 2010 könnten es etwa 2 Mio. Haushalte sein, die sich über TOPP digital und frei versorgen lassen.

HDTV sieht Labonte erst nach Abschaltung der analogen Programme aktuell werden. „Wir können nicht jetzt schon HD einspeisen, wenn es noch nicht mal digitales SDTV gibt. Man sollte den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun.“ Wie Michael Albrecht, der Digitalverantwortliche der ARD, während des Kongresses mitteilte, wolle „die ARD die Verbreitung von analogen TV-Programmen bis 31. Dezember 2010 beenden“. Dieser Termin scheint auch für das ZDF akzeptabel, wie Justitiar Carl Eugen Eberle durchblicken ließ. 2,5 Jahre seien für Kommunikation und Marketing des Abschalttermins ausreichend. RAINER BÜCKEN

Von Rainer Bücken

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