Medien 04.07.2008, 19:35 Uhr

Medienübergreifende und IT-basierte TV-Produktion ist schon Realität  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 4. 7. 08, jdb – Seit 1982 ist das Fernsehen auf dem Weg in die Digitaltechnik. Doch erst jetzt beginnen die Welten des TV und der klassischen Informationstechnik zusammenzuwachsen. Das geht nicht ohne Probleme.

Eine immer komplexere Technik erfordert eine immer präzisere Abstimmung der einzelnen Komponenten. Auch die Übertragbarkeit verschiedener Formate muss gewährleistet sein, wobei sich auch die Frage nach der Zukunftssicherheit von Produkten und Normen stellt“, so ließ Günther Beckstein, bayerischer Ministerpräsident, kürzlich die rund 350 Teilnehmer der 23. Fachtagung der Fernseh- und Kinotechnischen Gesellschaft (FKTG) in München begrüßen. Diese stand unter dem Titel: „Fernsehen, Film und elektronische Medien – angekommen in der IT-Welt.“ Allerdings fehlten wohlweislich Frage- oder Ausrufezeichen.

Eines der Hauptthemen der diesjährigen Fachtagung war der durch die neuen Techniken eingeleitete Paradigmenwechsel, und zwar in allen Ebenen, nämlich bei Programm, Produktion und Distribution. „Bei aller Unterschiedlichkeit der Mediengattungen Radio, Fernsehen und Multimedia gilt es den Austausch zu fördern, um flexibel und effizient auf die Herausforderung eines dynamischen Medienmarktes reagieren zu können. Wesentlich ist die Vernetzung von Produktionsinseln, wobei IT-basierte und medienübergreifende Produktionsplattformen schon keine Zukunft mehr sind, sondern vielerorts Realität“, so Herbert Tillmann, Betriebsdirektor des Bayerischen Rundfunks. „Aber so manches, was uns die IT-Branche verspricht, ist längst nicht ausgereift, sondern muss meistens beim Kunden zu einer gewissen Reife gebracht werden.“

Aber auch zur Medienpolitik nahm Tillmann Stellung. „Die Diversifizierung der Verbreitungswege, also der Zugang zu unseren Zuschauern durch die neuen Verbreitungstechniken, schreitet im rasanten Tempo voran, so durch IPTV, Internet, DVB-H, DMB usw.“ Und weiter: „Zuschauer und Zuhörer haben das Recht, zielgruppenspezifische Inhalte auf allen relevanten Verbreitungswegen zu erhalten.“

Die momentan angedachten inhaltlichen und technischen Beschränkungen, gerade beim Verbreitungsweg Internet, würden sowohl dem Auftrag als auch dem Nutzungsverhalten des Publikums entgegenlaufen. Für Tillmann sind Hörfunk und Fernsehen übrigens schon längst in der IT-Welt angekommen, doch sei dort noch sehr viel zu tun.

Und darüber konnten sich die Besucher der viertägigen Tagung in 54 Vorträgen, einem Tutorium und einer Fachausstellung informieren. Dabei ging es um alle aktuellen Bereiche, also vom mobilen Fernsehen über Netze und Endgeräte bis zum digitalen Kino. Und überall kam einem der Begriff des Paradigmenwechsels entgegen, der aber auch manche Frage offen lässt.

Dass sich der technische Fortschritt nicht immer ganz leicht tut, machte Bertold Heil, Leiter Strategie der Media Broadcast deutlich. Bei der Markteinführung innovativer Rundfunktechniken und -dienste komme es oft zu Konflikten, so würde der Einführung des digitalen Hörfunks DAB die technische Basis des UKW-Hörfunks entgegenstehen. Ähnlich die Situation bei HDTV – da fehlt es hierzulande nicht nur an Empfängern, sondern auch an Programmen.

Klaus Illgner-Fehns, Direktor des Instituts für Rundfunktechnik (IRT), beschäftigte sich mit Möglichkeiten der neuen Verbreitungswege IPTV und Internet TV. Während IPTV als vierter Verbreitungsweg für Rundfunkangebote an Bedeutung gewinnt, könnten die Endverbraucher nicht mehr unterscheiden, ob es sich um IPTV oder Internet TV handelt: Der Anbieter sendet direkt zum Kunden.

Über hochauflösende Projektionssysteme berichtete Peter Kauff vom Fraunhofer-HHI. Hier gibt es einen interessanten internationalen Wettbewerb, der vor allem durch NHKs Super Hi-Vision mit 16-facher HDTV-Auflösung kräftig vorangetrieben wird. Das beim HHI entwickelte CineBox-System biete flexible Einsatzmöglichkeiten für Panorama-Rotunden- und Dome-Projektion und werde weiter ausgebaut.

Mit dem Problemkreis bei IT-basierter TV-Produktion beschäftigten sich vor allem Vertreter der einschlägigen Systemhäuser ein. So machte Andreas Jung von S4M deutlich, dass Broadcast und IT noch Zeit benötigten, um wirklich eine Einheit zu werden. Beispiele positiver Integration gebe es genügend, und zwar weltweit. Angst sei jedenfalls nicht mehr angebracht.

Das Thema HDTV nahm längst nicht mehr die dominierende Rolle ein – die Hausaufgaben sind verteilt, schrittweise – für manche Beobachter allerdings im Zeitlupentempo – nähern sich die Fernsehveranstalter diesem Aufgabenbereich. Spätestens 2010 soll es ja bei ARD und ZDF mit jeweils einem HD-Kanal losgehen. Bis dahin sollte in allen öffentlich-rechtlichen Sendern, also auch den Landesfunkhäusern, mindestens ein Studio umgerüstet sein. So hatten neben Anwendern vor allem die Vertreter der Geräteindustrie das Wort, um auf Neuentwicklungen bei Kameras und der hochauflösenden Studiotechnik hinzuweisen. RAINER BÜCKEN

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