Consumer Electronics Show 16.01.2009, 19:39 Uhr

Mediaserver: Erfolg kommt jetzt mit privatem Content  

Seit Jahren versuchen die Hard- und Software-Hersteller mit ihren Mediaservern in die privaten Wohnräume vorzudringen, doch der Durchbruch ist bislang ausgeblieben. Ein neues Nutzungskonzept könnte der zentralen Medienverwaltung jetzt endlich den Weg ebnen. VDI nachrichten, Las Vegas, 16. 1. 09, jdb

Nach den langen Jahren des Nischendaseins scheinen sich die Mediaserver jetzt endlich zu etablieren. Hierauf deuten die vielen neuen Angebote an solchen Multimedia-Zentralen auf der CES hin. Sie bieten viel Bedienkomfort, sind leicht vernetzbar und konzentrieren sich nicht mehr auf das Speichern und Verteilen der großen Kinofilme, sondern auf privat generierten Content.

Diese digitalen Inhalte aus der Hand der Nutzer wachsen exponentiell: Laut IDC wird bis 2011 das gesamte digitale Datenvolumen auf 1773 Mrd. GByte ansteigen (1,773 Zetabyte), und 80 % davon werden von den Endusern erstellt werden. Hierbei handelt es sich vor allem um die immer datenintensiver werdenden Videos und Fotos, aber auch um neue digitale Einrichtungen wie Sicherheitskameras, deren Content gespeichert und verwaltet werden muss.

Datenmengen aus privaten Quellen steigen dramatisch an

Dieser rasant ansteigenden Datenmenge steht eine zunehmende Vielzahl an potenziellen Ausgabegeräten gegenüber. So steigt die Zahl der PCs, Videorecorder, DVD-Player und TV-Geräte pro Haushalt in den Industrieländern kontinuierlich an. Aber auch die neuen Media-Brillen, Kopfkissen mit integriertem Lautsprecher und die elektronischen Fotorahmen wollen alle mit Content „gefüttert“ werden.

Hierzu bietet sich der Einsatz eines Home- oder auch Mediaservers an, über den alle Mediageräte zentral verbunden sind, so dass der gesamte Content der Familie wahlfrei auf jedem Gerät erfasst oder ausgegeben werden kann. Diese Idee ist schon über zehn Jahre alt, doch noch immer ist die Ausbreitung dieser sogenannten Home- oder Mediaserver sehr gering. Daran hat auch der Einstieg von Microsoft vor über einem Jahr bislang wenig geändert. Laut IDC konnte Microsoft weltweit nur 80 000 Einheiten seines Mediaservers absetzen

Auch andere große Anbieter wie Intel oder IBM haben hierzu interessante Lösungen entwickelt, die aber ebenfalls keinen bedeutenden Einzug in die Wohnungen und Häuser gefunden haben.

Gründe für diese geringe Marktakzeptanz gibt es viele. Zunächst gab es Probleme mit Microsofts Mediaserver-Betriebssystem. Hinzu kommen technische Probleme der Vernetzung, der hochqualitative Content ist nicht per WLAN nach den alten Standards übertragbar. Erst mit 802.11n ist dieses möglich, doch dieser Standard ist noch nicht endgültig verabschiedet und ist auch nicht kompatibel mit den bisher gebräuchlichen Verfahren 802.11a/b/g.

Zweiter großer Hemmschuh ist die Komplexität des Erstellens eines solchen Netzes. „Wenn Sie schon einmal ein Home-Netz installiert haben, dann haben Sie es auch schon bei diversen Freunden und Verwandten gemacht, weil die damit hoffnungslos überfordert sind“, sagte die Microsoft-Managerin Charlotte Jones auf der CES, als sie die Vorzüge von Windows 7 lobte, mit dem das alles ganz einfach werden soll.

Die stärksten Widerstände gehen aber weiterhin von den großen Contentanbietern aus – allen voran die Verbände der Musik- und Filmindustrie. Diese sehen in solchen Anlagen eine Art „Lizenz zum Raubkopieren“.

Das Kernproblem ist die Einhaltung der Nutzungslizenz: Gehört der via Server angeschlossene Laptop auch tatsächlich dem Sohn von demjenigen, der den Film gekauft hat? – Oder ist es der Laptop des Nachbars, der sich ins Netz gemogelt hat,oder dem man vorsätzlich einen Gefallen erweisen möchte.

Die größte Angst haben die Hollywood-Studios aber davor, dass der als „Kinderzimmer“ angeschlossene PC nebenbei auch noch ein Webserver ist und den vom Homeserver übernommenen Film Spider-Man einfach in ein Peer-to-Peer-Netz einspielt.

Ganz anders ist dagegen die Situation bei den selbst erstellten Fotos oder Videos. Hier besitzt jeder Einzelne das Copyright und kann selbst entscheiden, wie sicher (oder unsicher) er seinen eigenen Content nutzen und bereitstellen will.

Folglich konzentrieren sich die Systemanbieter jetzt auf zwei Segmente: Erstens: Die mitgelieferte Content-Management-Software der Mediaserver dient ausschließlich der Verwaltung von selbst erstellten beziehungsweise Copyright-freien Inhalten.

Zweitens: Für den hochgradig geschützten Content der Film- und Musikverlage gibt es nur noch sekundäre Ausgabe-Einheiten als „Homenetz“ – ähnlich den bekannten iPod-Dockingstationen. Linksys hat eine solche erweiterte Audio-Lösung jetzt auf der CES vorgestellt. Bei dieser Lösung ist sichergestellt, dass der Content die geschlossene Welt der angeschlossenen Geräte nicht verlässt. Damit ist ein Raubkopieren kaum noch möglich, doch der User hat auch keine freie Wahl der angeschlossenen Geräte. HARALD WEISS

 

Von Harald Weiss

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