Medien 21.11.2008, 19:38 Uhr

Literatur, die die Stimmung hebt  

VDI nachrichten, Bonn, 21. 11. 08, ws – Bücher sind in Zeiten der Krise ein wichtiges Therapeutikum. Sie können den Leser mit einer Medizin versorgen, die gegen das Gift der schlechten Nachrichten immun macht. Die VDI nachrichten möchten ihre Leser mit diesem Serum aber auch für die Zeit der kalten Abende wetterfest machen, Weihnachten eingeschlossen.

Wer sich gegen miese Stimmung und Rezessionsangst abschotten will, sollte zu Günter F. Gross greifen. Der Autor ist Spezialist für das Positive. Mit seinem Buch „Adler fressen keine Fliegen“ (Finanzbuch Verlag, München 2007, 330 S., 24,90 €) hat er einen ewig gültigen Ratgeber für das Überleben in schlechten Zeiten verfasst. „Machen Sie aus einer Mücke keinen Elefanten. Retten Sie Ihr Porzellan“, ruft der Autor den Aufgeregten zu, Cholerikern rät er überdies: „Ärgern Sie sich nicht täglich. Schaffen Sie einen Ärgertermin pro Woche.“

Das klingt nach Amateurpsychologie, aber wer sich ein paar Stunden mit dem Werk des Doyens der Ratgeberautoren befasst, kann gute Laune gar nicht mehr vermeiden. Eine Kostprobe der Gross¿schen 36 Erfolgsformeln: „Wählen Sie nicht das falsche Ziel, nur weil es leichter zu erreichen ist.“ Gross hilft, das tägliche Kleinklein an Kontakten, Aufgaben und Gesprächen so zu ordnen, dass daraus ein steter Fluss positiver Ereignisse wird.

Ein weiteres legales Mittel für Leser, sich mit positiven Gefühlen zu dopen, liefert Boris Grundl. Der Mann erzählt seine persönliche Geschichte. Der BWL-Student klettert in den Ferien in einem Wasserfall herum. Er stürzt ab, bricht sich die Wirbelsäule, 90 % seiner Muskeln bleiben gelähmt.

Der heute 43-Jährige schob die für ihn vorgesehene Karriere als arbeitsunfähiger Frührentner und Pflegefall beiseite und konzentriert sich auf das, was er kann: Sein Kopf liefert 100 % Leistung, mit dem Rest an Bewegungsfähigkeit arbeitet er erst als erfolgreicher Marketingmann, später wechselt er das Fach und wird Management-Trainer. Grundl hat eine spannende, bewegende Geschichte aufgeschrieben, die viel Weisheit enthält (Boris Grundl: Steh auf! Bekenntnisse eines Optimisten, Econ Verlag, Berlin 2008, 228 S., 19,90 €).

Er zeigt uns, was sich alles erreichen lässt, wenn man nur will. „Die Konzentration auf Fähigkeiten, die da sind – das ist der Baustein einer einfachen, aber unglaublich starken Philosophie.“ Wer könnte dieses Credo glaubwürdiger herüberbringen als Boris Grundl? Auch der Urvater des positiven Denkens, Dale Carnegie, hätte Freude am Lebensweg seines geistigen Urenkels.

Mehrere Nummern größer geht es bei David Rockefeller zu. Der Mann hat ein ganz anderes Handicap: Er wurde nicht mit einem, sondern gleich mehreren goldenen Löffeln im Mund geboren. Sein Großvater macht im Jahr 1916 mit seiner Firma Standard Oil die erste Milliarde, seither zählt die Familie zu den reichsten der Welt.

In seinen „Erinnerungen eines Weltbankiers“ (Finanzbuch-Verlag, München 2008, 698 S., 24,90 €) zeigt der Autor, dass ein Leben in unermesslichem Reichtum nicht zwangsläufig in Sinnkrise, Drogenkonsum und lebenslangen Selbstzweifeln enden muss. Rockefeller geht arbeiten, er führt viele Jahre die Chase-Bank, die in Teilen der Familie gehört. Überdies liefert er ein Muster dafür, wie ein Reicher den Grundsatz „Wer hat, der gibt“ umsetzen sollte.

Dieses Muster durchzieht das ganze Leben der Rockefellers. Sein Bruder verpflichtet sich gleich ganz dem ehrenvollen Geben, aber auch David zeigt, wie ein Familienunternehmer die Rolle des Mäzens leben sollte. 900 Mio. Dollar schenkt er der Gesellschaft im Laufe seines Lebens. Zu seinem 90. Geburtstag vor drei Jahren zeigt er sich besonders spendabel: Je 100 Mio. Dollar gehen an das Museum of Modern Art in New York und die Rockefeller University, weitere 10 Mio. bekommt die Harvard University.

Das Buch des alten, weisen Mannes ist ein trefflicher, manchmal etwas langatmig geratener Einblick in eine sonst meist verschlossene Welt und es zeigt dem Leser die vielleicht wichtigste Zutat für den beruflichen Erfolg: gute Beziehungen.

Die US-Dynastie legt freilich auch einen wichtigen Punkt offen: Jeder beruflich Erfolgreiche sollte sich ein persönliches Rückzugsgebiet schaffen – die Familie. Sie ist die Grundlage erfüllten Lebens und sollte nicht für den schnellen Erfolg aufs Spiel gesetzt werden. Rockefeller hat hart gearbeitet, aber auch sein Familienleben geschützt, er war nie jederzeit für jeden erreichbar.

„Dieses Verhalten sollten sich Berufstätige zum Vorbild nehmen“, lautet die Botschaft von Miriam Meckel. Die Professorin und Ex-Staatssekretärin weiß, wovon sie spricht. In ihrem Buch „Das Glück der Unerreichbarkeit“ (Murmann Verlag, Hamburg 2007, 272 S., 18 €) schreibt sie von ihrer Sucht. Sie wollte keine E-Mail verpassen und fürchtete nichts mehr als das nächste Funkloch oder den Verlust ihres Mobiltelefons. Bis sie merkte, dass dieser Lebensstil jede Freude am Hier und Jetzt unterdrückt.

Meckel macht ihr Werk zu einem Manifest gegen die Übertreibungen des digitalen Lebensstils. Jeder, dessen Familienleben durch Blackberry-Kontakte von Chefs, Kollegen und Kunden im Zehnminutentakt gestört wird, mag dieses Buch als Balsam für die Seele empfinden. Meckels einfachster Rat für entspannte Wochenenden und Feiertage lautet: „Schaffen Sie sich Ihr persönliches Funkloch.“

Wem die nötigen Freiräume dafür fehlen, sollte sich diese sofort schaffen. Fast jeder Arbeitstag lässt sich leicht um eine halbe Stunde verkürzen, wenn mehr Wert auf Effektivität gelegt wird. Wie man E-Mails schneller bearbeitet, sich vor drückenden Stapeln auf dem Schreibtisch schützt, eine effiziente Ablage organisiert und überlange Besprechungen vermeidet, sagt das Buch „Mehr Pep im Team“, das Katharina Dietze mit zwei Beraterkollegen verfasst hat (Campus-Verlag, Frankfurt a. M. 2008, 307 S., 19,90 €). Es eignet sich gut als Einführung für Neulinge und Amateure in der Bürowelt. Fortgeschrittene werden eher zum Werk „Die 4-Stunden-Woche“ (Autor: Timothy Ferriss, Econ-Verlag, Berlin 2008, 320 S., 16,90 €) greifen. Es wendet sich besonders an Vorgesetzte, die lernen wollen, wie man sich der größten Zeitfresser im Arbeitsalltag mit einfachen Mitteln entledigt. AXEL GLOGER

Von Axel Gloger

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