Medien 28.01.2005, 18:36 Uhr

Legale Downloads setzen sich durch

VDI nachrichten, Cannes, 28. 1. 05 – Rund 230 Internetbörsen zum legalen Download von Musik gibt es inzwischen weltweit. Und so standen am vergangenen Wochenende auf der MidemNet in Cannes, dem Technologieforum der weltgrößten Musikmesse Midem, neue Geschäftsmodelle rund um dieses Wachstums-segment auf dem Programm. Doch viele Musikfans murren, denn inkompatible Audioformate und neue Kopierschutzsysteme behindern den bequemen Hörgenuss.

Stolz hält Phil Wiser den neuen Network Walkman und die Playstation portable, die im März auch auf den europäischen Markt kommen soll, in die Kameras. Laut Chief Technology Officer bei Sony Corporation in den USA können beide Geräte sowohl Sonys eigenes Audioformat Atrac abspielen, aber auch Songs im MP3-Format. „Unser Start mit einem proprietären System war falsch“, sagt Wiser selbstkritisch. Doch auch auf den neuen Geräten können Musikfans weder Songs aus Apples beliebter Musik-Downloadbörse „iTunes“ noch das gängige Format Windows Media Audio (WMA) von Microsoft hören.
Wer auf der weltgrößten Musikmesse, der Midem in Cannes, die Auflösung des Formate-Wirrwarrs für einen bequemen digitalen Hörgenuss auf MP3-Spielern und Handys erwartet hatte, wurde enttäuscht. Auch Microsoft, das erste Mal hier vertreten, beließ es bei einem „großen Investment für die Playsforsure-Initiative“, wie Mike Conte sagte. Für den General Manager MSN Marketplaces reicht es, über diese Kampagne den Musikfans zu zeigen, welche Download-Plattformen mit welchen Abspielgeräten im proprietären Microsoft-Format harmonieren.
Dabei gehören Onlinemusik, aber vor allem Klingeltöne sowie das Herunterladen ganzer Musikstücke auf das Handy („Mastertones“) zu den großen Hoffnungsträgern der Musikindustrie.
Im Digital Music Report 2005 geht der Internationale Verband der Phonoindustrie IFPI davon aus, dass Fans in den USA und in Europa im vergangenen Jahr rund 200 Mio. Titel gegen Bezahlung aus dem Internet auf heimische PCs oder iPods geladen haben. Immerhin sind das zehnmal so viele wie noch 2003. Insgesamt schätzt IFPI den Gesamtumsatz des Onlinemarktes 2004 auf 330 Mio. $ und rechnet mit einer Verdoppelung im Jahr 2005.
„Derzeit macht Onlinemusik nur rund 2,5 % des gesamten Plattengeschäfts aus“, rechnet Thomas Hesse von Sony BMG auf der MidemNet vor. Im Jahr 2007 sollen es bereits 10 % sein.
Dass das nicht mit einzelnen Songverkäufen über das Internet zu erreichen ist, davon ist Brad Duea überzeugt. Der Präsident des US-Internetmusikdienstes Napster kündigte denn auch in Cannes den Start eines Abo-Musikservice in Deutschland für Ende des Jahres an. Bisher können Napster-Abonnenten in den USA und Großbritannien für 10 $ bis 15 $ pro Monat unbegrenzt Musik auf ihre Festplatte oder MP3-Player laden. Die rund 1 Mio. Songs aus dem Napster-Angebot sind jedoch der Mircosoft-Welt verhaftet.
Dabei stand die MidemNet, der Technikableger der Midem, ganz im Zeichen des neuen Zauberwortes „Superdistribution“. Darunter wird das Empfehlen und Weitergeben von Musik an Freunde verstanden, die wiederum eine Lizenz erwerben können. Eine ausgefeiltere Variante von „Superdistribution“ sieht sogar eine Belohnung für das Weitergeben vor. Großes Ziel: einmal Rechte erwerben und bezahlen, dafür der reibungslose Austausch vom Rechner zum MP3-Player und von Handy zu Handy oder umgekehrt.
So will im Sommer der US-Spezialist PassAlong Networks mit „Superdistribution“ herauskommen. Technik- und Inhaltepartner ist das Unternehmen Gracenote, das nach eigenen Angaben 43 Mio. Songs lizenziert hat, darunter Konzertmitschnitte, gebrannte CDs bis hin zu Musik von Künstlern großer und kleiner Labels. Wie die reibungslose Weitergabe von geschützter Musik funktionieren soll, dazu wurden keine Details genannt.
Dabei ist „Superdistribution“ schon heute möglich. „Potato“ heißt die Alternative zu Digital Rights Management (DRM) für MP3-Downloads auf Bezahlbasis, bei dem Künstler, Systemanbieter und Käufer gleichermaßen profitieren sollen. Das Potato-System, vom Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie im thüringischen Ilmenau und der Ausgründung For Friends Only entwickelt, hat inzwischen den Segen der Verwertungsgesellschaft GEMA und ist bei 30 Anbietern im Einsatz.
Einen Wandel in der konfusen DRM-Landschaft wollen nun Intertrust Technologies, Matsushita, Philips, Samsung und Sony vorantreiben. Die Unternehmen wollen einen gemeinsamen Standard für DRM in der Unterhaltungselektronik entwickeln und haben dafür die Marlin Joint Development Association gegründet. User sollen die von ihnen erworbenen digitalen Inhalte dann auf dem Marlin-basierten Gerät konsumieren können. N. WOHLLAIB

Von N. Wohllaib

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