Medien 01.10.2004, 18:33 Uhr

Kleine Kabelnetzbetreiber liegen digital vorn

VDI nachrichten, Köln/München, 1. 10. 04 – Nachdem das Kartellamt die Fusion von Kabel Deutschland mit Ish, Iesy und Kabel BW untersagt hat, werden die Karten im TV-Kabelmarkt neu verteilt. Kleine Betreiber sind schon fit für den Wettbewerb.

Der technische Fortschritt im Kabelnetz wurde bislang eher von den kleineren Kabelgesellschaften vorangetrieben, die beim Ausbau des Kabelnetzes und bei ihrer Investitionsplanung für schnellen Internetzugang und Telefonie entschieden aktiver sind als die KDG. Die Schaffung eines Kabelmonopols würde diese Entwicklung eher bremsen.“ Dies war ein Argument, mit dem Kartellamtspräsident Ulf Böge in den vergangenen Wochen die Absage an den geplanten Aufkauf von Ish (NRW), Iesy (Hessen) und Kabel Baden-Württemberg begründet hatte.
Das Argument sticht, haben doch gerade viele kleine Betreiber in den vergangenen Jahren und Monaten ihre Anstrengungen erhöht, für ihre Kunden attraktive Dienstepakete zu schnüren. Und gerade die kleinen Betreiber der sog. Netzebene 4 sind es, die mit ihrem Zugang zur Hausverteilung den direkten Draht zum Kunden haben. Zwar spricht die KDG stets von 10 Mio. versorgten Kunden. Doch nur rund ein Drittel davon erreicht Kabel Deutschland direkt, der Rest läuft über Betreiber der NE4 oder der Wohnungswirtschaft.
Und die ist durchaus umtriebig und der KDG vor allem in Sachen Telefonie und Internet voraus. Beispiel MDCC Magdeburg-City-Com GmbH: Hier sind alle 47 000 Wohneinheiten durch den Betreiber mit Rückkanal ausgestattet, also mit der 862-MHz-Technik versorgt. Bewohnt sind freilich nur noch 39 358 Wohnungen, und davon wird in 4593 das schnelle Internet über Kabel genutzt, was immerhin stolze 12 % ausmacht und damit schon absolutes Oberliga-Niveau bei den Kabelprovidern bedeutet. „Anfangs gab es bei uns wegen der OPAL-Glasfasertechnik der Deutschen Telekom kein DSL, und da war für den schnellen Internetzugang das Kabel fast zwingend“, erklärt Torsten Kuhle, Leiter Kundenbetreuung bei MDCC.
Auch mit der Telefonie ist das Unternehmen gut im Geschäft. 7049 Kunden telefonieren über das BK-Netz, immerhin 18 % der Kunden. „Telefongespräche innerhalb unseres Netzes sind in den ersten vier Minuten kostenlos, und das ist für viele Magdeburger sehr interessant“, erklärt Kuhle. Auch Sparkasse, Volksbank und Fachhochschule haben das MDCC-Sparpotenzial von durchschnittlich 25 % erkannt und sich vom Telekom-Netz abgenabelt. Noch günstiger kann es durch die Internet-Telefonie werden. Seit 2001 gibt es bereits einen IP-Vermittlungsplatz. Für monatlich 71 € bietet MDCC alle Kabelprogramme, Telefonie und Fast-Internet mit 1280 kbit/s Flatrate.
Dietmar Schickel, Geschäftsführer von Telecolumbus, einem der größten deutschen NE4-Betreiber und Vorreiter bei der Einführung von Highspeed-Internet, geht davon aus, dass die Großen wie Telecolumbus, Primacom, Bosch oder EWT/TSS zusammen etwa 20 000 Haushalte versorgen. Nach einer Umfrage der RegTP meldeten alle Netzbetreiber für Ende vergangenen Jahres insgesamt über 60 000 Internet-Kabelzugänge – im Vergleich zu 4,1 Mio. DSL-Anschlüssen der Deutschen Telekom und 400 000 durch Festnetz-Wettbewerber – mit 1,3 % nicht gerade ein Erfolg im Wettbewerb. Noch weniger Zugänge als mit dem Kabel hatte nur der Satellit (45 000) und Powerline (8000) vorzuweisen.
Zur Zeit haben die großen NE3-Betreiber KDG, Ish, Kabel Baden-Württemberg (Kabel BW) und Iesy 2,83 Mio. Haushalte mit Rückkanal und größerer Bandbreite aufgerüstet, bis Jahresende sollen es insgesamt 3,5 Mio. werden. Tatsächlich genutzt wird die Superautobahn ins Internet indes nur von etwa 30 000 Kunden – 10 000 bei Ish, 13 000 bei KBW und 1000 bei Iesy. Nur 6000 sind es beim mit Abstand größten Betreiber, der KDG. Diese Zahlen nannte Kabelverbands-Geschäftsführer Ralf Heublein auf dem Euroforum-Kabelkongress vergangene Woche in Köln.
Auch die mangelnde Ausbaufreudigkeit der KDG hatte das Kartellamt davon abgehalten, die Erlaubnis zur Fusion zu erteilen. Zwar legte die KDG im Verlauf des Genehmigungsverfahrens in puncto Internet-Investionen noch einmal drauf, doch das überzeugte die Wettbewerbshüter nicht.
Währenddessen ließen sich die Kleinen eine Menge einfallen. So warb Georg Hofer, Chef von Kabel BW, auf der Euroforum-Tagung mit dem „schnellsten Internet Deutschlands“ – bis zu 10 Mbit/s im Downstream könne geliefert werden, so Hofer. Auch das sog. Triple-Play, also das Angebot von Kabel-TV, Telefonie und Highspeed-Internet, habe Kabel-BW im Angebot.
Ihre starke Rolle im deutschen Markt will sich die KDG jedoch nicht nehmen lassen. „Wir bleiben auch ohne Übernahmen der führende Betreiber“, erklärte KDG-Chef Roland Steindorf bei der Vorstellung des neuen Digital-Programmangebots „Digital Home“ in dieser Woche. In Sachen Digital-TV werde die KDG der „Big Spender“ bleiben und das neue Digital-TV-Programmangebot mit insgesamt 30 neuen Sendern „aggressiv“ vermarkten, so Steindorf. Für andere Betreiber wolle man auch weiter als Dienstleister auftreten, sei es auf technischer Seite oder bei der Vermarktung von Inhalten. „Und mit Ish, Iesy und Kabel BW werden wir auch künftig kooperieren.“büc/zel

 

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